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Taekwondo-EM: Julia Ronken setzt sich gegen die Weltranglisten-Vierte Madleine Volkmann durch

Taekwondo-Überraschung : Ronken nimmt Folgmann das EM-Ticket ab

Im direkten Duell der Taekwondo-Kämpferinnen aus dem Grenzland setzt sich die Viesenerin Julia Ronken gegen Weltranglisten-Vierte Madeleine Folgmann aus Nettetal durch.

Julia Ronken hat sich bei Vergleichskämpfen der Taekwondo-Union am Bundesstützpunkt in Nürnberg das Ticket für die Europameisterschaften im April in Bulgariens Hauptstadt Sofia gesichert. Die Viersenerin besiegte dabei überraschend die Weltranglisten-Vierte Madeline Folgmann (TG Jeong Eui Nettetal), die jetzt nicht zur EM reisen kann. „Das wird für mich die erste Teilnahme bei den Europameisterschaften der Senioren“, sagte Ronken, die für den TSC Gladbeck kämpft.

Nach elf Monaten Wettkampfpause stand die 25-jährige zum ersten Mal wieder auf der Wettkampfmatte. Sie knüpfte gleich an ihren letzten Erfolg der Goldmedaille bei den Dutch Open im März 2020 an. Die Dutch Open im vergangenen Jahr waren für Ronken aufgrund der Corona-Pandemie der letzte Taekwondo-Wettkampf. Kurz nach dem Turnier kam der erste Lockdown, der Trainingsbetrieb stand zunächst still. In dieser Zeit versuchte die Kämpferin sich zu Hause so gut wie möglich fit zu halten. Im zweiten Lockdown hatte  sie aufgrund ihres Kaderstatus das Privileg, weiter am Bundesstützpunkt in Düsseldorf zu trainieren zu dürfen.

„Da das Training aber nicht im gewohnten Umfang stattfand, absolvierte ich zusätzlich viel Athletiktraining zu Hause“, erzählte die Zweikampf-Kämpferin. „Auch wenn die Vorbereitung für den Nominierungskampf aufgrund der derzeitigen Trainingsmöglichkeiten nicht optimal war, habe ich versucht, das Beste aus der Situation zu machen.“ Als zusätzliche Vorbereitung auf den Vergleichskampf ging Julia Ronken im Januar mit der Damen-Nationalmannschaft in ein sechstägiges Trainingslager in Nürnberg am Bundesstützpunkt.

Eineinhalb Wochen nach dem Trainingslager fuhr sie mit ihrem Heimtrainier Hacik Bozukyan wieder nach Nürnberg zu den Vergleichskämpfen. Sie wurden unter strengen Hygieneregelungen und Corona-Test durchgeführt. Die Bundeskader-Athletin aus dem Viersener Ortsteil Helenabrunn kämpfte in ihrer Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm gegen Madeline Folgmann um das EM-Ticket. Nach einem zunächst ausgeglichen Kampf entschied sie diesen nach einem 2:4-Punkte-Rückstand zu Beginn der dritten Runde durch gezielte Treffer auf die Weste und einem Kopftreffer mit 11:9 Punkten für sich.

„Es war ein schönes Gefühl nach so langer Zeit wieder auf der Wettkampfmatte zu stehen. Ich bin stolz, das Ticket gelöst zu haben“, sagte Ronken. In der kommenden Woche steht für sie erneut ein Trainingslager mit der Deutschen Taekwondo-Nationalmannschaft in Nürnberg an, um sich bestmöglich auf EM vorzubereiten.