Radsport : Schweizers Rekordsieg

Beim Großen Preis von Nettetal gewann der Radsportler zum vierten Mal. Dank eines starken ersten Renndrittels war der Fahrer vom Team Nutrixxion Abus nicht mehr einzuholen. Rainer Beckers gewann bei den Senioren.

Radsport Michael Schweizer geht in die Radsportgeschichte des Großen Preises von Nettetal "rund ums Weiher Kastell" ein. Mit dem Sieg bei der 27. Auflage des Rennens vom SC Union Nettetal gewann er nun das Hauptrennen der Klasse KT A/B Klasse bereits zum vierten Mal. Aus einer Vierergruppe, die sich im ersten Renndrittel von 101,2 Kilometern (46 Runden) gefunden hatte, siegte der Fahrer vom Team Nutrixxion Abus in 2:18,29 Stunden vor Stefan Ganser (Team Eddy Merckx-Indeland), dem Holländer Matz Boeve und Hendrik Werner (Goch) auf den Plätzen zwei bis vier.

"Es lief heute ganz gut. Ich komme immer gerne wieder, weil die Strecke so schön zu fahren ist" sagte Schweizer. "Eigentlich sollte mein Teamkollege Alexander Gottfried gewinnen, aber dann befand ich mich plötzlich in der Spitzengruppe. Er hat mir dann den Rücken freigehalten." Das Quartett an der Spitze fuhr einen Vorsprung von über anderthalb Minuten heraus. Da machte Moderator Henning Tonn zehn Runden vor Schluss eine interessante Rechnung auf: "Wenn die vier Fahrer jede Runde acht Sekunden langsamer werden, haben sie immer noch zehn Sekunden Vorsprung."

Rainer Beckers (Sonosan Multipower) riss nach 1:02,59 Stunden triumphierend im Ziel die Hände hoch. Der Dülkener gewann die Seniorenklasse 2, 3 und 4 (in der die meisten Fahrer aus der Gegend mitfuhren) über 41,8 Kilometer nach 19 Runden. "Das ist heute mein zehnter Saisonsieg", sagte er strahlend. "Gestern habe ich noch Wuppertal gewonnen." Er kann zwei Rennen an einem Wochenende gut verdauen, da die Kilometer-Distanzen bei den Senioren in der Regel nicht so lang sind.

Das gesamte Rennen rund ums Weiher Kastell war von einem hohen Tempo geprägt. Die Tour war zudem sehr unruhig, weil um die 100 Fahrer im Rennen waren. "Das kam mir sehr gelegen", berichtete Schweizer, Dritter der Deutschen Meisterschaften. "Ich fuhr heute viele Attacken, um nach vorne rauszufahren. Ich musste mich wieder auf meine Endschnelligkeit verlassen. Das hat ganz gut geklappt."

Im Vergleich zur vergangenen Saison hat Schweizer bislang zwei Rennen weniger bestritten. Doch die Bilanz ist gut. "Wenn das am Ende der Saison wie im vergangenen Jahr mit 26 Siegen endet, geht das in Ordnung", sagt er. Über seinen ersten Platz freute sich der 95-jährige August Dackweiler (Bonn), das älteste Mitglied des Radsportbezirks Mönchengladbach: "Ich bin 1951 in Breyell gefahren und kannte Beckers' Vater, der ebenfalls ein starker Rennfahrer war."

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