SC Union Nettetal vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Monheim

Fußball-Oberliga : Des Gegners Stärke könnte Nettetal helfen

Am Sonntag empfangen Nettetals Oberliga-Fußballer den 1. FC Monheim. Die Gäste stehen im Niederrheinpokal am Mittwoch vor dem wohl spektakulärsten Spiel der Vereinsgeschichte. Das könnte im Liga-Alltag für Ablenkung sorgen.

Noch hat Aufsteiger SC Union Nettetal zwar fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz in der Fußball-Oberliga, doch zu den 30 bislang gesammelten Zählern sollten in den neun ausstehenden Partien noch etwa zehn hinzukommen, um am Ende sicher den Klassenverbleib bejubeln zu können. Auf dem Weg dorthin würde auch mal wieder ein überraschender Dreier guttun, am besten schon am Sonntag daheim gegen den 1. FC Monheim. Behilflich dabei könnte den Nettetalern paradoxerweise die Stärke der Gäste in der laufenden Saison sein.

Denn dass die Monheimer nach ihrem Aufstieg im Jahr 2017 derzeit den Anschluss an die Spitzengruppe der Oberliga geschafft haben, zeigt, dass sie unter Trainer Dennis Ruess, der seinen Job 2014 in der Bezirksliga antrat, den nächsten Entwicklungsschritt vollzogen haben. Dazu passt auch, dass die Mannschaft sich im Niederrheinpokal bis ins Halbfinale vorgespielt hat, wo am kommenden Mittwoch gegen den Regionalligisten Wuppertaler SV das womöglich spektakulärste Spiel der Vereinsgeschichte auf dem Programm steht. In Kombination mit dem Heim- und Spitzenspiel am Sonntag darauf gegen den souveränen Tabellenführer VfB Homberg stehen für Monheimer also zwei Ereignisse bevor, die die Konzentration der Spieler vor eher lästigen Pflichtaufgaben wie gegen Nettetal beeinflussen könnten. Es wäre nur allzu menschlich, wenn sich im Unterbewusstsein der Spieler eine vorzeitige Verschiebung der Prioritäten einschliche. Selbst wenn davon auszugehen ist, dass Trainer Dennis Ruess seine Kicker vor genau diesem schon oft beobachteten Phänomen warnen wird.

SCU-Trainer Andreas Schwan mag vielleicht insgeheim hoffen, dass die Monheimer im Vergleich zu ihrem klaren 3:0-Sieg im Hinspiel gegen Nettetal ein paar Prozent weniger Konzentration an den Tag legen, davon ausgehen tut er aber nicht. „Dennis Ruess will vor diesen wichtigen Partien ganz sicher nichts verschenken und wird dementsprechend auf seine Spieler einwirken“, meint Schwan. Zumal das Korsett des FC-Kaders aus Akteuren besteht, die schon über viel Erfahrung verfügen und entsprechend wissen sollten, wie mit solchen Situationen umzugehen ist. Da ist etwa in der Abwehr Tim Kosmala, der nach seiner Zeit in der A-Jugend-Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach schon zwei Regionalliga-Spielzeiten bei der SSVg Velbert absolvierte und nach drei Oberligajahren beim SC Düsseldorf-West nun in Monheim Führungsspieler ist. Oder Mittelfeldspieler Tobias Lippold, der beim 1. FC Köln ausgebildet wurde und nach Regionalligajahren bei Fortuna Düsseldorf und Alemannia Aachen vorigen Sommer nach Monheim wechselte.

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„Monheim gehört vom Personal und vom Etat her in die Top 5 der Liga“, betont Schwan. Auch wenn er sicher nichts dagegen hätte, wenn er mit seinem Team, dem ein Jahr später der Oberliga-Aufstieg gelang, zu ähnlichen Höhenflügen ansetzen würde, zum Vorbild taugt der 1. FC aus seiner Sicht nicht: „Das ist finanziell einfach ein anderes Brett.“ So wird es also weiter darum gehen, das vorhandene Potenzial im jungen SCU-Kader noch weiter hervorzukitzeln. Da passt es. dass in Gestalt von Dominik Dohmen und Nico Drummer zwei weitere Spieler ihre Zusage für die nächste Saison gegeben haben. In der Hoffnung, weiter Oberliga spielen zu können. Eine Überraschung gegen Monheim würde das wieder ein Stück realistischer machen.

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