SC Union Nettetal vor der Partie beim 1. FC Kleve

Fußball-Oberliga : Nettetal vor richtungweisender Partie

Für die Oberliga-Fußballer des SC Union Nettetal wäre ein Erfolg beim ebenfalls schlecht in die Saison gestarteten 1. FC Kleve enorm wichtig. Die beiden Neuzugänge aus den Niederlanden können wahrscheinlich noch nicht mitwirken.

Angesichts der prekären Tabellensituation und des überaus wichtigen Auswärtsspiels am Sonntag beim 1. FC Kleve kann der Fußball-Oberligist SC Union Nettetal eigentlich keine große Ablenkung gebrauchen. Doch Anfang der Woche wurde es noch mal richtig hektisch rund um die Christian-Rötzel-Kampfbahn.

Und das, obwohl die Nettetaler dem sogenannten Deadline-Day, also dem Ende der Sommer-Transferperiode, eigentlich ganz entspannt entgegen schauen konnten. Denn schon am Donnerstag der Vorwoche hatten sie sich die Unterschriften den beiden Niederländer Dave Nieskens und Aleksandar Stankov gesichert und damit zwei wichtige Neuzugänge sicher geglaubt. Doch genau diese Unterschriften auf den Arbeitspapieren als Vertragsamateur wurden plötzlich zum Problem. „Weil die beiden Neuen aus dem Ausland kommen, wäre in dieser Konstellation plötzlich der Weltverband FIFA mit im Boot gewesen. Und das hätte die ganze Angelegenheit noch komplizierter gemacht“, erklärt SCU-Abteilungsleiter Dirk Riether.

Und Komplikationen, die die Erteilung der Spielberechtigungen für die beiden noch weiter verzögern, können die Nettetaler in ihrer Lage überhaupt nicht gebrauchen. Schließlich wollen sie im Kampf gegen den Abstieg so schnell wie möglich von der Qualität und der Erfahrung des Duos profitieren. So mussten Riether und seine Vorstandskollegen kurzfristig mit den beiden Niederländern Kontakt aufnehmen und in kürzester Zeit alles bis dahin in die Wege geleitete rückabwickeln, um sie wie die meisten Mannschaftskollegen als gewöhnliche Amateure in die Mannschaft zu nehmen und entsprechend eine Spielberechtigung zu beantragen. Doch auch das dauert seine Zeit, im schlechtesten Fall bis zu 30 Tage.

„Das würde uns natürlich überhaupt nicht passen. Aber wir können jetzt nichts mehr tun und müssen abwarten“, sagt Dirk Riether. Zwar hat sich SCU-Geschäftsführer Rudolf Treker schon des Öfteren telefonisch erkundigt, doch beschleunigen kann das den Prozess auch nicht. Zwar hatten die Nettetaler noch ein Fünkchen Hoffnung, dass sie am Freitag noch eine freudige Botschaft erreicht, doch realistischer ist es, dass die Spielberechtigungen für Nieskens und Stankov erst nächste Woche kommen.

„Natürlich hätten wir die beiden gerne gegen Kleve dabei gehabt“, gesteht Andreas Schwan, „aber wir können es nicht ändern.“ Doch auch wenn es gerade in der Abwehr personell nach wie vor sehr eng ist, ist der SCU-Coach überzeugt davon, mit seinem aktuellen Kader in Kleve bestehen zu können. Auch deswegen, weil die Spieler sich nach der unglücklichen Niederlage gegen den VfB Hilden gar nicht lange in Selbstmitleid ergingen, sondern eher nach vorne gucken wollten. „Wir wollen uns als Team an den positiven Dingen aus den Spielen gegen Ratingen und Hilden hochziehen“, betont Schwan.

Obwohl auch die Klever bei zwei Punkten aus fünf Spielen alles andere als optimal in die Saison gestartet sind, haben sie mehr Positives, mit dem sie ihr Selbstvertrauen aufmöbeln können. Schließlich machten sie in den beiden jüngsten Ligaspielen gegen Hilden (2:2) und Baumberg (3:3) jeweils aus deutlichen Rückständen noch Unentschieden, außerdem gelang ihnen am MIttwoch ein deutlicher Sieg im Niederrheinpokal beim Landesligisten MSV Düsseldorf. „Das wird ein ganz schweres Auswärtsspiel, denn Kleve befindet sich im Aufwärtstrend und will bestimmt mit aller Macht den ersten Heimsieg“, meint Andres Schwan. Auch aus der vorigen Saison haben die Nettetaler keine guten Erinnerungen an Kleve, damals gingen beide Partien verloren. Feststeht: Für beide Teams ist das Duell am Sonntag richtungweisend.