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Sportler des Monats Juni: Sebastian Gerhards aus Brüggen

Sportler des Monats im Kreis Viersen : In Corona-Zeiten einsam gegen die Uhr gekämpft

Der Läufer aus Brüggen beteiligte sich virtuell am abgesagten Düsseldorf-Marathon und brachte eine exzellente Zeit zustande. Seinen Lauf absolvierte er im ehemaligen Brachter Munitionsdepot.

Die Corona-Pandemie machte vielen Läufern in der Terminplanung mit Blick auf einen besonderen Saisonhöhepunkt einen Strich durch die Rechnung. Zu den Betroffenen gehört auch der Brüggener Sebastian Gerhards, der seit dem Vorjahr als Düsselrunner unterwegs ist. Der Botschafter des Düsseldorf-Marathons, der von der ehemaligen Weltklasse-Marathonläuferin Sonja Oberem betreut wird, hatte sich viel für den Düsseldorf-Marathon vorgenommen: „Ich wollte hier auf jeden Fall Bestzeit laufen.“

Der Düsseldorf-Marathon fiel dann als Großveranstaltung der Corona-Pandemie zum Opfer, wurde als virtuelle Veranstaltung angeboten und konnte überall gelaufen werden. Der 34-Jährige absolvierte nun den Landeshauptstadt-Marathon als virtuellen Lauf im Gelände des Brachter Depots. Das Besondere: Der Automobilkaufmann lief diese Distanz im Alleingang. Daraus wurden am Ende exakt 42,23 Kilometer als GPS-Entfernung auf seiner Laufuhr. Die Zeit war beeindruckend: 2:49,13 Stunden mit einem Durchschnitts-Kilometer-Tempo von vier Minuten. Am Ende verbesserte Sebastian Gerhards seine persönliche Bestzeit aus dem Jahre 2018 von 2:53,51 beim Marathon-Klassiker in Frankfurt um über vier Minuten. Sein Resultat reichte er bei der Düsseldorf-Marathon-Organisation ein. Er bekam als Belohnung eine Urkunde und die dazugehörige Medaille. „Für eine Bestenliste wird meine neue Bestzeit nicht reichen. Das macht aber auch nichts: Ich weiß jetzt, was ich in einem regulären Marathon laufen kann.“ Was ihm dabei wichtig war: „Ich gewann den Kampf gegen den Kopf.“

Ihm ist aber ein Marathon mit richtigem Wettkampfcharakter viel lieber: „Ich will die Veranstaltungen wieder im Normalzustand mitmachen und mit anderen Läufern gegen- und miteinander laufen, weil das komplett etwas anderes ist.“ Er bestritt den niederländischen Utrecht-Halbmarathon ebenfalls virtuell. „Ich lief dabei um den Venekotensee und schaffte 1:23 Stunden.“ Im Juli konzentriert er sich auf den virtuellen Wohltätigkeitslauf für die Welthungerhilfe, die ZERO-Hunger-Run-Challenge 2020. „Ich laufe diesen dann aber im Urlaub in Kroatien.“

Gerhards Wechsel zum Verein Rhein-Marathon e.V. hatte gute Gründe: „Ich fühle mich als Langstreckler hier besser aufgehoben. Da geht alles etwas professioneller zu. Zu diesem Kreis gehören viele starke Läufer. Wir trainieren hauptsächlich alleine, aber treffen uns zum gemeinsamen Laufen regelmäßig sonntags in Mönchengladbach oder in Düsseldorf.“ Seine Laufkarriere startete er 2016 als Hobbyläufer bei den Depotrunners Bracht und lief ein Jahr später schon seinen ersten Marathon in 3:12 Stunden. Mittlerweile hat er zehn Marathonläufe bestritten. Sebastian Gerhards hat aber noch große Ziele: „Ich will den Marathon unter 2:45 Stunden laufen. Dafür hatte ich den Berlin-Marathon im September vorgesehen. So wie es aussieht, befürchte ich, dass das dieses Jahr nichts mehr gibt.“ Einen weiteren Lauf hat er im Fokus: den Ultralauf über 50 Kilometer in Bottrop im November..

Die Sportlerwahl des Monats ist eine gemeinsame Aktion der Sparkasse Krefeld, der NEW, des Kreissportbundes und der Rheinischen Post.