Fußball: Saleh übernimmt Traineramt in Viersen

Fußball : Saleh übernimmt Traineramt in Viersen

Gestern meldete Fußball-Landesligist 1. FC Viersen Vollzug: Nach der Trennung von Steve Jäck wird der bisherige Sportliche Leiter Daniel Saleh Trainer. Bei seinem ersten Spiel ist ausgerechnet Titelanwärter TSV Meerbusch zu Gast.

Was Ronny Mustac in seiner Funktion als Fußball-Obmann des 1. FC Viersen gestern verkündete, war zu erwarten gewesen: Auf Steve Jäck, von dem sich der Verein am Sonntag nach der 0:8-Pleite im Niederrheinpokal gegen den FSV Duisburg trennte, folgt Daniel Saleh als neuer Trainer. Der 33-Jährige leitete gestern Abend die erste Übungseinheit und wird am Sonntag im Heimspiel gegen Titelanwärter TSV Meerbusch erstmals die sportliche Verantwortung tragen. Co-Trainer wird wie bisher Alexi Triantafillidis sein, der am Mittwoch als Interimscoach das 0:3 in Heiligenhaus nicht verhindern konnte.

Daniel Saleh war nach einer überaus erfolgreichen Zeit als Trainer bei der DJK/VfL Giesenkirchen erst im Sommer als Sportlicher Leiter an den Hohen Busch gewechselt. Obmann Ronny Mustac hatte den Viersener schon länger beobachtet und war so überzeugt von dessen Arbeit, dass er die Chance beim Schopfe packte, als sie sich vor ein paar Wochen ergab. Ob er bei der Verpflichtung auch im Hinterkopf hatte, dass Saleh ein guter Plan B sein könnte, falls das Experiment mit dem im Seniorenfußball total unerfahrenen Steve Jäck scheitern sollte, lässt sich nur mutmaßen. Zumal Jäck als Nachfolger von Willi Kehrberg zunächst auch von Erfolg zu Erfolg eilte und die Viersener mit einem tollen Endspurt in der Liga hielt.

Dass die Viersener schon so früh in der Saison die Reißleine zogen, lag neben dem schlechten Saisonstart mit nur einem Sieg aus vier Spielen insbesondere an den desaströsen Niederlagen in der Meisterschaft gegen Nievenheim (0:6) und jüngst im Niederrheinpokal. "Diese Ergebnisse haben uns aufgerüttelt", sagte Mustac gestern. Er betonte, dass er sich Salehs Meinung nach dem desaströsen Pokalauftritt durch einen Anruf in dessen Urlaubsort in der Türkei eingeholt habe, die Entscheidung über die Trennung von Jäck aber alleine vom Vorstand getroffen worden sei. Seine endgültige Zusage, Trainer in Viersen zu werden, hat Saleh erst gestern Morgen nach der Rückkehr aus dem Urlaub gegeben. "Ich bin fußballverrückt und sehr gerne Trainer. Ich habe mich aber auch ein stückweit verpflichtet gefühlt", sagte Saleh - wohl auch mit Blick darauf, dass er im Sommer mit an der Zusammenstellung des neuen Kaders gearbeitet hat. Dementsprechend ist er überzeugt von der Qualitat der Mannschaft. Als erste Maßnahmen will er ihr in personeller und taktischer Hinsicht möglichst schnell eine Struktur verpassen, in der auch gerade die jungen Spieler Halt finden und ihre Leistung abrufen können.

"Außerdem lege ich wie schon in meiner Zeit in Giesenkirchen großen Wert darauf, dass wir eine wirkliche Mannschaft auf den Platz bringen, in der einer für den anderen alles gibt", sagte Saleh. Dass er es jetzt mit Spielern zu tun bekommt, die offenbar auch gegen seinen Vorgänger gespielt haben, bereitet Saleh keine Sorgen. Er sieht kein generelles Charakterproblem im Kader. Es seien gute Jungs, denen er aber noch mal verdeutlichen müsse, dass nicht alleine die individuellen Qualitäten wichtig seien, sondern dass die Gemeinschaft über allem stehe. "Das werde ich auch einfordern. Und wenn ich sehe, dass das nicht klappt, dann müssen wir im Winter noch mal personell reagieren", betonte Saleh. Dass es in seinem ersten Match gleich gegen Topfavorit Meerbusch geht, nimmt er sportlich: "Ich kann versprechen, dass wir Leidenschaft, Kampfgeist und Zweikampfstärke zeigen werden. Und dann gucken wir mal, was dabei rauskommt."

(RP)
Mehr von RP ONLINE