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Silber für Martha Schuren bei der U24-EM im Rollstuhl-Basketball

Rollstuhl-Basketball : Viersenerin holt in Frankreich EM-Silber

Mit der deutschen U24-Nationalmannschaft im Rollstuhl-Basketball belegte Martha Schuren bei ihrer internationalen Premiere Platz zwei. Nächstes Jahr will sie bei der WM dabei sein, 2020 sogar bei den Paralympics in Tokio.

Die Viersenerin Martha Schuren ist ihrem großen Traum von einer Teilnahme an den Paralympics 2020 in Japan einen Schritt näher gekommen. Mit der deutschen U24-Nationalmannschaft im Rollstuhl-Basketball holte sie bei den Europameisterschaften im französischen Villenave-D’Ornon den zweiten Platz, womit Deutschland auch einen Startplatz bei den Weltmeisterschaften im kommenden Jahr in Thailand sicher hat.

„Jetzt träumt sie zunächst einmal von der WM-Teilnahme“ sagt Frank Schuren, der seine Tochter mit seiner Frau als Teil einer größeren Fangruppe nach Frankreich begleitete. Schließlich war es der erste internationale Einsatz der 18-Jährigen. „Es ist schon etwas ganz Besonderes, wenn man die Nationalhymne hört und die eigene Tochter mit dem Adler auf der Brust dabei ist“, erklärt Frank Schuren, der vielen Sportlern aus dem Grenzland sicher noch aus seiner Zeit als Handballer bekannt ist. Auch wenn seine Tochter von Geburt an im Rollstuhl sitzt, hat sie offenbar jede Menge von seinem sportlichen Ehrgeiz abbekommen, Seit sie vor etwa acht Jahren mit dem Rollstuhlbasketball begann und ihr Talent entdeckt wurde, hat sie hart an sich gearbeitet. Besonders seit sie für die Köln 99ers spielt, muss sie neben der Schule einen großen zeitlichen Aufwand in Kauf nehmen, um zum Training und zu den Spielen zu kommen. „Drei- bis viermal pro Woche fahren wir mit ihr nach Köln“, sagt ihr Vater.

Die große Chance ergab sich für Martha Schuren, als der europäische Verband die Altersgrenze für die EM von 25 auf 24 herabsetzte. So war Bundestrainerin Nora Schratz gezwungen, einen neuen Kader aufzustellen. Die Viersenerin wurde zu Sichtungslehrgängen eingeladen und biss sich durch. Als 18-Jährige gehört sie zu den Jüngsten im Kader und zählt damit zu den Perspektivspielerinnen, doch bei der EM in Frankreich hat sie schon ordentlich Spielanteile erhalten. Die Bundestrainerin setzte sie auf der Außenbahn ein, wo sie auch im Verein spielt, aber auch als Centerin, wo sie mehr Verantwortung übernehmen muss.

Insgesamt war das EM-Feld ohnehin schon sehr überschaubar, doch als dann auch noch die Türkei kurzfristig absagte und kein Ersatz gefunden werden konnte, blieben mit Gastgeber Frankreich, England und Deutschland nur noch drei Teams übrig. Doch Spielpraxis konnten die Teilnehmer genug sammeln, dafür sorgte der Turnierablauf. Das Trio spielte mit Hin- und Rückspiel im Modus jeder gegen jeden. Und die beiden Erstplatzierten qualifizierten sich dann fürs Endspiel. In dem trafen die Deutschen nach zwei Siegen gegen die Französinnen (36:34, 40:26) und zwei glatten Niederlagen gegen die Engländerinnen (17:57, 14:64) erneut auf das überragende Team aus England.

Doch Bundestrainerin Nora Schratz und ihre Mannschaft bewiesen, dass sie aus den beiden ersten Spielen etwas gelernt hatten und zogen sich deutlich besser aus der Affäre. Das Finale ging „nur“ mit 27:48 verloren. So konnten alle mit der Silbermedaille sehr gut leben. „Martha war unglaublich stolz und ergriffen, für Deutschland spielen zu dürfen. Sie ist mit sehr viel Selbstvertrauen zurückgekehrt“, meint Frank Schuren. Gute Voraussetzungen also, um die nächsten Schritte auf dem Weg nach Tokio zu gehen.