SC Union Nettetal vor dem Spiel beim VfB Homberg

Fußball-Oberliga : Das Unmögliche muss Union möglich machen

Mehr Außenseiter geht kaum. Doch Fußball-Oberligist Nettetal braucht in Homberg einen Sieg, um sicher die Klasse zu halten.

Sollte der SC Union Nettetal am Sonntag doch wieder auf den 15. Platz der Fußball-Oberliga abrutschen und damit ein Jahr nach dem Aufstieg direkt wieder in Landesliga müssen, lässt sich dem Team zumindest nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben. Vor dem Saisonfinale beim VfB Homberg trafen sich die Nettetaler sogar am Vatertag morgens um 10 Uhr zum Training, um vor der extrem wichtigen Partie im Rhythmus zu bleiben. Denn eins ist ganz klar: Nur wenn der SCU in Homberg gewinnt, bleibt er sicher in der Liga. Bei allen anderen Ergebnissen sind die Nettetaler auf Schützenhilfe der Gegner von ETB SW Essen (VfB Speldorf) und SC Düsseldorf-West (TuRU Düsseldorf) angewiesen.

Was gut ist an dieser Konstellation: Nettetal hat sein Schicksal noch selbst in der Hand. Schlecht ist allerdings, dass der Spielplan für Union die momentan schwerste nur erdenkliche Aufgabe bereithält. Denn die Homberger sind in der laufenden Spielzeit das Maß aller Dinge. Sie führen die Tabelle mit 82 Punkten souverän an und haben am vergangenen Wochenende beim 2:1-Auswärtssieg gegen den SC Velbert das 100. Saisontor erzielt, auf der anderen Seite stellen sie mit nur 34 Gegentoren auch die beste Abwehr der Liga. In Danny Rankl hat der VfB mit 24 Treffern den aktuell zweitbesten Stürmer der Liga in seiner Reihen. Der Tabellenführer hat in der ganz Saison überhaupt nur ein Spiel verloren (1:2 in Baumberg), blieb im heimischen PCC-Stadion aber ungeschlagen. „Uns ist die Rollenverteilung natürlich klar, aber man hat auch unter der Woche beim Training gespürt, dass trotz des Wissens um die Stärken des Gegners absolut der Glaube da ist, dass auch im Homberg etwas drin ist“, betont SCU-Coach Andreas Schwan.

Wobei sich die Nettetaler keine Hoffnungen darauf machen, dass die Gastgeber wegen der schon seit einigen Wochen feststehenden Meisterschaft mit angezogener Handbremse agieren könnten. „Homberg wird nicht nachlassen“, sagt Schwan und verweist auf die jüngsten VfB-Ergebnisse. Die vermitteln den Anschein, als habe der Regionalliga-Aufstieg für den Saisonendspurt noch mal einen Zusatzschub gegeben. Die jüngsten sechs Partien wurden gewonnen. Auch VfB-Coach Stefan Janßen stellte zuletzt gegenüber dem Reviersport klar: „Jeder der mich kennt, weiß, was ich über Fußball und Fair Play denke. Es ist mir völlig egal, gegen wen wir spielen, wir wollen drei Punkte holen.“

Es sieht also ganz so aus, als gäbe es nichts geschenkt für die Nettetaler. Dennoch gibt er auch andere Gründe für ihre Zuversicht. So stimmt zum Beispiel der Trend im Saisonendspurt, die jüngsten vier Spiele gingen nicht verloren, es wurden acht Punkt geholt. Zudem tut sich die Mannschaft von Andreas Schwan bekanntlich leichter gegen Mannschaften, die selbst das Spiel gestalten wollen. Das lässt sich schon dadurch belegen, dass die Union gegen die aktuellen Top Sechs der Liga gepunktet hat. Eben auch im Hinspiel gegen die Homberger, als es in der Christian-Rötzel-Kampfbahn ein 1:1 gab. „Da haben wir sie gut bespielt. Das hat gezeigt, dass etwas möglich ist“, betont Schwan und ergänzt: „Wir müssen einen hohen Aufwand betreiben, Hombergs Spielfluss unterbrechen, aber auch mutig nach vorne spielen.“ Oder kurz: Es soll eben nichts unversucht bleiben.

Info Am Sonntag fährt ein Fanbus vom Nettetaler Stadion nach Homberg, Abfahrt 13 Uhr. Anmeldung bei Oliver Plenkers unter 01573/7557887.

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