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Fußball: Nur Dilkrath muss aktuell nicht zittern

Fußball : Nur Dilkrath muss aktuell nicht zittern

In der Fußball-Bezirksliga sind gleich drei Teams aus dem Grenzland mit großen Abstiegssorgen in die Winterpause gegangen. Die Dilkrather überwintern dagegen im bequemen Mittelfeld. Teutonia St. Tönis ist auf dem Weg zum Titel.

Der Wintereinbruch hat in den vergangenen Wochen für ein unregelmäßiges Jahresende in der Fußball-Bezirksliga gesorgt. Von den vielen Spielabsagen waren auch die Mannschaften aus dem Grenzland betroffen, von denen unter dem Strich nur eine Mannschaft mit guten Gefühlen in die Winterpause gehen kann. Höchste Zeit, um eine Zwischenbilanz der bisherigen Saison zu ziehen.

 Dilkraths Coach Fabian Wiegers zeigt wo's lang geht.
Dilkraths Coach Fabian Wiegers zeigt wo's lang geht. Foto: Busch

Alles andere als die Meisterschaft wäre eine Enttäuschung Tabellenführer, die meisten Tore, die beste Heimmannschaft und mit Burhan Sahin den treffsichersten Spieler in den eigenen Reihen - Teutonia St. Tönis überwintert nicht zu Unrecht auf dem Platz an der Sonne. Nachdem in der vergangenen Saison noch einiges schiefgelaufen ist und die Teutonia schon früh nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun hatte, läuft es unter Trainer Thomas Kerwer wesentlich besser. Der Aufstieg soll unbedingt her, um nach zwei Jahren Abstinenz wieder in die Landesliga zurückzukehren. Doch Vorsicht: Das Gladbacher Aufstiegsduo, gebildet vom Rheydter SV und Victoria Mennrath, spielt eine starke Saison und übt enormen Druck auf den Spitzenreiter aus, ebenso wie die Holzheimer SG als Tabellendritter. Auch die DJK/VfL Giesenkirchen hofft, vielleicht noch ein Wörtchen um den Relegationsplatz mitreden zu können. Die Entscheidung ist hier also noch lange nicht gefallen.

 Markus Steffens hat das Kommando in Brüggen übernommen.
Markus Steffens hat das Kommando in Brüggen übernommen. Foto: Fupa
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Nach dem Aufstieg folgte die Ernüchterung Der Jubel war groß, als der TSV Kaldenkirchen im vergangenen Sommer mit der jüngsten Mannschaft der Kreisliga A den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt gemacht hatte. Den Verantwortlichen war vor der laufenden Saison bewusst, dass sie mit der noch unerfahrenen Truppe ein schwieriges Jahr vor sich haben, was sich nun bestätigt. Kaldenkirchen steht auf dem letzten Tabellenplatz und hat schon neun Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Ebenso holprig läuft es beim SC Waldniel, der mit zehn Punkten nur einen Zähler mehr auf dem Konto hat als der TSV und in höchster Abstiegsgefahr steckt. Mit dem SSV Strümp, dem VfL Willich und der Reserve des 1. FC Mönchengladbach gesellen sich drei Mannschaften hinzu, die schon vergangene Saison quasi bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern mussten. In Gestalt von TuRa Brüggen ist eine weitere Grenzland-Mannschaft noch in Abstiegsgefahr, auch der TuS Grevenbroich muss bangen.

Fortuna Dilkrath hat dazugelernt Wie gewohnt hat sich im Laufe der Hinrunde bereits ein Niemandsland in der Tabelle entwickelt. Neben dem SSV Grefrath, dem SV Lürrip, der SG Kaarst sowie dem SV Bedburdyck/Gierath und die DJK Gnadental zählt auch Fortuna Dilkrath dazu. In diesen Gefilden fühlt sich die Mannschaft von Trainer Fabian Wiegers nach dem großen Zittern in der vergangenen Saison pudelwohl. Denn im Vergleich zur Vorsaison haben es die Schwalmtaler geschafft, etwas mehr Konstanz in die Ergebnisse zu bekommen. Dies führte dazu, dass die Fortuna bereits vor der Winterpause elf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz hat.

Trainer, wechsel dich Eben die Dilkrather waren es, die aus Grenzland-Sicht in dieser Saison ihren Trainer noch nicht gewechselt haben - und das natürlich aus gutem Grund. Bei den anderen heimischen Vereinen war in der ersten Saisonhälfte bereits ein reges Stühlerücken angesagt. Erst übernahm Björn Kox beim SC Waldniel für den zurückgetretenen Hans Weecks, Rund einen Monat später nahmen Michael Bieck und Uli Haas in Kaldenkirchen ihren Hut, woraufhin André Küppers das Kommando übernahm. Ein paar Kilometer weiter gaben Tommy Offermanns - der in der Rückrunde wieder als Spieler bei Fortuna Dilkrath aufläuft - und Björn Tscheslog ihren Rücktritt bei TuRa Brüggen bekannt. In Peter Willemsen wurde erst ein Interimstrainer, wenig später in Markus Steffens eine langfristige Lösung gefunden. Auch außerhalb des Grenzlandes wurde auf den Trainerpositionen getauscht: Beim SV Lürrip übernahm Ex-Profi Bekim Kastrati, der gleich mal vier Siege aus vier Spielen holte und den Verein vom Abstiegskampf befreite. Zudem steht bei TuS Grevenbroich in Lars Faßbender seit kurzem ein Interimstrainer an der Seitenlinie.

Derbyzeit ist nicht Waldniels Zeit Schon in der ersten Saisonhälfte der Bezirksliga spielten sich einige denkwürdige Begegnungen ab. Vor allem am neunten Spieltag, als Spitzenreiter St. Tönis den SV Lürrip mit 9:0 abgefertigt hatte und Victoria Mennrath mit 9:3 gegen Brüggen gewann. Nur wenige Tage nach dem irren Bundesliga-Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 (4:4) spielten sich in St. Tönis ähnliche Szenen ab, als die Teutonia die tolle Aufholjagd des SC Waldniel jäh stoppte und in der Nachspielzeit noch mit 5:4 gewann. Genauso wenig Glück hatten die Waldnieler mit ihren bisherigen Derbys in der laufenden Saison. In Dilkrath (0:5) und in Brüggen (1:5) kam der Sportclub mächtig unter die Räder, lediglich beim 2:2 in Kaldenkirchen sprang ein Punkt heraus. In der Derby-Tabelle hat der TSV einen Zähler mehr auf dem Konto als Waldniel. Fortuna Dilkrath hatte richtig Lust auf die Lokalduelle und holte sieben Punkte in den direkten Vergleichen, TuRa Brüggen blieb ebenfalls ungeschlagen und holte fünf Zähler.

(vdb)