Sportabzeichen : Brandt erringt 50. Sportabzeichen

Der 73-Jährige absolvierte zum 50. Mal erfolgreich die Prüfungen zum Sportabzeichen für Behinderte in Gold. Und damit soll noch nicht Schluss sein.

Ein besonderes Weihnachtgeschenk machte sich Walter Brandt vom Gesundheits- und Behindertensport Nettetal vor wenigen Tagen gleich selbst. Zum 50. Mal errang er das Deutsche Sportabzeichen für Behinderte in Gold, eine im Deutschen Behindertensport äußerst selten vergebene Auszeichnung.

Walter Brandt zeigt seine Urkunde zum 50. Sportabzeichen. Foto: Wolfgang Thieme

„Ich hätte nie gedacht, dass ich diese Zahl erreichen würde“, sagte der Geehrte, der im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Jedermann-Sportgruppe die Urkunde nebst Ehrennadel entgegennehmen konnte. Bereits 2013 hatte er für sein Lebenswerk die Ehrenmitgliedschaft sowie die Auszeichnung „Lichter des Sports“ erhalten.

Für das Sportabzeichen hatte Brandt vier Disziplinen absolvieren müssen und diese mit Bravour bestanden. Er schwamm 400 Meter in 12:14 Minuten, warf den zwei Kilogramm schweren Medizinball 8,15 Meter weit, bewältigte 200 Meter auf dem Rad im fliegenden Start in 27,45 Sekunden und sprang 0,74 Meter hoch.

Seit seiner Kindheit – Brandt bekam Kinderlähmung im zweiten Lebensjahr – waren sportliche Aktivitäten nicht die Ausnahme, sondern die Regel. So sieht man den heute 73-Jährigen noch zu fast jeder Jahreszeit auf ausgedehnten Fahrradtouren im Grenzland. Viele Jahrzehnte war er außerdem in der DLRG-Ortsgruppe Lobberich ein sehr engagiertes Mitglied. Es lag daher nahe, dass er Interesse am Kanu- und Segelsport bekam, die ihn zu Regatten nach England und in die USA führten.

Neben der beruflichen Tätigkeit als Zahntechniker fand er noch Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten in sozialen Einrichtungen. Sehr am Herzen liegt ihm die Betreuung der Multiple-Sklerose- und Rollstuhl-Gruppe als Übungsleiter. Den Zugang zur Verbundenheit mit Behinderten ebnete ihm sein Vater, der als Schwerbehinderter aus dem Krieg heimkehrte.

Als Leiter der Stammtischrunde der Rokal-Modelleisenbahnfreunde hält Walter Brandt zudem die Erinnerungskultur an die in den Siebziger Jahren beendete Produktion der Rokal-Modelleisenbahn hoch. In mehreren Räumen seines Hauses gegenüber der Pfarrkirche St. Sebastian in Lobberich hat er hunderte Exponate aus der damaligen Zeit gesammelt und ausgestellt. „Ich sehe optimistisch in die Zukunft, zumal bei etwas nachlassenden Leistungen auch die Anforderungen leicht sinken“, sagte der Geehrte verschmitzt – mit Blick auf die nächsten zehn Sportabzeichen in Gold.