Echte Gladbacher : Ter Stegens WM-Debüt

Bis vor Kurzem stand Marc-André ter Stegen noch im Verdacht, die erste Nummer eins aus Mönchengladbach bei einer WM zu werden. Nun, nach Manuel Neuers Rückkehr, wird er der zweite Mann in Russland sein.

Sofern bei Neuer alles glatt läuft, wird es wohl auch keinen Torwartwechsel geben. Die Umstände der Geschichte trüben ein wenig ter Stegens erste WM-Teilnahme.

Für Schiedsrichter-Assistent Mark Borsch, den anderen gebürtigen Gladbacher bei der WM, ist es die zweite Teilnahme. Er gehört zum Gespann von Felix Brych. Borsch sei "der aktivste von uns dreien und jemand, der pusht und motiviert", sagt Brych. Er, Borsch und Stefan Lupp waren 2014 in Brasilien zweimal im Einsatz: bei Uruguays 1:3 gegen Costa Rica und bei Belgiens 1:0 gegen Russland. Borsch ist künftig mit zwei WM-Teilnahmen die Nummer zwei in der Liste derer, die ihre Heimatstadt bei einer Fußball-WM vertraten. Ganz oben steht Horst-Dieter Höttges. 1966, 1970 und 1974 war der Verteidiger dabei - aber nie als Borusse. Schon 1964 verließ er seinen Heimatklub und ging zu Werder Bremen. Zehn Spiele machte Höttges bei Weltmeisterschaften, eines war das Wembley-Finale 1966. 1974 machte er nur ein Spiel - das 0:1 gegen die DDR. Seine WM-Bilanz: 712 Einsatzminuten, Zweiter, Dritter, Weltmeister.

Weltmeister sind auch Jupp Heynckes, Günter Netzer und Helmut Kremers, die wie Höttges 1974 zum Kader gehörten. Netzer spielte gegen die DDR, indes nur 21 Minuten, er wurde fast gleichzeitig mit Höttges eingewechselt. Heynckes stand in den Gruppenspielen gegen Chile und Australien zusammen 135 WM-Minuten auf dem Platz. Kremers kam gar nicht zum Einsatz. Netzer hatte aber indirekt Anteil am deutschen Final-Triumph. Vor dem Spiel gegen Holland mimte er im Training Johan Cruyff - den Berti Vogts dann, bestens vorbereitet, im Endspiel ausschaltete. (kk)

(RP)
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