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SC Union Nettetal nach der Niederlage gegen ETB SW Essen

Fußball-Oberliga : Kein Selbstmitleid bei Union Nettetal

Die Nettetaler scheinen in der Oberliga einfach nicht mehr gewinnen zu können. Das Nachholspiel beim ETB SW Essen verlor das Kellerkind trotz engagierter Leistung 0:1. Mittlerweile wartet Union schon seit zehn Spielen auf einen Sieg.

In Nettetal können sie selbstverständlich auch die Tabelle lesen und die richtigen Schlüsse für sich daraus ziehen. Durch die 0:1 (0:0)-Niederlage im Nachholspiel beim ETB SW Essen im Stadion Am Uhlenkrug hat es der SC Union erneut verpasst, den Rückstand auf die Nichabstiegsplätze wenigstens etwas zu verkürzen. So sitzt die Mannschaft von Trainer Andreas Schwan ganz fest in der Abstiegszone und, fast noch schlimmer, die Spieler konnten trotz engagierter Leistung erneut nichts für das angeknackste Gemüt tun.

„Ich bin weiterhin der Hoffnung, dass der Tüchtige irgendwann auch wieder belohnt wird und das Glück hat. Das haben wir jetzt seit geraumer Zeit nicht“, sagte Andreas Schwan, nachdem er vorher aber schon darauf hingewiesen hatte, dass sich die Nettetaler durchaus im Klaren darüber sind, dass der Negativlauf von nunmehr zehn Punktspielen ohne Sieg (darunter zwei Unentschieden) nicht nur im fehlenden Spielglück begründet liegt. „Wir sind da sehr realistisch, dass es am Ende auch eine Frage der fehlenden Qualität ist, dass wir in Spielen wie heute die Punkte nicht mitnehmen.“ Die fehlende Qualität offenbarte sich in Essen in der ersten Spielhälfte insbesondere mal wieder vor dem gegnerischen Tor. Trotz einer erneut engagierten Leistung reichte es nach dem 0:2 gegen Ratingen auch im zweiten Spiel des Jahres nicht zu einem eigenen Treffer. Mit nur 21 Toren aus jetzt zwanzig Spielen gehören die Nettetaler zu den harmlosesten Teams der Oberliga.

Gegen Essen nahm der jungen Niklas Thobrock die Rolle es verletzten Sturmführers Dimitrios Touratzidis (elf Tore) ein. Er hätte seine Mannschaft auch in Führung bringen können, vergab aber genauso wie Frederik Verlinden nach einer Ecke eine vielversprechende Chance. Zudem entschärfte ETB-Keeper Fabrice Haller einen beherzten Distanzschuss von Dominik Dohmen. Auch die Gastgeber, die sich sehr schwer damit taten, das Spiel zu machen, hatten zwei gute Möglichkeiten, doch ein Kopfball ging knapp vorbei, der andere klatschte an den Pfosten.

Auch nach dem Seitenwechsel gelang es den Nettetalern bei widrigen Bedingungen in der eher unansehnlichen Partie, die Gastgeber weitgehend von ihrem Tor fernzuhalten. Bezeichnend für die Lage der Union war es dann aber, wie in der 72. Minute das ETB-Siegtor fiel. Da sahen zunächst Frederik Verlinden und Torwart Robin Krahnen bei einem langen Ball in die Strafraum nicht allzu gut aus, den nach vorne abgewehrten Ball schoss im Anschluss Malek Fakhro aus vollem Lauf aufs Tor, wo Nico Drummer auf der Linie klärte, im Nachgang staubte dann aber der eingewechselte Julian Kray zum 1:0 ab.

Bei aller Enttäuschung über die erneut unglückliche Niederlage hatte sich Andreas Schwan nach der Partie schnell wieder im Griff. „Ich könnte vor Selbstmitleid zerfließen. Das mache ich aber nicht, sondern sehe, dass sich der Fußball in Nettetal weiterdreht“, sagte der Coach und verwies auf die nun nur noch 14 Spiele, wo jeweils drei Punkte zu vergeben seien. Dass er aber ahnt, wo die Reise hingeht, machte er auch deutlich: „Und wenn es am Ende nicht reicht, dann haben wir die zwei Jahre Oberliga genossen und werden es wieder gemeinsam anpacken.“