Neuauflage eines Klassikers: 1. FC Viersen gegen den Rheydter SV

Fußball : Ein Duell voller Nostalgie am Hohen Busch

Die Bezirksliga-Fußballer des 1. FC Viersen empfangen morgen den Rheydter SV. Eine Partie, die früher auf deutlich höherem Niveau Emotionen weckte und viele Zuschauer ins Stadion am Hohen Busch lockte.

Wenn am Sonntag der 1. FC Viersen den Rheydter SV in der Fußba-Bezirksliga empfängt, dann ist im Stadion am Hohen Busch auch viel Nostalgie im Spiel. Denn in ihren besten Zeiten trafen diese beiden Teams in der Oberliga Nordrhein aufeinander, damals Deutschlands dritthöchste Spielklasse.

Einer, der sich gerne an die Duelle mit dem „Spö“ erinnert, ist das Viersener Urgestein Willi Kehrberg, heute Trainer des Landesligisten VSF Amern. „Es waren immer enge und hart umkämpfte Duelle, klare Siege gab es selten“, berichtet der 55-Jährige. Als er Anfang der 1980er Jahre aus der Amateurmannschaft von Borussia Mönchengladbach zum Hohen Busch wechselte, wo der Ex-Borusse Horst Köppel als Spielertrainer fungierte, war der 1. FC Viersen am Niederrhein die klare Nummer zwei hinter dem Bundesligisten aus der Vitusstadt. Doch nachdem der Rheydter SV unter Trainer Peter Schleuter als Aufsteiger in die Verbandsliga Niederrhein den direkten Durchmarsch in die Drittklassigkeit vollbracht hatte, gab es für die Viersener Auswahl von Klaus Fleßers plötzlich einen direkten Konkurrenten um diesen Rang. Und der „Spö“ lief ihr diesen gar ab, scheiterte 1990 erst im Finale um die Deutsche Amateurmeisterschaft mit 0:2 am FSV Salmrohr.

„In den direkten Duellen hatte Rheydt meist die Nase vorn, insgesamt spricht die Historie aber für Viersen“, meint Kehrberg. Am Sonntag genau vor 28 Jahren feierten die Viersener einen 1:0-Erfolg am Hohen Busch vor 2500 Zuschauern. Kehrberg stand damals 90 Minuten auf dem Platz. Er erinnert sich an die Duelle: „Es war durch die kurzen Wege immer etwas Besonderes, die Zuschauerzahlen lagen stets im vierstelligen Bereich.“ Zuletzt trafen die beiden Teams in der Saison 1994/95 aufeinander – auswärts unterlag der 1. FC Viersen mit 3:4, daheim holte er beim 2:2 immerhin einen Punkt.

Von diesen Zeiten erzählen die Ältesten beider Lager mit Sicherheit gerne noch, doch davon übrig ist heute nur noch wenig: In der vergangenen Saison musste der 1. FC Viersen zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten, der RSV befindet sich nach dem Wiederaufstieg aus der Kreisliga A vor einem Jahr wieder auf dem aufsteigenden Ast und peilt erneut einen Platz in der Top Fünf an. Nach drei Spielen hat Viersen sieben Zähler auf dem Konto und steht auf Platz zwei, Rheydt hat nach dem kuriosen Stromausfall auf dem Platz an der Breite Straße am vergangenen Samstag im Spiel gegen TuRa Brüggen erst zwei Spiele absolviert und rangiert mit drei Punkten auf dem zwölften Platz. „Ich traue beiden Mannschaften zu, dass sie in dieser Saison oben mitspielen“, sagt Kehrberg.