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Trainer Aytac Azmaz beim TDFV Viersen zuückgetreten

Fußball-Bezirksliga : Trainerrücktritt: Dicke Luft beim TDFV Viersen

Aytac Azmaz gab seinen Posten beim Fußball-Bezirksligisten wegen persönlicher Differenzen mit dem Sportlichen Leiter auf.

Aytac Azmaz ist nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksligisten TDFV Viersen. Bereits in der vergangenen Woche trat der Ex-Profi zurück, doch das hielt der Verein zunächst unter der Decke. Im Heimspiel gegen den SC Victoria Mennrath (0:1) fungierte Kapitän Bilal Lekesiz als Spielertrainer. Der Grund für Azmaz‘ Rücktritt sind interne Zerwürfnisse.

Einige Zuschauer, die bei der Partie gegen Mennrath waren, dürften sich verwundert die Augen gerieben haben. Denn auf der Trainerbank saß nicht wie gewohnt Aytac Azmaz, sondern der Sportliche Leiter Bektas Sahin. Und auch von Co-Trainer Luciano Oratore sowie Torwarttrainer Yasin Toker gab es keine Spur. Die 1:7-Niederlage am vorvergangenen Spieltag beim Aufsteiger VfL Willich forderte also ihren Tribut – möchte man zumindest meinen. Doch Azmaz, der den Verein in die Bezirksliga und dort in der vergangenen Spielzeit auf einen starken sechsten Platz führte, gab rein persönliche Gründe für seinen Entschluss an: „Es hat nichts mit der sportlichen Situation zu tun. Ich habe jederzeit das vollste Vertrauen des Vorstands gespürt.“

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Probleme habe es dagegen mit Bektas Sahin gegeben, der als Teammanager zunächst nur für die Neuzugänge verantwortlich gewesen sei, später aber zusätzlich den Posten des Sportlichen Leiters übernommen habe. Azmaz wirft ihm vor, sich mit der Zeit immer mehr in die Belange der Mannschaft eingemischt und ihn damit bei seiner Arbeit gestört zu haben. Das Fass zum Überlaufen habe schließlich Sahins Aussage am Rande der Pleite in Willich gebracht, das Trainerteam würde das Team nicht mehr erreichen. „Es ist traurig, so etwas von einer Person zu hören, für die man sich immer eingesetzt hat“, sagte der 37-Jährige. Doch es habe für ihn danach keine andere Möglichkeit gegeben, als zu gehen. „Mit solchen Leuten kann ich nicht zusammenarbeiten.“ Selbst als die gesamte Mannschaft bei ihm zu Hause erschien, habe er sich nicht von seinem Entschluss abbringen lassen. „Es ist sehr schade, weil so viel Herzblut und Leidenschaft in diesem Projekt steckt und ich sehr daran hänge. Aber dieses Verhalten hat absolut nichts mit der Vereinsphilosophie ‚Zusammen stehen, zusammen fallen‘ zu tun“, führt er weiter aus.

Dennoch sei er allen Verantwortlichen und besonders Präsident Cihangir Ince und Geschäftsführer Ilhan Inal dankbar für die gemeinsame Zeit: „Sollte irgendwann wieder meine Hilfe benötigt werden, stehe ich unter bestimmten Voraussetzungen natürlich zur Verfügung.“ Auf Nachfrage wollte sich Bektas Sahin nicht zu den Vorwürfen äußern. Derweil habe Bilal Lekesiz signalisiert, die Aufgabe als Spielertrainer auch über einen längeren Zeitraum übernehmen zu wollen. Der Verein suche daher keinen neuen Übungsleiter, sondern versuche es zunächst mit der internen Lösung.