Trainer Christopher Liedtke vom TV Lobberich vor dem Saisonstart im Interview

Handball-Oberliga : „Wir haben noch viel Potenzial nach oben“

Christopher Liedtke im Interview: Der Trainer des TV Lobberich peilt mit seinem Team in der Handball-Oberliga in der neuen Saison wieder den Klassenverbleib an.

In der vergangenen Saison konnte sich der TV Lobberich nach dem Aufstieg in die Handball-Oberliga die Spielklasse gerade noch halten. Dieses Jahr soll es nach Möglichkeit nicht so spannend werden. Die erste Möglichkeit zu punkten hat der TVL am Sonntag, wenn er zum Auftakt den TV Angermund empfängt. Vor dem ersten Spiel spricht Trainer Christopher Liedtke über die Vorbereitung, Stärken und Schwächen der Mannschaft sowie die Zielsetzung für die kommende Spielzeit.

Herr Liedtke, waren Sie mit der Vorbereitung Ihrer Mannschaft zufrieden?

Liedtke Im Großen und Ganzen bin ich echt zufrieden, weil wir ja auch vier neue Spieler integrieren mussten, hinzu kommen noch ein paar A-Jugendliche, die an die Mannschaft herangeführt werden sollen. Wir hatten insgesamt acht Testspiel, wovon wir fünf gewonnen haben, ein Unentschieden gegen den Nordrheinligisten TuSEM Essen II erkämpft haben und nur zwei Niederlagen einstecken mussten. Hatten wir anfangs noch eine unterirdische Wurfquote, ist diese nun deutlich besser geworden. Ich glaube, dass diese junge Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 23 Jahren auf einem guten Weg ist.

Wie haben sich denn die neuen Spieler bisher integrieren können?

Liedtke Das war eigentlich nicht das große Problem, sondern eher relativ einfach, weil sich die meisten Spieler untereinander bereits kannten. Im zwischenmenschlichen Bereich gab es also überhaupt keine Schwierigkeiten, einzig die Spielabläufe mussten verinnerlicht werden und das ging doch sehr schnell.

Wo sehen Sie die Stärken der Mannschaft?

Liedtke Die Stärken sind die Schnelligkeit, ein starkes Verhalten im 1:1 und insbesondere der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Wir haben in der Vorbereitung auch viel für das Teambildung unternommen. Sei es das Trainingslager in Dänemark, Wasser-Rafting, Badmiton oder auch Fußball. So hatten wir ein Spiel gegen den A-Ligisten Rhenania Hinsbeck, das war auch eine sehr witzige Sache.

Wie ist der Vergleich mit den Fußballern den gelaufen?

Liedtke In der ersten Halbzeit konnten wir noch ganz gut mithalten, doch dann sind wir eingebrochen. Einer unser Spieler hatte nach 70 Minuten knapp sechs Kilometer zurückgelegt. Und eine Studie der Handball-Bundesliga hat ergeben, dass ein Spieler dort im Durchschnitt 3,8 Kilometer läuft. Das ist schon eine ganz andere Belastung. Jetzt freue ich mich auf das Rückspiel bei uns in der Halle. Dann werden wir sehen, wie die Fußballer beim Handball abschneiden. Insgesamt gesehen hat meine  Mannschaft auf jeden Fall noch viel Potenzial nach oben.

Haben Sie auch Dinge ausgemacht, an denen es mit dem Team noch zu arbeiten gilt?

Liedtke In der Abwehr verhalten wir uns noch nicht ganz so, wie ich es mir vorstelle. Da heißt es, auf jeden Fall noch zulegen. Im Angriff treffen wir hier und da noch die falschen Entscheidungen, aber dort sind wir schon sehr viel weiter. Da wir eine relativ kleine Mannschaft sind, ist es besonders wichtig, als Einheit aufzutreten, wo jeder auch für seinen Mitspieler einspringen muss.

Welche Zielsetzung haben Sie ausgegeben?

Liedtke Da sich das Bild der Mannschaft ja stark verändert hat, kann einzig der Klassenerhalt unser Ziel sein. Für uns heißt das, so schnell wie möglich 20 Punkte zu holen und einen guten Saisonstart hinzulegen, damit wir nicht gleich ins Hintertreffen geraten. Außerdem gibt das auch mehr Selbstvertrauen. Wer unsere Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt sein werden, wird sich wohl erst im Laufe der Saison herausstellen.

Welche Teams sehen Sie am Ende der Spielzeit ganz oben in der Tabelle?

Liedtke Mannschaften wir Wuppertal, Haan und die Wölfe Niederrhein werden sicherlich ganz oben stehen, aber mein Geheimfavorit ist Mettmann. Sie haben zwar auch eine junge Mannschaft, aber mit einer enormen Qualität, und im letzten Jahr war es eindeutig unser stärkster Gegner.

Und was können Sie mit Blick auf den ersten Gegner TV Angermund sagen?

Liedtke Angermund hat eine sehr routinierte Mannschaft, gespickt mit vielen Spielern, die bereits höherklassig aktiv waren. Mit Patrik Ranftler stellt Angermund den Torschützenkönig der letzten Saison und Martin Gensch ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel. Für uns wird es wichtig sein, von der ersten Sekunde an gegenzuhalten, aggressiv zu decken und Angermund nicht ins Rollen kommen zu lassen. Denn dann wird es sehr schwer werden.

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