Fußball: Mit einem Ex-Profi zum Aufstieg

Fußball: Mit einem Ex-Profi zum Aufstieg

Selbst wenn die Fußballer des ASV Süchteln das Bezirksliga-Spitzenspiel gegen Willich gewinnen, ist der Titel noch nicht sicher. Das glaubt auch der ehemalige Borusse Jens Bäumer, der auf eine bunte Karriere zurückblickt.

Fünf Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger VfL Willich in der Fußball-Bezirksliga sind schon ein recht gutes Polster auf dem Weg zur Meisterschaft. Am Sonntag kann der ASV Süchteln dieses Polster mit einem Sieg im Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten noch bequemer, noch komfortabler herrichten. "Das wäre schon eine bemerkenswerte Hausnummer, aber uns zurücklehnen oder abheben dürfen wir deshalb auf keinen Fall", sagt Jens Bäumer, der selbst schon reichlich Erfahrungen mit Hoffnungen und Enttäuschungen im Fußballgeschäft sammeln durfte.

Er war sicherlich ein großer Hoffnungsträger für die Karlsruher zu Beginn seiner Karriere mit 18 Jahren. Direkt neben Thomas Häßler im Mittelfeld der Badener, acht Berufungen in die U-21-Nationalmannschaft, sogar auf einen Einsatz im Uefa-Cup, wie die Europa League damals noch hieß, kann er zurückblicken. Da schien einer bemerkenswerten Laufbahn nichts mehr im Wege zu stehen.

Doch es kam anders als erhofft. Selbst der Wechsel zu Borussia Mönchengladbach brachte nicht den erhofften Erfolg. Drei Einwechslungen gönnte ihm Trainer Hans Meyer in drei Jahren. Das war zu wenig. "Da wollte ich schon mit dem Fußballspielen aufhören", gibt er offen zu.

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Glücklicher wurde er dann doch in der 2. Liga und der Regionalliga bei Preußen Münster und Rot-Weiß Ahlen. Ein Jahr hatte er die Fußballschuhe ganz an der Nagel gehängt, war in Amerika und trainierte dort den Nachwuchs, und zwar recht erfolgreich. Auf seine Qualitäten wollten die Amerikaner auch nicht verzichten, als Jens Bäumer nach Mönchengladbach zurückkehrte. Er arbeitet für die USA in Deutschland als Stützpunkt-Trainer mit Kindern amerikanischer Soldaten, die sich dann mit ihrem Talent für einen Platz an einem College bewerben. Dem ASV steht er deshalb nicht jeden Sonntag zur Verfügung, weil Jens Bäumer diese Fördergruppen in süddeutschen Städten oder in London betreut.

"Glücklicherweise ist er gegen Willich wieder dabei. Er hat inzwischen wieder zur Form gefunden und ist für uns wegen seiner Erfahrung sehr wichtig geworden", sagt Co-Trainer Christian Adrian. In seinem zweiten Fußballleben, weit entfernt von der großen Eliteliga, kann und will der 33-Jährige sich in diesem Jahr mit dem Aufstieg ein Erfolgserlebnis verschaffen: "Ich bin froh, dem Verein helfen zu können. Mir macht es auch wieder Spaß, denn ich merke, dass es bei mir wieder läuft." Er glaubt nicht, dass die Partie gegen Willich ein Selbstläufer werden wird: "Das ist Willichs letzte Chance. Die werden uns alles abverlangen. Wenn wir unsere Chancen nutzen, können wir auch einen starken Gegner besiegen."

Mit einem möglichen Sieg wird Süchteln aber nicht den Aufstieg feiern können, ist sich Christian Adrian sicher: "Wir haben noch eine Reihe unbequemer Gegner. Die sind auch nicht so einfach vom Platz zu fegen. Sicher aber wäre ein Sieg am Sonntag schon ein Riesenschritt auf dem Weg zum Titel."

(RP)
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