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Trainer Andreas Schwan beim SC Union Nettetal hoch im Kurs

Fußball-Oberliga : Nettetal möchte unbedingt mit seinem Erfolgstrainer verlängern

Seit Andreas Schwan Trainer die Fußballer des SCU coacht, geht es aufwärts. Das dürfte auch das Interesse bei anderen Vereinen geweckt haben.

Es wäre das berühmte i-Tüpfelchen auf einen tollen Pokalnachmittag gewesen, wenn der SC Union Nettetal am Samstag in der Viertelfinalbegegnung gegen den ruhmreichen Regionalligisten RW Essen die Sensation geschafft hätte. Doch auch wenn die Nettetaler lange gut mithielten, stand am Ende eine 0:3-Niederlage. Und so komisch sich das anhören mag, vielleicht war diese Niederlage gar nicht so schlecht für die Gesamtentwicklung der Nettetaler.

Denn hätte der SCU nach der tollen Erfolgen der beiden vergangenen Jahre auch noch dieses Husarenstück hinbekommen, wäre der Name von Trainer Andreas Schwan in so manchem Notizblock der Verantwortlichen höherklassiger Klubs eventuell noch zusätzlich unterstrichen worden. Es wäre jedenfalls nicht verwunderlich, hätte der mit erst 33 Jahren überaus junge Coach nicht die Aufmerksamkeit anderer Vereine auf sich gezogen. Schließlich geht die Erfolgskurve des SC Union Nettetal kontinuierlich nach oben, seit Schwan im September 2016 als im Seniorenfußball unbeschriebenes Blatt in der Christian-Rötzel-Kampfbahn den Traínerjob für den entlassenen Chiquinho übernahm. Damals führte er die Mannschaft noch von einem Abstiegsplatz auf Rang fünf, vorigen Sommer gelang dann der ersehnte Aufstieg in die Oberliga. Und aktuell sieht es mit 22 Punkte aus 16 Spielen so aus, als wäre auch der Klassenverbleib durchaus realistisch.

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Doch es ist nicht der nackte Erfolg, der Schwan so wichtig macht für die Nettetaler. Zusammen mit ihm hatten die Verantwortlichen der Fußballabteilung den Mut, den Kader umzubauen und auf junge Spieler aus der Region zu setzen. Auch die Durchlässigkeit innerhalb des Vereins mit seiner traditionell guten Jugendarbeit wurde erhöht. Zudem schätzen die SCU-Verantwortlichen Schwans Kreativität und seine pädagogischen Fähigkeiten, schließlich ist er im Hauptberuf Lehrer. „Andi ist einfach Gold wert für uns. Er hat auch so viele Ideen, die nicht nur die erste Mannschaft betreffen“, sagt Abteilungsleiter Dirk Riether, „bei den ganzen Highlights, die wir in den vergangenen Monaten erlebt haben, wissen wir manchmal nicht, ob wir träumen.“

Auch Bürgermeister Christian Wagner (CDU), zu Gast bei der Pokalpartie gegen RWE, verfolgt die Entwicklung des SCU mit Freude: „Den Weg, den die Mannschaft unter der Führung von Andreas Schwan geht, ist ambitioniert und zugleich bodenständig.“ Trotz möglicher Interessenten in anderen Vereinen ist Dirk Riether zuversichtlich, Schwan über die Saison hinaus binden zu können. Er sieht den 33-Jährigen familiär und beruflich stark verwurzelt in der Region. In der Winterpause soll es Gespräche geben: „Wir wollen unbedingt mit ihm verlängern. Das hätte ich aber auch gesagt, wenn wir jetzt null Punkte hätten.“

Der Umworbene selbst hat natürlich schon mitbekommen, dass die Nettetaler lieber heute als morgen Klarheit hätten. Und grundsätzlich kann sich Schwan auch gut vorstellen, seine Arbeit fortzusetzen. „Nettetal ist mein erster Ansprechpartner. Aber das Gesamtpaket muss stimmen. Das funktioniert nur so gut, weil ich ein tolles Team aus Trainern und sportlicher Leitung um mich habe, das mich unterstützt.“ Das Besondere an Schwans Situation: Er ist zusätzlich noch Jugendtrainer am DFB-Stützpunkt in Schiefbahn. Und weil er seine Trainertätigkeiten mit Familie und Beruf unter einen Hut bekommen muss, hat er sich entschlossen, nächste Saison nur noch eingleisig zu fahren. „Wie ich mich entscheide, hängt von den Gesprächen mit Nettetal ab. Ich habe noch weitere Ideen, wie wir dort Strukturen verbessern können“, betont Schwan.