Fußball: Nettetaler Sieg bringt die Oberliga deutlich näher

Fußball : Nettetaler Sieg bringt die Oberliga deutlich näher

Im Topspiel der Fußball-Landesliga könnte die Union ihren Vorsprung auf Velbert morgen vor eigenem Publikum auf zehn Punkt ausbauen.

Der SC Velbert dürfte keine allzu guten Gefühle mit Nettetal verbinden. Denn die jüngsten Spiele gegen die Union-Fußballer in der Landesliga endeten mit überaus schmerzhaften Niederlagen. Durch das 0:2 im letzten Spiel der vergangenen Saison rutschten die Velberter noch aus den Aufstiegsrängen, und in der Hinrundenpartie der laufenden Spielzeit machten die Nettetaler in der Schlussphase aus einem 0:1-Rückstand noch einen 2:1-Sieg. Ein ziemlich schwerer Rucksack also, mit dem der SC-Tross morgen zum Topspiel zur Christian-Rötzen-Kampfbahn reist. Der wird auch noch dadurch deutlich schwerer, dass es für die Gäste wohl die letzte Chance ist, noch mal ernsthaft ins Rennen um einen direkten Aufstiegsplatz einzugreifen.

Denn die Velberter, die dreimal hintereinander knapp den Sprung in die Oberliga verpasst haben, liegen momentan auf Platz drei. Der böte nach aktuellem Stand laut Staffelleiter Reinhold Dohmen zwar noch die Chance, durch zwei Entscheidungsspiele gegen den Dritten der Parallelgruppe aufzusteigen, doch das würde eine Saisonverlängerung mit ungewissem Ausgang bedeuten. Der Rückstand auf Rang zwei, den die Nettetaler einnehmen und der ohne Absteiger vom Niederrhein aus der Regionalliga zum direkten Aufstieg berechtigt, beträgt bei neun noch ausstehenden Spielen sieben Punkte. Im Falle einer Niederlage würde sich der Vorsprung der Union folglich sogar auf satte zehn Punkte erhöhen. Hinzu kommt noch das deutlich bessere Torverhältnis der Nettetaler. "Der größere Druck liegt also definitiv bei Velbert. Denn selbst wenn wir nur einen Punkt holen, halten wir unseren Vorsprung", erklärt Union-Coach Andreas Schwan. Dass für seine Mannschaft durch die beiden jüngsten Unentschieden von Primus TSV Meerbusch bei nur drei Punkten Rückstand und einem Spiel weniger sogar der Meistertitel wieder ein ganzes Stück realistischer geworden ist, lässt Schwan dagegen völlig kalt. "Die Jungs sind heiß darauf, unsere starke Saison zu einem positiven Ende zu führen. Aber Meerbusch ist mir total egal. Mit dem Kader und dem Etat ist alles andere als der Titel ein Witz. Und am Ende ist es gleichgültig, ob man als Erster oder Zweiter aufsteigt."

Das Hauptaugenmerk liegt also auf der Verteidigung des zweiten Platzes. Ein Sieg gegen Velbert hätte den angenehmen Nebeneffekt, dass die Wahrscheinlichkeit auf den Aufstieg deutlich steigt, was wiederum die Personalplanungen erleichtert. Denn nachdem sich etwa Topstürmer Andreas Kus (15 Tore) aus privaten Gründen zu einem Wechsel zum Düsseldorfer SC entschlossen hat, wird dringend ein Nachfolger für ihn gesucht. "Vielleicht würde ein Sieg es uns einfacher machen, aber weil noch keine Entscheidung fällt, müssen wir unsere Gespräche unabhängig von der Liga führen. Die Spieler müssen sich für Nettetal und unser Konzept entscheiden", betont Schwan.

Ein wenig Sorgen bereitet ihm die aktuelle personelle Situation vor dem Topspiel. Denn ausgerechnet gegen die offensivstarken Velberter droht die Stammformation in der Innenverteidigung komplett auszufallen. Bastian Levels muss gelbgesperrt passen, Blerim Rrustemi war bis Freitag krankgeschrieben. Eine Option wäre, Kapitän Martin Stroetges aus dem defensiven Mittelfeld nach hinten zu ziehen, aber auch die Außenverteidiger Oguzhan Bonsen und Max Pohlig könnten nach innen rücken.

(RP)
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