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SC Niederkrüchten hofft auf Kooperation mit dem FC Brügge

Fußball : Vier Niederkrüchtener beim FC Brügge

Um seine Jugendspieler besser zu fördern, bemüht sich der SC Niederkrüchten, einen Partnerverein aus der Welt des Profifußballs zu finden. Der FC Brügge aus Belgien scheint interessiert und lud ein Quartett zum Training ein.

Die Fußballszene in der Gemeinde Niederkrüchten durchlebt wahrlich spannende Zeiten. Nachdem Mitte des Jahres der SC Niederkrüchten aus der Taufe gehoben wurde, damit die Spieler von BW Niederkrüchten und SW Elmpt gemeinsam für eine bessere Zukunft spielen können, steht jetzt der nächste Knüller ins Haus. Läuft alles optimal, könnte der SC Niederkrüchten demnächst sogar Partnerverein des belgischen Profiklubs FC Brügge werden. Jedenfalls machte sich eine kleine Delegation des SCN in der vergangenen Woche auf den Weg in die belgische Hafenstadt, um erste Kontakte zu knüpfen. Vier A-Jugendliche nahmen sogar am Training der Brügger teil.

„Das war schon ein tolles Erlebnis. Schließlich hat Brügge einige U16-Nationalspieler in seinen Reihen“, erklärt Marc Kottas. Der Belgier, der seit zehn Jahren in Niederkrüchten lebt, ist die Triebfeder hinter einer möglichen Kooperation zwischen dem Champions-League-Teilnehmer aus Belgien und dem kleinen Verein aus dem Grenzland. Er hat zwar keine offizielle Funktion im Verein, doch er ist Vater des A-Jugend-Spielers Levi Kottas und engagiert sich stark für den SCN. Und weil die Mannschaft in der vergangenen Saison ungeschlagen Meister der B-Jugend-Kreisklasse wurde und aktuell als jüngerer Jahrgang auch die Tabelle der A-Jugend-Kreisklasse anführt, sieht Kottas genau wie das Trainerduo Tim Peters und Christoph Cleophas mehr Potenzial in der Mannschaft, als sie aktuell zeigen kann.

Deswegen ergriff Kottas nach der B-Jugend-Meisterschaft im Frühjahr die Initiative und suchte zunächst hinter der niederländischen Grenze bei VVV Venlo eine Möglichkeit, die Jugend des SCN stärker zu fördern. Dort stieß seine Idee aber auf wenig Gegenliebe. „Uns wurde gesagt, dass unser Niveau zu niedrig sei. Venlo habe schon über 100 Partnervereine, deswegen bestehe kein Interesse an einer Zusammenarbeit.“ Doch Kottas gab nicht auf und schrieb einen Brief an Brügges Präsidenten Bart Verhaeghe. Und siehe da, wenig später meldete sich jemand von der Jugendabteilung und erklärte, dass es durchaus Interesse an einer Kooperation gebe.

„Das war natürlich eine tolle Überraschung“, erinnert sich Kottas, der sich in der Folge daran machte, sich mit seinen Landsleuten, über einen ersten Austausch zu verständigen. Ein Freundschaftsspiel zwischen den A-Jugend-Teams beider Klubs kam nicht zustande. Zum einen, weil Brügge in der Meisterschaft und der europäischen Youth League so stark eingebunden sind, dass kein Termin gefunden werden konnte. Zum anderen, weil der Leistungsunterschied zu groß ist. So einigten sich beide Vereine darauf, zunächst vier Niederkrüchtener nach Brügge zu schicken, damit sie dort beim Training der U16 zeigen können, was in ihnen steckt. Neben Torwart Tim Friedrich traten vergangene Woche noch Mittelfeldspieler Levi Kottas und die beiden Stürmer Jonas Hofmann und Fynn Derichs den Weg nach Belgien an. Mit dabei war auch Trainer Tim Peters sowie Marc Kottas und seine Frau Denise.

Das SCN-Quartett absolvierte den ganzen Tag über unterschiedliche Trainingseinheiten, die die Jugendtrainer für sie und Brügges U16 zusammengestellt hatten. Nach einem Auftakt mit einem physischen Schwerpunkt stand zunächst ein Badmintonturnier an. Nach einer Mittagspause kam dann für zweieinhalb Stunde auch der Fußball ins Spiel. „Unsere Jungs haben sich super geschlagen. Auch wenn die Belgier jünger waren, war es toll, dass kein Unterschied zu sehen war“, sagt Marc Kottas.

Mit seinem Vorstoß in Richtung Brügge kam Kottas offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn am Rande des Trainings erfuhr er, dass die Belgier noch keine Partnervereine im Ausland haben, das aber dringend ändern wollen, um in Konkurrenz zu den anderen großen Klubs auf belgischer und europäischer Ebene den Pool an möglichen Talenten deutlich zu erweitern. Wohl auch vor dem Hintergrund, dass die Brüggener gerade ein Nachwuchs-Leistungszentrum für 16 Millionen Euro bauen.

Ob der kleine SC Niederkrüchten in diesen Dimensionen künftig eine Rolle spielt, ist noch ungewiss. „Wir hoffen natürlich, dass wir profitieren können, indem Brügges Trainer auch unser Training verbessern. Es ist einmalig, was die aus den Jungs herausholen“, meint Kottas. Er und seine Mitstreiter vom SC Niederkrüchten warten jetzt auf Nachricht aus Belgien. „Wir hoffen natürlich, dass es weitergeht.“