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Mixed Martial Arts: Kai Ibe aus Nettetal gewinnt Westdeutschen Titel

Kampfsport : Kämpfer mit großem Selbstvertrauen

Der Nettetaler Kai Ibe gewann die Westdeutsche Meisterschaft in der Kampfsportart Mixed Marterial Arts. Die erste Berufung in den deutschen Nationalkader ist nun der nächste Schritt auf seinem Weg Richtung Profi-Karriere.

Hartes Training zahlt sich aus. Dass diese Aussage wahr sein kann, zeigt der Erfolg von Mixed Martial Arts (MMA)-Kämpfer Kai Ibe. Der 19-Jährige sicherte sich jüngst den Westdeutschen Meistertitel im Leichtgewicht (bis 70,3 Kilogramm). Im Finale setzte er sich per technischem Knockout in der zweiten Runde gegen den Franzosen Sadok Hakimi durch und qualifizierte sich damit direkt für die Deutschen Meisterschaften.

Der Erfolg kommt allerdings nicht von ungefähr: Von Montag bis Samstag trainiert der Sportler zweimal pro Tag. Dabei steht Ibe, der noch zur Schule geht, bereits um fünf Uhr für eine Laufeinheit auf. Abends folgt ein zwei- bis dreistündiges Training bei seinem Verein, dem Lumpinigym aus Roermond. Dementsprechend gut gerüstet fühlte sich Ibe vor dem Wettkampf: „Ich bin sehr selbstbewusst in den Ring gestiegen, da meine Vorbereitung sehr hart war. Ich kämpfe immer mit der Einstellung, dass ich gewinnen werde“ sagt Ibe. Seit etwa zwei Jahren betreibt er die Sportart, die in den 1990er Jahren größere Bekanntheit erlangte. Vorher war er Fußballtorwart des SC Union Nettetal. Im Laufe der Zeit verlor Ibe beim Fußballspielen aber etwas die Disziplin ließ das Training schleifen. Darum entschied er sich für einen Wechsel.

Seine Zuneigung zum Kampfsport kommt zudem nicht von ungefähr. Schon als Sechsjähriger hat er von seinem Onkel das Boxen gelernt, sein Opa war früher ebenfalls Boxtrainer. Der Bezug zum Kampfsport liegt also in der Familie. Die Entscheidung für MMA war für den Lobbericher genau die richtige. „Durch MMA konnte ich eine unglaubliche Disziplin aufbauen und habe meine Einstellung geändert“ erklärt er. Beim Lumpinigym in den Niederlanden hat der 19-Jährige perfekte Bedingungen für seine Entwicklung und wird von seinem Trainer Stephan Giebels individuell gefördert. Auch die Atmosphäre hilft Ibe: „Die Chemie ist perfekt, wir sind hier wie eine Familie“, schwärmt er. Einen vergleichbaren Verein gebe es in unmittelbarer Nähe nicht.

Der mit 1,85 Metern verhältnismäßig große Leichtgewichtskämpfer hat einen sehr technischen und überlegt dominanten Kampfstil. Seine Größe weiß er dabei intelligent einzusetzen, indem er die Gegner auf Distanz hält und so gute Treffer seines Gegenübers verhindert. In seiner noch jungen Laufbahn kann Ibe eine Statistik von neun Siegen und drei Niederlagen vorweisen. Die starken Leistungen des Schülers blieben auch den Verantwortlichen des deutschen Nationalkaders nicht verborgen. Die Kader-Nominierung, die er erst vor einigen Wochen erhielt, ist für Ibe ein großer Schritt in Richtung Profikarriere.

„Als mein Trainer mir von der Einladung erzählt hat, war es ein unglaubliches Gefühl. Es ist mir eine Ehre, da trainieren zu dürfen“ sagt Ibe. Ende April wird das Training beim deutschen Nationalkader stattfinden. In naher Zukunft möchte der 19-Jährige den Schritt vom Amateur- in den Profisport schaffen. Giebels möchte er dabei unbedingt weiterhin an seiner Seite haben. „Meinen Trainer werde ich niemals wechseln“, schwärmt Ibe.

Sein nächstes großes Ziel ist nun die Deutsche Meisterschaft. Seine Zielsetzung ist dabei sehr selbstbewusst. „Ich will Deutscher Meister werden“ sagt der Sportler, der damit seine guten Leistungen bei der Westdeutschen Meisterschaft bestätigen möchte. An seinem Trainingsprogramm wird er dafür keine außergewöhnlichen Änderungen vornehmen. Die Intensität beizubehalten, dürfte Aufwand genug sein für Ibe, der im Alltag Schule und Sport koordinieren muss. Ein genauer Termin für die Endrunde der Deutschen Meisterschaft steht noch nicht fest, da die anderen Regionalmeisterschaften, gegen dessen Titelträger Ibe antreten wird, noch ausgetragen werden müssen.

Um den Sport als Beruf ausüben zu können, ist es für den jungen Mann aus Lobberich noch ein harter Weg. Dem ist sich Ibe durchaus bewusst. „Die Zeit als Profi wird am Anfang nicht leicht und ich werde auch nebenbei arbeiten oder studieren.“ Den Optimismus und das Selbstbewusstsein lässt sich Ibe, der dieses Jahr sein Abitur macht allerdings auch in dieser Hinsicht nicht nehmen. „Dadurch, dass der Sport in Deutschland immer mehr anerkannt wird, wird es einfacher den Sport hauptberuflich zu machen.“

Vom Fußballtorhüter zum Westdeutschen Meister im MMA: Mit hartem Training und einer starken Disziplin hat der Nettetaler das geschafft. Mit großem Selbstbewusstsein und der ersten Einladung zum deutschen Nationalkader im Hinterkopf, geht der 19-Jährige nun die Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft an. Auf dem Weg, das Hobby zum Beruf zu machen, wäre der Titel bei der DM ein großer Sprung. Nebenbei schreibt der Schüler in den kommenden Monaten seine Abiturklausuren. Vor dem Kai Ibe liegt also definitiv eine spannende Zeit.