1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen
  4. Regionalsport

Oberliga: Frühzeitiger Klassenerhalt für Union Nettetal dank Aufstiegsrunde?

Union Nettetal in der Oberliga : Frühzeitiger Klassenerhalt dank Aufstiegsrunde?

Analyse Der SC Union Nettetal erlebt einen Erfolgslauf: 16 Punkte holte das Team aus den vergangenen acht Spielen. Nach schlechtem Start besteht wegen des neuen Ligasystems nun sogar Hoffnung auf einen frühzeitig Ligaverbleib. Trainer Andreas Schwan nennt die Gründe der guten Entwicklung.

Es läuft derzeit beim SC Union Nettetal. Besser als erwartet sogar. Am Wochenende feierte die Mannschaft bei Jahn Hiesfeld mit einem 3:1-Erfolg den zweiten Sieg in Serie und liegt mit 19 Punkten nach 14 Spielen sicher im Mittelfeld der Tabelle. Derzeit ist es der elfte Rang, der nach Beendigung der sogenannten „Einfachrunde“ einen Platz in der „Aufstiegsrunde“ bedeuten würde. Denn die Oberliga teilt sich für die Rückrunde, um den Spielbetrieb zu reduzieren. Eine Gruppe spielt dann um den Aufstieg, die andere gegen den Abstieg. Die Trennung erfolgt ab Platz elf. Und wer dann in der Aufstiegsrunde steht, der kann nicht mehr absteigen. Der Klassenerhalt wäre frühzeitig sicher. Und um mehr geht es für Nettetal nicht.

„Grundsätzlich freuen wir uns über diese Momentaufnahme, was aber nichts an unserer Zielsetzung in dieser starken Liga ändert: Wir wollen am Ende die Klasse halten. Wenn das über den direkten Weg klappt, also die Aufstiegsrunde, wäre das sensationell“, sagt Trainer Andreas Schwan zur aktuellen Situation, fügt aber auch an: „Momentan blicken wir aber nicht darauf, sondern tun gut daran, weiterhin jedes Spiel im Einzelnen zu betrachten.“

  • Der Opladener Justus Wendler im Spiel
    Handball in der Region : Reserve des TuS 82 gerät früh ins Hintertreffen
  • Lars Allofs möchte mit der Viktoria
    Fußball-Kreisliga B, Gruppe zwei : Viktoria Winnekendonk ist bereit für den Aufstieg
  • Pal Dardai.
    Krise beim Bundesligisten : Hertha feuert Trainer Dardai - Korkut übernimmt

Für Schwan ist nach eigenem Bekunden jede Partie derzeit ein kleines Endspiel. Die Punkte aus der Einfachrunde werden nämlich mit in die Auf- und Abstiegsrunde übernommen. Daher kann es derzeit nur das Ziel sein, so viele Zähler wie möglich zu sammeln – um auch im Falle einer Teilnahme an der Abstiegsrunde ein Punktepolster zu haben. Je nach Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga West müssen voraussichtlich sechs Mannschaften am Saisonende den Gang in die Landesliga antreten.

Dabei war der Start in die Saison alles andere als verheißungsvoll: Nur beim 2:1-Auswärtssieg bei der SpVg Sterkrade-Nord holte man in den ersten sechs Partien einen Sieg – ansonsten gab es fünf Niederlagen. „Der Ertrag passte einfach nicht zum Aufwand, den wir geleistet haben“, sagt Schwan. Etwas überraschend gelang dann am 7. Spieltag der 4:2-Heimerfolg gegen den damaligen Tabellenführer Ratingen 04/19. Den Brustlöser für die derzeitige Erfolgswelle sieht Schwan allerdings im 3:0-Erfolg gegen den 1. FC Mönchengladbach am 9. Spieltag. Damals zählte für ihn und seine Mannschaft nur ein Sieg im Derby. „Der Mannschaft hat man in der Trainingswoche davor schon angemerkt, dass der Druck groß war, da wir alle den Anspruch haben, auch weiterhin Oberliga in Nettetal zu spielen“, sagt der SCU-Coach.

Die knappen Niederlagen zu Saisonbeginn arbeitete das Trainerteam zuvor intern gemeinsam mit den Spielern kritisch auf. Es wurden die teilweise zu einfachen Fehler angesprochen, man wollte daraus lernen und künftig noch fokussierter in den entscheidenden Momenten agieren. Zugleich stellten die Union-Verantwortlichen aber trotz magerer Ergebnisse nicht alles infrage, sondern blieben ihrer Arbeitsweise treu.

„Ein entscheidender Faktor für mich ist, dass wir es im Vergleich zu den Vorjahren geschafft haben, vor allem in den direkten Duellen zu punkten. Dadurch haben wir unsere unmittelbaren Konkurrenten um den Ligaverbleib auch ein Stück weit auf Abstand gehalten“, sagt Schwan weiter. Fünf der sechs Siege gelangen gegen SpVg Sterkrade-Nord, 1. FC Mönchengladbach, FSV Duisburg, Sportfreunde Niederwenigern und nun gegen TV Jahn Hiesfeld – alles Mannschaften, die zwischen Platz 15 und 23 in der Tabelle rangieren. Hinzu kam das späte 1:1-Unentschieden gegen den SC Velbert, aktuell auf Platz 18.

„Der Verein bietet uns ideale Rahmenbedingungen und der Zusammenhalt aller Beteiligten ist spürbar. Seit Beginn der Saisonvorbereitung arbeiten wir gemeinsam mit den Jungs noch akribischer und haben feste Prinzipien, wie wir auf dem Platz agieren wollen. Wir sind variabler geworden und versuchen jeden Gegner vorher unter die Lupe zu nehmen, um uns dann einen Plan zurechtzulegen, wie wir möglichst erfolgreich agieren können“, erklärt Schwan.

Den Dienstag nutzt er mit seiner Mannschaft dabei in der Regel für die Athletik und technische Aspekte im Training. Am Mittwoch und Freitag bereitet er seine Mannschaft gezielt auf den kommenden Gegner vor. Dank eines Videoanalysten, der sich auch vor Ort gegnerische Spiele anguckt, hat Schwan die nötigen Informationen bereits zur Wochenmitte beisammen. Mit diesen Infos gestaltet er zusammen mit dem Trainerteam die Trainingseinheiten, die nicht selten zwei Stunden dauern.

Der derzeitige Erfolg der Nettetaler ist dabei noch einmal höher zu bewerten, wenn man sich einmal die Kader der einzelnen Mannschaften anguckt. Teams wie SSVg Velbert, 1. FC Bocholt, TVD Velbert oder auch der FSV Duisburg haben etliche ehemalige Profispieler im Aufgebot. Die Nettetaler stellen hingegen das jüngste Team der Liga und vertrauen überwiegend auf Spieler aus der Region, die häufig noch nie in der Oberliga aktiv waren. So wechselte beispielsweise Leon Falter vom Landesligisten ASV Süchteln zum SCU. In der gleichen Liga spielten zuvor auch Justin Butterweck (1. FC Viersen) und Ahmetilhan Yavuz (VfR Fischeln).

„Natürlich ist es schön, wenn es gerade läuft und eine Entwicklung erkennbar ist. Der Blick geht für uns aber weiterhin nach unten. Am Ende ist für uns wichtig, dass wir sechs Mannschaften hinter uns zu lassen“, sagt Schwan abschließend. Eine gute Basis ist dafür bereits gelegt.