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Sportler des Monats September im Kreis Viersen: Mohamed Mohumed will zu den Olympischen Spielen

Sportler des Monats im Kreis Viersen : Teilnahme an Olympia ist sein großes Ziel

Der 21-jährige Willicher trainert bei der Leichtathletik-Gemeinschaft Olympia Dortmund. Zuzutrauen wäre Mohamed Mohumed die Olympianorm von 13:13,50 Minuten.

Mohamed Mohumed (LG Olympia Dortmund) wurde bei einer Hitzeschlacht bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig mit taktischem Rennverlauf Deutscher Meister über 5000 Meter. Der nationale Titel war ihm sehr wichtig, die Zeit war dagegen zweitrangig: 14:02,75 Minuten. Anfang September lief der 21-jährige, aus Willich kommende Läufer bei der KBC-Nacht, einem internationalen Meeting im belgischen Heusden, eine neue Bestzeit über 5000 Meter mit Sieg in 13:23,71 Minuten. Er machte Furore, als er beim Corona-Track-Meeting in Sonsbeck über 1500 Meter mit 3:38,83 Minuten für eine europäische Jahresbestleistung sorgte.

Der frisch gebackene Abiturient an der NRW-Sportschule des Goethe-Gymnasiums Dortmund legte nach der dennoch langen Saison trotz Corona eine Trainingspause ein. „Gerade haben wir mit dem Training wieder angefangen. Zwei Trainingseinheiten täglich sind für ihn normal“, sagt sein Trainer Pierre Ayadi, Bundestrainer der U20-Langstrecke. Mit 15 Jahren träumte Mohamed Mohumed noch von der Fußballkarriere mit seinem damaligen Verein DJK/VfL Willich, der um den Aufstieg in die Niederrhein-Liga kämpfte und diesen knapp verpasste. „In der Schule erkannten meine Lehrer schon sehr früh, dass ich gut laufen kann. Bei den Stadtmeisterschaften und Bundesjugendspielen gewann ich immer die 1000 Meter, ohne dafür zu trainieren“, erzählt Mohamed Mohumed.

Er wechselte zu den Leichtathleten des DJK/VfL Willich und kam dann zu Bayer Uerdingen zu Udo Gerhardt, wo er sich enorm weiterentwickelte. Über 3000 Meter trat er bei den erstmals ausgetragenen U18-Europameisterschaften im georgischen Tiflis an, dort verpasste er eine Medaille als Vierter in Bestzeit von 8:23,14 Minuten um 2,8 Sekunden. Zwei Wochen später siegte er über diese Distanz bei den Deutschen Jugend-U18-Meisterschaften in Mönchengladbach, wo er geboren wurde.

„So oft er kann, besucht er seine Eltern in Willich“, erzählt Pierre Ayadi. Mohamed Mohumeds Eltern sind somalischer Herkunft, aber niederländische Staatsbürger. Für Mohumed war es keine Frage, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen, weil er auch für Deutschland starten wollte. Eines seiner Ziele im kommenden Jahr ist die Teilnahme an den U23-Europameisterschaften im norwegischen Bergen. „Da will ich um eine Medaille mitlaufen“, sagt Deutschlands Nachwuchshoffnung auf der Langstrecke.

Vor zwei Jahren bei der U23-EM in Schweden belegte er als jüngster Teilnehmer den neunten Platz über 5000 Meter und den elften Platz über 10.000 Meter. „Mein Traum ist eine Teilnahme bei den Olympischen Spielen“, sagt er. Die Olympischen Spiele wurden wegen Corona auf das kommende Jahr verschoben. Das ist ihn für günstig. „Es ist schwierig, sich jetzt dafür zu qualifizieren. Kommt im kommenden Jahr ein weiterer Leistungsschub, dann könnte er vielleicht doch noch das Olympia-Ticket einlösen“, sagt Pierre Ayadi.

Zuzutrauen wäre Mohamed Mohumed die Olympianorm von 13:13,50 Minuten. „Mohamed ist ein zielstrebiger junger Mann, der sehr motiviert ist und vieles und hartes Training nicht scheut.“ Das Talent entschied richtig, als es zur LG Olympia Dortmund wechselte. „Bei uns hat er perfekte Bedingungen und trainiert mit vielen guten Athleten.“

Mohamed Mohumed hat noch einen erfolgreichen jüngeren Bruder. Der 18-jährige Yassin Mohumed wurde Deutscher Meister der Jugend U20 über 5000 Meter in Heilbronn mit 14:55,49 Minuten.

Die Sportlerwahl des Monats ist eine gemeinsame Aktion der Sparkasse Krefeld, der NEW, des Kreissportbundes und der Rheinischen Post.