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Taekwondo: Die Viersenrin Julia Ronken nach dem Sieg gegen Madeline Folgmann aus Nettetal

Taekwondo : „Mein Ziel ist Olympia 2024 in Paris“

Interview: Die Taekwondoka aus Viersen hat einen Entwicklungssprung gemacht.

Überraschend gewann die Viersenerin Julia Ronken bei den Polish Open in Warschau im Halbfinale das Lokalduell gegen die Nettetaler Weltklasse-Taekwondoka Madeline Folgmann und holte Silber. Über die möglichen Folgen dieses Überraschungserfolgs sprach RP-Mitarbeiter Paul Offermanns mit der Athletin von der TSC Gladbeck.

Frau Ronken. was war das für ein Gefühl, als sie Madeline Folgmann das erste Mal bezwangen?

Ronken Ja, es war auf jeden Fall ein schönes. Wir haben schon mehrmals gegeneinander gekämpft. Jedes Mal unterlag ich dabei. Wir trafen zuletzt bei den Deutschen Meisterschaften und bei den Dutch Open in Eindhoven aufeinander. Bei beiden Begegnungen fielen die Entscheidungen schon knapper aus. Bei diesem Turnier setzte ich mich erstmals gegen sie durch. Jeden Kampf zu gewinnen, ist etwas Besonderes, dann auch dieser.

Haben Sie den Eindruck, dass Sie leistungsmäßig näher an Madeline Folgmann herangekommen sind?

Ronken Doch, ja. Ich konnte mich ohnehin in diesem Jahr steigern. Das zeigte sich bei mir durch gute Kämpfe gegen starke Gegnerinnen. Auch jetzt bei Madeline stellte ich meine Taktik um und konnte somit halt gewinnen. Das brachte mir den Finaleinzug gegen die Weltrangliste-Erste und zweifache Vize-Weltmeisterin Tatiana Kudashova aus Russland. Das gab mir die große Chance, gegen sie das erste Mal zu kämpfen. Ich verlor am Ende 0:23.

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Wie haben Sie die klare Niederlage verkraftet?

Ronken Das war auf jeden Fall eine neue Herausforderung, aber auch Erfahrung wert. Ich zeigte gegen meine Gegnerin zwar gute Aktionen, aber ich konnte mich letztendlich nicht durchsetzen. Auch wenn ich klar verloren habe, hat der Kampf mich trotzdem motiviert für bevorstehende Wettkämpfe.

Sind die Olympischen Spiele 2020 auch für Sie ein Ziel gewesen?

Ronken Ja, definitiv. Jetzt ist es aber sehr schwierig, sich dafür noch zu qualifizieren. Ich hätte dafür vermutlich im vergangenen Jahr international mehr Erfolge einfahren müssen. Mein Ziel ist eher 2024 in Paris, bei den Olympischen Spielen teilzunehmen. Mein Trainer Hacik Bozukyan und ich arbeiten darauf hin.

Wie geht es denn jetzt weiter?

Ronken Nächste Woche geht es nach Lettland zu den Riga Open, ebenfalls ein internationales Weltranglistenturnier.

Wie stehen sie zurzeit in der Weltrangliste?

Ronken Da nehme im Moment Platz 24 ein und kann durch den jetzigen Erfolg wieder einige Plätze nach oben gutmachen.