Sportlerin des Monats: Madeline Folgmann von der TG Jeong Eui Nettetal

Sportlerin des Monats : Die Nettetalerin Madeline Folgmann glaubt weiter an ihre Stärken

Die Weltklasse Taekwondoka beendete eine schwierige erste Saisonhälfte mit Platz fünf bei der Universiade in Italien.

Mehr ausgerechnet hat sich Madeline Folgmann von der TG Jeong Eui Nettetal bei der Universiade im italienischen Neapel, nachdem sie vor zwei Jahren in Taiwan bei dieser Meisterschaft den dritten

Platz geholt hatte. „Ich habe sicherlich nicht mit dem Ergebnis abschließen können, für das ich dort hingereist bin“, sagt sie. Am Ende blieb ihr der fünfte Platz in der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm.

Im Viertelfinale und im wichtigen Medaillenkampf stand ihr in Gestalt der die Aserbaidschanerin Patimat Abakarova die Bronzemedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Rio im Weg, es gab eine knappe Niederlage. „Ich machte eine weitere Erfahrung. Die gilt es jetzt für mich, positiv umzusetzen und mich auf die weiteren Turniere vorzubereiten.“ Überhaupt hat sie eine bislang schwere Saison hinter sich, die mit dem DM-Titel eigentlich sehr verheißungsvoll begonnen hatte. „Es war eine harte erste Jahreshälfte mit Höhen, aber auch leider mit unerfreulichen Tiefen.“ Dazu gehörte der neunte Platz bei der Weltmeisterschaft in Manchester, wo sie sich ebenfalls viel mehr ausgerechnet hatte. Schließlich galt es, wichtige Qualifikationspunkte auf dem Weg zu Olympia in Tokio zu sammeln. Bei der WM war es die Marokkanerin Oumaima El Bouchti, die ihr ein Weiterkommen vereitelte. Gegen sie hatte die Nettetalerin einige Wochen vorher schon beim Presidents Cup in Marokko eine Niederlage im Halbfinale hinnehmen müssen. „Doch das gehört zu einem Sport, wie ich ihn betreibe“, sagt die 22-Jährige.

Doch sie ist sich sicher: „Nur wer an sich glaubt, wird positiv und besser aus solch einer Situation wieder herauskommen.“ Eine Angstgegnerin kennt Madeline Folgmann nicht. Sie machte wohl die Erfahrung, dass es gegen Asiatinnen schwerer ist zu kämpfen als gegen Europäerinnen. Aber sie weiß auch: „Im Taekwondo ist trotzdem jederzeit alles möglich. Überraschungen sind da nicht ausgeschlossen.“ Sie schätzt sich eher als ängstlich als zu selbstbewusst ein. Daran arbeitet sie seit ein paar Jahren mit einer Sportpsychologin. „Sie soll mich dazu bringen, dass ich mehr auf den Sieg freue, statt dass ich mich um eine Niederlage sorge.“

Die Universiade hatte aber doch noch eine positive Seite: „Ich machte die 40 Punkte voll, die wichtig sind für die Olympische Rangliste.“ Danach startete für die Sportstudentin der Sporthochschule Köln die Prüfungswoche. „Viel lernen und viele Klausuren stehen auf dem Programm. Danach gilt es sich ein wenig zu erholen und dem Körper ein wenig Zeit zu geben, um sich zu

regenerieren.“ Die zweite Saisonhälfte 2019 startet für Madeline Folgmann und ihren Trainer Björn Pistel im September mit dem ersten Grand Prix in Japan. Wettkampf, Training und Studium muss sie unter einen Hut bringen. Diese Erfahrung machte sie schon sehr früh, als sie noch zur Schule ging. Zumal sie auch noch zehn Jahre im Karnevalsverein „Maak Möt Brempt“ auch als Funkenmariechen tanzte.

Das Studium würde sie gerne schneller vorantreiben. „Die  weiten Fahrten zum Training und die Reisen zu internationalen  Wettkämpfen kosten jedoch viel Zeit“, sagt die Nationalkämpferin.  Sie befindet sich im sechsten Semester. Ihre Lebensplanung hat sie  im Fokus: „Nach den Olympischen Spielen 2024 steige ich ins  Arbeitsleben ein.“ Sie will dann in der Reha-Orthopädie arbeiten oder sich mit motivierten Sportlern beschäftigen. „Am liebsten wäre  mir hierbei später einmal eine Kombination aus beidem.“  Doch das ganz große Ziel ist zunächst die Teilnahme bei Olympia 2020.

Die Sportlerwahl des Monats ist eine gemeinsame Aktion der Sparkasse Krefeld, der NEW, des Allgemeinen Krankenhauses Viersen, des Kreissportbundes und der Rheinischen Post.

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