PGA Seniors Championship zum zweiten Mal beim GC Haus Bey in Nettetal

Golf : Lokalmatador will aufs DM-Treppchen

Zum zweiten Mal in Folge findet auf der Anlage des GC Haus Bey die PGA Seniors Championship statt. Mit von der Partie ist auch Glenn Pease. Der heimische Golflehrer geht mit guten Chancen ins Rennen, er will unter die Top Drei.

Wo sich Glenn Pease als sogenannter Teaching Pro, also professioneller Golflehrer, normalerweise um die Schwünge seiner Schüler kümmert, stand am Freitag sein eigenes Spiel im Mittelpunkt. Schließlich steigt von Montag bis Mittwoch auf der idyllischen Anlage des GC Haus Bey zum zweiten Mal in Folge die sogenannte PGA Seniors Championship, also die Deutschen Meisterschaften der Golf-Senioren. Und da möchte Pease als einziger Lokalmatador weit vorne landen.

Nach Platz vier im Vorjahr bei den Senioren ab 50 Jahren will er dieses Mal gerne aufs Siegertreppchen. „Ich habe vor zwei Wochen ein Turnier auf NRW-Ebene gespielt und versuche seitdem, täglich etwas zu tun“, sagt Pease. Im Alltag hat der 53-jährige, gebürtige Engländer aus Leeds in der Regel keine Zeit, um sich um sein eigenes Spiel zu kümmern. Doch angesichts des Großereignisses auf heimischem Platz schaufelt er sich eben etwas Zeit frei. Seit 2001 ist er als Golflehrer im GC Haus Bey aktiv und hat sich dort im Laufe der Jahre sehr gut eingelebt. So gut, dass er die relativ weite Anreise von seinem Wohnort in Dormagen-Zons in Kauf nimmt.

Pease kennt den Platz zwischen den Hinsbecker Höhen und den Krickenbecker Seen aus dem Effeff. „Das hilft natürlich. Aber die anderen Jungs haben teilweise auch schon hier gespielt und sind alle sehr erfahren“, erklärt Glenn Pease. So ist zum Beispiel Titelverteidiger Paul Archbold vom Golf- und Country Club Seddiner See wieder dabei. Im Feld sind aber noch viele weitere erstklassige Spieler, die in früheren Jahren auch bei den großen Profiturnieren dabei waren. Etwa der Vorjahresdritte Mark Stevenson vom Gut Rieden am Starnberger See. oder Oliver Eckstein aus Hamburg und Richard Muscroft vom GC Schloss Westerholt.

Einen weiteren kleinen Vorteil haben haben die fleißigen Greenkeeper vom GC Haus Bey Glenn Pease in den vergangenen Tage genommen. Mit Blick auf die Großveranstaltung stutzten sie nämlich das ziemlich hoch gewachsene Gras im sogenannten Rough. „Das macht es für externe Spieler einfacher“, weiß Pease, der die Angelegenheit aber ziemlich locker nimmt. Er stellt seine Strategie einfach um. „Jetzt kann ich etwas risikoreicher spielen, weil es einfacher ist, den Ball wiederzufinden, wenn er mal etwas aus der Bahn gerät.“

Überhaupt ist Pease ein ziemlich lockerer Typ. Als er im vergangenen Jahr auf der letzten Runden zwei Strafschläge kassierte, weil er aus Versehen, den Ball eines Mitspielers schlug, nahm er es sportlich: „Da habe ich einen Moment nicht aufgepasst. Aber das ist auch mit meinem Mitspieler total fair abgelaufen“, erinnert sich Pease. Nur gut, dass es auch ohne die beiden Strafschläge nicht zu Platz drei gereicht hätte.

Weil Pease aktiv ins DM-Geschehen eingreift, müssen seine Golflehrer-Kollegen beim GC Haus Bey Andrew Duck und Christiane Stenger in der Turnier-Organisation auf ihn verzichten. Doch dass das gut klappt, hat das vergangene Jahr gezeigt. Nicht umsonst hat de PGA of Germany die Veranstaltung zum zweiten Mal in Folge nach Nettetal vergeben. „Wir sind froh über die Neuauflage beim GC Haus Bey. Das bringt Prestige für die Anlage, den Eigentümer und den Klub“, sagt Andrew Duck, der nicht nur bei der DM als Turnierdirektor aktiv ist, sondern auch bei vielen anderen Wettbewerben der PGA of Germany. Dass sich die Vorzüge des Golfplatzes in Nettetal schon herumgesprochen haben, macht auch das Plus bei den Meldungen deutlich. Waren es im Vorjahr 70 Spieler, die in beiden Turnierklasse Senioren (über 50 Jahre) und Super-Seniors (über 60 Jahre) dabei sein wollten, sind es dieses Mal 92. Entsprechend größer wird auch der Effekt für die Stadt Nettetal sein. „Uns ist es wichtig, dass auch Hotels und Restaurants profitieren. Alle sollen stolz sein, einen so tollen Golfplatz in der Stadt zu haben“, betont Duck. Und wenn dann Lokalmatador Glenn Pease tatsächlich unter die ersten Drei käme, könnten sie sogar noch stolzer sein.