American Football: "Mittlerweile kennen auch meine Eltern die Regeln"

American Football : "Mittlerweile kennen auch meine Eltern die Regeln"

Der 17-Jährige vom Gladbacher Wolfpack spricht über seine Blitzkarriere im American Football und die Junioren-WM in Kuwait.

American football Matz Peters lebt seinen Traum. Morgen startet sein Flieger zur Weltmeisterschaft im American Football in Kuwait. Dort trifft der Niederkrüchtener mit der deutschen Jugendnationalmannschaft auf Japan, Mexiko und das Mutterland des American Football, die USA. Die Deutschen stellten ihr Team kurzfristig zusammen, weil sie den Startplatz von Amerikanisch Samoa bekamen, das die Reise nicht finanzieren konnte. Der 17-jährige Schüler des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Dülken freut auf das Abenteuer und träumt davon, entdeckt zu werden.

Sind die Koffer schon gepackt?

Peters So viel muss ich gar nicht mitnehmen. Die persönliche Schutzausrüstung, Unterwäsche, eine Hose, ein Hemd und die persönlichen Sachen. Alles andere wird uns gestellt, denn wir müssen uns immer einheitlich anziehen.

Wie fühlt es sich an, Nationalspieler zu sein? Können Sie noch ruhig schlafen?

Peters Das ist schon cool. Im Moment kann ich noch ruhig schlafen. Die Aufregung wird sicher kommen.

Vor drei Jahren waren Sie noch Torhüter im Fußball und haben für die SG Krüchten gespielt. Wie kam es zu der blitzschnellen Karriere im American Football?

Peters Im Fußball kam ich nicht mehr so regelmäßig zum Einsatz. Ein Freund hat mich dann mit zum Football nach Mönchengladbach genommen und da bin ich dann geblieben. Meine Eltern waren zwar zunächst ein bisschen verwundert, aber sie fahren immer mit. Und mittlerweile kennen sie auch die Regeln.

Was fasziniert Sie an Ihrem Sport?

Peters So ziemlich alles, vor allem die Leidenschaft und die Aggressivität, mit der gespielt wird. American Football ist packend und manchmal auch beruhigend.

Sie haben sich im vergangenen Jahr körperlich total verändert. Wie viel investieren Sie in Ihren Sport?

Peters Als ich angefangen habe, war ich bei 70 Kilogramm. Jetzt bin ich bei 100 Kilogramm. Vor einem Jahr habe ich das Training mit Gewichten begonnen. Dadurch hat man mehr Körperkontrolle und wird explosiver. Ich gehe zwei bis drei Mal in der Woche ins Fitnessstudio, zudem laufe ich. Zwei Mal in der Woche trainieren wir mit der Mannschaft. Außerdem achte ich darauf, viel Eiweiß zu mir zu nehmen.

Was war die Initialzündung für diese Umstellung?

Peters Das Vertrauen meiner Trainer. Sie haben mir gezeigt, wie ich trainieren soll und mich ermutigt, es mit der Nationalmannschaft zu probieren. Sie haben mich dort vorgeschlagen. Am 1. Mai gab es ein Auswahltraining mit 170 Spielern. Pfingsten stand eine zweite Sichtung mit 75 Spielern an. Da bin ich dann ausgewählt worden.

Wozu brauchen Sie das Gewicht?

Peters Im Football auf meiner Position geht es kaum ohne. Mit 100 Kilogramm gehöre ich noch zu den Leichten. Meine Position heißt Defense End. Ich versuche, den Raumgewinn des Gegners so früh wie möglich zu unterbinden.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie zur Weltmeisterschaft?

Peters Es ist schon ein Abenteuer und eine ganz neue Erfahrung für mich. Hoffentlich wird es nicht ganz so schlimm und wir können einigermaßen gut aussehen. Ich habe gelesen, dass die Amerikaner schon seit drei Wochen im Trainingslager sind. Ich kenne die meisten meiner Mitspieler noch nicht einmal richtig. Wir haben in Kuwait drei Tage Zeit, bevor es losgeht.

Wie verlaufen die letzten Tage?

Peters Die Trainer haben mir gezeigt, was ich trainieren soll und ich hoffe, dass ich mich nicht verletze.

Was erhoffen Sie Sich von diesem Turnier?

Peters Es wäre ein Traum, entdeckt zu werden und nach dem Abitur in Amerika an einem College zu studieren. Ich möchte so gut spielen, dass ich in der Nationalmannschaft bleibe. In meiner Entwicklung ist noch Luft nach oben. Ich kann noch schneller und stärker werden.

WILTRUD WOLTERS SPRACH MIT MATZ PETERS

(RP)
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