1. NRW
  2. Städte
  3. Viersen
  4. Regionalsport

Aus den Vereinen: Neue Anlagen machen Jugendsport teurer

Aus den Vereinen : Neue Anlagen machen Jugendsport teurer

Der Bau von neuen Sportanlagen schlägt sich mittlerweile oft in den Beiträgen für die Vereinsmitglieder nieder. Und deshalb steigen auch im Kreis Viersen die Mitgliedsbeiträge im Jugendsport. So erhöhte zum Beispiel der Landesligist Union Nettetal kurz nach der Errichtung des Kunstrasenplatzes 2005 seine jährliche Beitragszahlung auf 66 Euro (vorher 42 Euro). Doch die Beitragserhöhung führte in der Jugendabteilung zu "keiner Diskussion innerhalb des Vereins oder unter den Mitgliedern"' betont Jugendleiter Stefan Terporten. "Dazu kommt ein monatlicher Vereinsbeitrag von nochmals 1,50 Euro."

Härtefälle werden unterstützt

Anders sei die Qualität und zwangsweise der Erfolg einfach nicht zu gewährleisten. "Wir wollen Lizenztrainer für unsere Jugendteams haben, um den Jugendlichen die Chance zu geben, sich qualitativ zu entwickeln. Ehrenamtlich wird so etwas einfach nicht mehr gemacht – verständlicherweise." Trainer und Betreuer müssten heutzutage bereits im Jugendbereich einen enormen Zeitaufwand aufbringen. Die Mitgliedschaft sei aber vergleichsweise immer noch recht günstig, meint Terporten weiter.

Besondere Härtefälle gab es bislang nicht. Bei Bedarf würden Familien aber unterstützt, versichert er. Auch wenn keine weiteren Erhöhungen in naher Zukunft geplant seien, könne man sie nie ganz ausschließen. "Heute fehlen auch die Sponsoren, um mal eben ein paar neue Trainingsanzüge zu besorgen. Früher wäre der Handwerker von nebenan gekommen und hätte dir einfach mal 150 Mark in die Hand gedrückt", erklärt Terporten.

Bei Blau–Weiß Concordia Viersen hat man einen anderen Weg gefunden, die geplante Kunstrasenanlage in Helenabrunn zu finanzieren: über Spenden und Förderung des Landes. Deshalb wurde der Mitgliedsbeitrag lediglich um einen Euro erhöht. Die Jahresrate liegt allerdings mit 78 Euro ohnehin schon verhältnismäßig hoch. "Dank des Viersen–Passes können aber auch Sozialhilfeempfänger Mitglied sein. Das Sozialamt übernimmt dabei die Hälfte des Beitrags", sagt Schatzmeister Paul Küllertz. Beim 1. FC Viersen (60 Euro) sind hingegen keine Erhöhungen geplant.

  • Fällt im Derby gegen Borussia verletzungsbedingt
    TV Geistenbeck empfängt Borussia Mönchengladbach : Das Oberliga-Derby wird zum Spitzenspiel
  • Rückraum-Trio bleibt: Nicolai Zidorn, Steffen Brinkhues
    Vor Regionalliga-Spiel gegen Remscheid : Rückraum-Trio verlängert beim TV Korschenbroich
  • Der Süchtelner BMX-Fahrer Meik Münnich belegte
    BMX-Talent blickt auf das Jahr 2022 : Das Ziel von Meik Münnich heißt Titelverteidigung

Erhöhungen beschränken sich jedoch nicht nur auf den Fußball. Zum 1. Januar 2011 beschloss man beim ASV Süchteln, den Beitrag um zwölf Euro auf 78 Euro anzuheben – und zwar in allen Abteilungen, auch im Handball. Wer diesen Betrag nicht aufbringen kann, dem wird "selbstverständlich unter die Arme gegriffen", verspricht der erste Vorsitzende des ASV, Wolfgang Güdden.

Auch der TSV Kaldenkirchen sieht es als selbstverständlich an, bestimmte Mitglieder zu bezuschussen. "Wir sind schließlich eine Solidargemeinschaft. Für sozial Schwächere übernimmt der Verein gegebenenfalls die Kosten von Mannschaftsfahrten oder entlastet sie bei der Beitragszahlung", sagt Handballjugendwart Wolfgang Schröder. Aufgrund des Baus einer neuen Sporthalle müsse der Mitgliedsbeitrag in absehbarer Zeit erhöht werden. Bislang kostete die Mitgliedschaft jährlich 60 Euro. Ob die Anhebung auf alle Vereinssparten oder nur die Hallenabteilung aufgeteilt wird, stehe laut Schröder noch nicht fest. Keine Anhebungen der Mitgliedsbeiträge planen etwa die SG Grenzland (35 Euro) und der TV Lobberich (36 Euro).

(RP)