René Jansen marschiert mit Straelen in die Regionalliga

Fußball : Ohne Umwege in die Regionalliga

Für den Viersener René Jansen ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Mit dem SV Straelen gelang dem 27-Jährigen nach dem Aufstieg in die Fußball-Oberliga nun der nächste große Karriereschritt.

René Jansen ist mit dem SV Straelen der Durchmarsch in Fußball-Regionalliga gelungen. „Das begreife ich erst jetzt so langsam. Sportlich ist das das Größte. Mehr geht als Amateursportler nicht“, sagt der 27-jährige Viersener. Für die Straelener war er – mit Blick auf die Statistik - der Spieler der Saison. Der Ex-Amerner stand als einziger Akteur im Kader in allen 34 Oberliga-Spielen auf dem Feld. 2956 Einsatzminuten kamen so zustande. Außerdem erzielte er mit 21 Treffern die meisten Tore. Das spülte ihn auf den dritten Rang in der Torjägerliste.

Jansen nimmt es ganz bescheiden. „Meine Mannschaftskollegen sagen, ich hätte ein gutes Näschen“, berichtet Jansen. Meistens habe er einfach richtig gestanden und wenig Mühe gehabt, den Ball über die Linie zu drücken. Auf der anderen Seiten räumt er jedoch auch ein, noch nie in seiner Karriere so viel für den Erfolg investiert zu haben. Ganz besonders neben dem Trainingsplatz. So ist der Besuch im Kraftraum nach dem eigentlichen Fußballtraining beinahe Normalität geworden. „Wir haben viele Jungs mit Ambitionen. Da wird nach dem Training kein Bier getrunken, sondern noch etwas an der Fitness gearbeitet“, sagt er. Den Effekt der Zusatzschichten spürt er deutlich. „Ich versuche, den Körper zu pflegen. Es geht darum, Verletzungen vorzubeugen. Mit 18 oder 19 Jahren denkt man da nicht dran. Aber wenn ich heute auf einem schlechten Platz spiele, habe ich Rückenschmerzen“, berichtet Jansen.

Die Zusatzeinheiten sind ihm in Fleisch und Blut übergegangen. Denn obwohl er sich nach dem historischen Aufstieg in die Regionalliga eigentlich erholen wollte, erwischte er sich schon am dritten Tag im Fitness-Studio. Ihn treibt das Ziel an, sich auch in der Regionalliga beweisen zu wollen. „Für mich war der Wechsel von Amern nach Straelen genau richtig. Ich wollte mir selber beweisen, dass ich das kann. Dass es so hingehauen hat, war mein Wunsch. Es hätte aber auch anders laufen können“, sagt er.

Für ihn ist alles aufgegangen, angefangen vom Aufstieg aus der Landesliga in die Oberliga bis hin zum dramatischen Saisonfinale in der Oberliga, welches die Straelener mit dem Aufstieg krönten. Drei Spieltage vor dem Saisonende sah es nach dem 0:3 beim Tabellendritten VfB Homberg nicht mehr nach dem Aufstieg aus. „Wir sind mächtig unter die Räder gekommen, aber wir haben an uns geglaubt“, sagt Jansen. Weil auch die SpVg. Schonnebeck dann in Homberg Federn ließ, wurde der Weg für Straelen am Ende wieder frei. „Wir mussten im letzten Spiel gegen Fischeln gewinnen. Der Druck war sehr groß. Ich habe in der Nacht vorher kaum geschlafen und hatte im Spiel in der 50. Minute schon Krämpfe. Das hatte ich noch nie“, berichtet Jansen. Am Ende reichte es locker. Gegen die als Absteiger feststehenden Fischelner feierte Straelen mit einem 8:0 die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga. „Wir mich war das eines der schönsten Ereignisse neben dem Erfolg mit Amern in der Abstiegsrelegation. Da haben wir genauso gefeiert“, sagt Jansen.

Ihm bleibt allerdings wenig Zeit, den Erfolg zu genießen. Da die Saison in der Regionalliga schon Ende Juli beginnt, müssen die Spieler mit mageren zwei Wochen Pause auskommen, bevor es wieder in die Vorbereitung geht. Dann mit noch mehr Aufwand. Vier Trainingseinheiten werden in Zukunft zum Standard. Hinzu kommen weitere Fahrten. Für Jansen, der in diesem Sommer mit seiner Freundin in Dülken ein neues Haus bezieht, wird es dann erneut eine besondere Herausforderung, Privates, seinen Beruf als Finanzbuchhalter und Kassenleiter und den Sport unter einen Hut zu bekommen. Er freut sich aber darauf, vorausgesetzt, die Sache mit dem neuen Vertrag geht klar. „Wir hatten vorher lose Gespräche. Es sollte Formsache sein“, sagt René Jansen.