Nach dem Oberliga-Aufstieg von Union Nettetal: Dirk Riether im Interview

Fußball: „Trainerteam hat überragend gearbeitet“

Der Fußball-Abteilungsleiter der Union spricht darüber, was nach dem Oberliga-Aufstieg noch zu erledigen ist.

Noch am Montagmorgen litt Dirk Riether, Fußball-Abteilungsleiter von Union Nettetal, unter den Nachwirkungen der Feierlichkeiten anlässlich des Oberliga-Aufstiegs der ersten Mannschaft. Nach dem Relegationssieg am Samstag im Elfmeterschießen gegen die SF Niederwenigern entlud sich bei Spielern, Verantwortlichen und Fans die ganze Anspannung der vergangenen Wochen. Zunächst wurde bis 3 Uhr in der Früh im Vereinsheim gefeiert, danach ging es bis 7 Uhr noch in Riethers Garten inklusive Pool weiter. Bevor er sich am Dienstag zusammen mit der Mannschaft in den Flieger nach Mallorca setzte, sprach unsere Redaktion mit dem Abteilungsleiter über den Aufstieg und mögliche Auswirkungen für den Verein.

Herr Riether, wie ist die Stimmungslage in Nettetal?

Riether Natürlich sehr gut. Auch wenn ich gerne schon drei Spieltage vor Schluss den Aufstieg in der Tasche gehabt hätte, hat im Nachhinein am Samstag alles gepasst, besser hätte man sich es nicht wünschen können. Traumhaftes Wetter, ein volles Stadion und eine Entscheidung im Elfmeterschießen. Das waren Emotionen pur. Doch bei aller Freude muss auch erwähnt werden, dass auch Niederwenigern als unheimlich sympathische und vor allem faire Mannschaft ihren Anteil an dem gelungenen Abschluss hatte.

Sie haben bis in den frühen Morgen bei sich im Garten gefeiert. Wie fanden das die Nachbarn?

Riether Die kennen mich und wussten, was ansteht. Da hat sich niemand beschwert.

Jetzt steht noch die Mannschaftstour an. Es müssen aber doch sicher noch einige Dinge für die Oberliga auf den Weg gebracht werden.

Riether Jetzt zahlt sich aus, dass wir schon zeitig mit der Planung angefangen haben und dabei auch die Oberliga im Hinterkopf hatten. Der Kader steht schon zum großen Teil, jetzt sind nur noch Feinjustierungen nötig. Zwei, drei Spieler benötigen wir noch, wir wollen mit 24 Mann in die neue Saison gehen. Bei den Torhütern haben wir auf jeden Fall noch Bedarf. Gut ist, dass die Oberliga die erste Schaufensterliga ist, wo sich also Spieler gerne für höhere Aufgaben empfehlen. Nachdem der Aufstieg feststand, haben sich uns gleich drei Spieler angeboten. Aber wir gehen das in aller Ruhe an, wir werden nicht überpacen. Wir verändern unsere DNA nicht, wir wollen auf junge Spieler aus der Region setzen.

Das ist die Mannschaftsseite. Müssen auch infrastrukturell und in der Abteilung Veränderungen her?

Riether Mit unserem Stadion sind wir auf Gold gebettet. Das ist mit Haupt- und Stehtribüne absolut oberligatauglich. Unsere Anzeigentafel wird demnächst auf Vordermann gebracht. In Sachen Marketing haben wir schon etwas getan, das haben wir an eine externe Firma ausgelagert, um das professioneller anzugehen. Es gibt in der Oberliga zwar keine Spiele, die aus Sicherheitsaspekten kritisch sind, aber wir müssen uns mal mit A-Jugend und Alten Herren zusammensetzen, weil wir bei den Heimspielen auf jeden Fall mehr Ordner benötigen.

Sie setzen also auch auf Hilfe aus der Abteilung. Wie ist denn der Aufstieg im Verein insgesamt angekommen?

Riether Ich glaube, sehr gut. Am Samstag haben alle Abteilungen mit angepackt, was perfekt geklappt hat. Das hat uns sicher auch noch mal ein Stück weit zusammengeschweißt. Hinzu kommt, dass ja auch unsere Damen in die Landesliga aufgestiegen sind und die C-Jugend gute Chancen hat, in der Niederrheinliga zu bleiben.

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Wie sieht es denn in Sachen Etat aus? Der wird doch sicher in der Oberliga steigen müssen.

Riether Der bleibt 1:1 gleich, das haben wir den Spielern schon frühzeitig gesagt. Damit sind wir dann in der Oberliga so etwas wie das gallische Dorf aus Asterix und Obelix, aber wir können eben auch mit unserer Anlage, der Spielklasse und unserem Trainerteam punkten.

Andere Kosten fallen in der Oberliga nicht an?

Riether Nichts Dramatisches, vielleicht müssen wir die eine oder andere Busfahrt mehr machen, aber das entscheidet der Mannschaftsrat. Auch das Mehr an Verbandsabgaben hält sich in Grenzen.

Sie haben eben das Trainerteam erwähnt. Welchen Anteil räumen Sie ihm am Aufstieg ein?

Riether Ich kann mich nur bedanken, Andreas Schwan, Lutz Krienen, Ümit Kocaman und Klaus Geritz haben zusammen mit dem ganzen Staff überragende Arbeit geleistet. Schließlich war das die erste Saison, die sie komplett planen konnten. Und dann gelingt ihnen der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Wir haben zwar schon mal Verbandsliga gespielt, aber jetzt hat das Kind einen anderen Namen, und wir waren eben noch nie in der Oberliga.

Haben Sie auch Spieler ganz besonders überzeugt?

Riether Spieler hebe ich ungern hervor, aber Martin Stroetges und Bastian Levels haben als Kapitäne einen tollen Job gemacht. Zudem hat Torwart Tim Tretbar nicht nur in der Relegation stark gespielt. Wäre er nicht zwischendurch verletzt gewesen, hätte der Aufstieg vielleicht schon früher festgestanden.

Welche Ziele haben Sie für die Oberliga formuliert?

Riether Als Aufsteiger kann das Ziel nur Klassenverbleib heißen. Aber wir sind natürlich nicht aufgestiegen, um direkt wieder herunterzugehen. Wir wollen uns in der Oberliga etablieren, da ist in der Regel das zweite Jahr das schwerste. Wobei die Oberliga so stark ist, dass es dich immer erwischen kann. Da bist du eigentlich erst nach zehn Jahren etabliert.

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