Tennis: Neue Tennis-Regel sorgt für Aufsehen

Tennis : Neue Tennis-Regel sorgt für Aufsehen

In der bevorstehenden Freiluftsaison dürfen die Vereine erstmals Spieler in zwei Altersklasse unbegrenzt einsetzen. Das Meinungsbild zu der neuen Regelung fällt in der heimischen Tennisszene recht unterschiedlich aus.

In einem Monat startet die Freiluftsaison der Tennisspieler. Doch schon bevor es auf der roten Asche wieder ernst wird, sorgt eine ebenso überraschende wie kuriose Regeländerung des Tennis Verbandes Niederrhein (TVN) für Aufsehen und eine Menge Diskussionsstoff bei den heimischen Tennisvereinen des Grenzlandes.

Besagte Neuregelung findet sich in der aktuellen TVN-Wettspielordnung unter Paragraf 12, Absatz 4: "Spieler dürfen in einer Spielzeit in zwei Erwachsenen-Altersklassen eines Vereins gemeldet und unbegrenzt eingesetzt werden." Weiter heißt es dort: "Ein Spieler darf am selben Kalendertag nur in einer Mannschaft und damit auch Altersklasse eingesetzt werden." Dass ein Spieler in einer Saison in zwei Erwachsenen-Altersklassen eines Vereins gemeldet und unbegrenzt eingesetzt werden, ist völlig neu und wirkt auf langjährige Medenspieler auf den ersten Blick befremdlich. Die Neuregelung erfordert ein taktisches Umdenken nicht nur bei den Sportwarten und Mannschaftskapitänen. Letztlich muss sich jeder Medenspieler selbst fragen: Was bedeutet diese Regelung für mich? Möchte ich künftig vielleicht für zwei Mannschaften auflaufen?

Bei den Aktiven im Grenzland ist allenthalben noch Zurückhaltung und Verunsicherung zu spüren. Die Meinungen und Erwartungen der heimischen Cracks gehen durchaus auseinander. Stefan Remigius, ehemaliger Kreissportwart und aktueller Sportwart beim TC Dülken, meint zum Beispiel: "Ich sehe diese Regelung sehr positiv. Tennis braucht gewisse Veränderungen. Insgesamt wird diese Regel dem Medensport weiterhelfen.

Kleinere Clubs werden es damit hoffentlich schaffen, ihre Teams in verschiedenen Altersklassen weiter an den Start bringen zu können. Und die großen Clubs, die ambitioniert in den höheren Ligen aktiv sind, werden auch von dieser Regel profitieren." Dem hält Dietmar Orth, Teammanager der ersten Herrenmannschaft beim Viersener THC, entgegen: "Ich beurteile diese Neureglung als Augenwischerei, denn sie beseitigt ja keinen Spielermangel. Wenn eine Altersklasse in einem Verein zu schwach besetzt ist, dann liegt der Fehler doch ganz woanders."

Gemischte Gefühle offenbart auch Stefan Schmitz, Kapitän der Verbandsligaherren 50 des Elmpter TC: "Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Die neue Regel dürfte sich positiv für Mannschaften auswirken, die knapp an Leuten sind und sich so Aushilfe verschaffen können. Aber es wird dann sicherlich bei entscheidenden Begegnungen wie Auf- und Abstiegsspielen taktisch ausgenutzt. Hier befürchte ich Wettbewerbsverzerrungen. Und letztlich wird es auch viel schwerer, die gegnerischen Teams richtig einzuschätzen".

Derartig große Veränderungen erwartet Stefan Remigius eher nicht: "Das wird sich alles in Grenzen halten. Man darf an einem Kalendertag ja nur für ein Team spielen. Auswirkungen dürfte das besonders bei den Altersklassen 60/65 haben. Da werden zum Beispiel nun 65-jährige Spieler, die am Wochenende noch Herren 60 spielen, auch am Dienstag bei den Herren 65 antreten und das als Alternative zum Trainingstag nutzen."

Tatsächlich sind die genauen Auswirkungen der neuen Regelung trotz aller Diskussionen in den Tennisvereinen derzeit noch nicht absehbar und man darf gespannt sein, wie viele Spieler von den neuen Möglichkeiten tatsächlich Gebrauch machen. "Warten wir mal ab, wie die Freiluftsaison verläuft, dann kann man entsprechend reagieren", lautet das vorläufige Fazit von Stefan Remigius vom Dülkener TC.

(anko)
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