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Fußball: Neue Ligen-Einteilung sorgt für kürzere Fahrtwege

Fußball : Neue Ligen-Einteilung sorgt für kürzere Fahrtwege

Der FVN veröffentlichte gestern auch die Landesliga- und Bezirksliga-Gruppen mit heimischer Beteiligung.

Dem gestrigen Freitag haben viele Amateurkicker entgegengefiebert. Denn der Fußball-Verband Niederrhein (FVN) hatte angekündigt, die Gruppeneinteilungen für die neue Saison in den Landes- und Bezirksligen zu veröffentlichen. Bei den Grenzlandvereinen sorgte das Ergebnis überwiegend für Zufriedenheit, denn eines ist sicher: Es gibt mehr regionale Duelle, wodurch die Wege zu den Auswärtsspielen insgesamt deutlich kürzer werden.

Doch nicht überall war die Begeisterung groß. So kommentierte der Viersener Daniel Jungblut, unter anderem als Talentscout von VVV Venlo unterwegs, kurz nach Bekanntgabe der neuen Ligen-Einteilung auf dem Fußballportal FuPa mit Blick auf die neue Landesliga, Gruppe 1, mit Union Nettetal, 1. FC Viersen und VSF Amern: "Die alte Gruppe 2 hatte was von Verbandsliga, das hier sieht jetzt wirklich wieder nach Landesliga aus. Bonjour Tristesse!" Auch Nettetals Sportlicher Leiter Dennis Treker hatte sich schon im Vorfeld der Veröffentlichung durch den FVN in die Richtung geäußert, dass er gerne weiter gegen Mannschaften aus Kleve, Straelen und dem Duisburger Raum spielen würde. Doch daraus wird jetzt nichts, ab August geht es Richtung Neuss, Düsseldorf, Solingen und Wuppertal. Viersens Trainer Willi Kehrberg trauert zwar auch dem einen oder anderen Gegner nach, doch alles in allem kann er mit der neuen Einteilung gut leben: "Wir stellen unsere Mannschaft neu auf. Da passt es doch, dass wir in eine neue Gruppe kommen."

Für ein paar Probleme könnte die neue Gruppe nur mit Blick auf die Vorbereitung sorgen, denn Kehrberg hatte schon Testspiele gegen den TV Kalkum-Wittlaer und den VdS Nievenheim vereinbart. Beides Teams, die in der neuen Spielzeit Gegner sind. "Ich muss jetzt mit den Kollegen sprechen, ob sie ein Problem damit haben", sagt Kehrberg. Zur Stärke der Liga insgesamt kann er noch nicht viel sagen. Er weiß allerdings, dass es in der anderen Gruppe mit Teams wie dem 1. FC Kleve, FSV Duisburg, VfL Rhede und SV Sonsbeck von vornherein gleich mehrere Titelanwärter gibt. Beim Trainerkollegen von den VSF Amern, Dennis Sobisz, herrscht auch ein wenig Wehmut über den Abschied aus Gruppe 2: "Die Vereine vom eher ländlich geprägten Niederrhein passen besser zu uns als der Großraum Düsseldorf." Doch auch bei ihm überwiegt die Zufriedenheit über die künftig deutlich kürzeren Wege: "Es ist ja schon ein Unterschied, ob du jetzt maximal 60 Kilometer ins Bergische Land fährst oder 120 Kilometer nach Rhede." Was das Niveau der Liga anbelangt, will er sich nicht davon blenden lassen, dass in Gestalt von ASV Mettmann, 1. FC Monheim, FSV Vohwinkel, Bayer Dormagen und TSV Meerbusch II gleich fünf Aufsteiger mit von der Partie sind. Schließlich sind in Gestalt von Monheim, Mettmann und Vohwinkel gleich drei Teams darunter, deren Angriffsreihen mit der Empfehlung von deutlich über 100 Toren in der Landesliga antreten. Dazu hat Monheim auch nur 19 Treffer kassiert.

Die heimischen Bezirksligisten spielen zwar wieder in Gruppe 3, doch sie kicken jetzt hauptsächlich mit den Mannschaften aus den Fußballkreises Mönchengladbach/Viersen und Kempen/Krefeld zusammen. "Das bedeutet mehr Derbys und kürzere Wege. Das ist auf jeden Fall attraktiver als in der vergangenen Saison", betont Florian Meier, Sportlicher Leiter des ASV Süchteln. So weit er die Konkurrenz einschätzen kann, ist kein Überflieger dabei wie zuletzt der SV Schwafheim. Für Meier ist ohnehin klar: "Wir wollen wieder oben angreifen." Das sind nicht die Perspektiven von Fortuna Dilkrath. "Egal, wo und gegen wir spielen. Für uns geht es nur um den Klassenerhalt", betont Trainer Rainer Bruse, der mit einer nochmals verjüngten Mannschaft ins Rennen gehen wird. Ob die Zielsetzung gegen die neuen Konkurrenten leichter zu verwirklichen ist, vermag er noch nicht zu sagen: "Dennoch freuen wir uns auf eine Saison mit vielen Gegnern, die wir noch nicht kennen." Auch beim durch viele Abgänge gebeutelten SC Waldniel herrscht Zufriedenheit über die kürzeren Wege. Sportlich kann der neue Trainer Hans Weecks die Lage schwer einschätzen: "Ich rechne mit einem breiten Mittelfeld und hoffe, dass wir nicht zu den negativen Überraschungen gehören."

(RP)