Fußball : Schlechte Torausbeute

Union Nettetals Mannschaftskapitän Sebastian Stempel über die Situation des Fußball-Landesligisten. Ungeachtet des zweiten Tabellenplatzes sagt er: "Es hätte besser laufen können."

Fussball So ganz zufrieden ist Sebastian Stempel mit dem Auftakt in die Landesliga-Saison des SC Union Nettetal nicht. In den kommenden drei Partien in Duisburg, gegen Bocholt und in Mülheim sollten daher drei Siege eingefahren werden, meint der Mannschaftskapitän des Aufstiegsaspiranten. Mit ihm sprach Wiltrud Wolters.

Als Tabellenzweiter liegen Sie bislang gut im Rennen. Wir bewerten Sie den Start?

Stempel Es hätte besser laufen können. Wir haben beim FSV Duisburg und in Wesel unnötig Punkte liegen lassen. In Wesel hätten wir 3:0 führen können, dann wären die nicht mehr ins Spiel gekommen. In Duisburg schießt Kevin Enke kurz vor dem Abpfiff aus drei Metern über das Tor. Aber die entscheidenden Spiele gegen Hamborn und Bösinghoven, die beide mit oben stehen, kommen noch. Grieth haben wir schon geschlagen und Warbeyen kann ich noch nicht so einschätzen.

Sie klingen nicht überzeugt. Wo liegt das Problem?

Stempel Unsere Torausbeute ist schlecht. Im Moment müssen wir froh sein, dass wir die Spiele knapp gewinnen.

Was erhoffen Sie sich von den kommenden Spielen?

Stempel Beim Duisburger SV 1900, gegen Bocholt und in Mülheim müssen wir drei Siege einfahren. Dann sieht es gut aus. Wenn wir gegen die Mannschaften von oben Unentschieden spielen, ist das schon in Ordnung. Aber gegen die Teams aus den unteren Regionen dürfen wir nichts liegen lassen.

Wie schätzen Sie die neue Gruppe ein, in der Sie nun spielen?

Stempel In dieser Gruppe setzen sich die oberen Teams immer ab. Das gilt auch für die Mannschaften unten in der Tabelle, die nicht so viele Punkte holen. Im Gegensatz dazu ist die Gladbacher Gruppe, in der wir voriges Jahr gespielt haben, viel ausgeglichener. Für mich persönlich ist die neue Gruppe positiv, weil ich zu den Spielen nicht mehr so weit zu fahren brauche.

Was zeichnet den SC Union Nettetal aus?

Stempel Bei uns ist es die Kameradschaft. Hier rennt einer für den anderen. Wir haben keine herausragenden Einzelspieler wie etwa Bösinghoven. Ich habe das so noch nie erlebt. Nicht zuletzt deshalb spiele ich mittlerweile im fünften Jahr in Nettetal und reise zu jedem Training aus Bottrop an, das sind immerhin 75 Kilometer je Strecke. Wir kommen immer zu viert oder zu fünft und haben schon auf der Fahrt Spaß.

Welche Aufgaben nehmen Sie als Mannschaftskapitän wahr?

Stempel In erster Linie ist es die Führung der jungen Spieler. Ich spreche viel mit ihnen. Wir haben viele A-Jugendliche in der Mannschaft, die richtig gut mitziehen. Vielleicht macht es mir deshalb in Nettetal so viel Spaß.

Welche Ziele verfolgen Sie persönlich?

Stempel Ich bin jetzt 31 Jahre und möchte spielen, so lange mir die jungen Leute nicht davon laufen. Danach würde ich gerne als Trainer arbeiten. Den ersten Teil zur C-Lizenz habe ich bereits gemacht. Ab Februar geht es dann weiter.

(RP)