Radsport : Mit dem Rad durch's Grenzland

Bei der 27. Radtouristik des RSV Panne Bracht fahren Freizeit-Radsportler "zwischen Nette und Niers". Herbert Thissen, Ralph Finken oder Peter Leidenberger sind begeisterte Teilnehmer dieser Jedermann-Fahrten.

Radtouristik Herbert Thissen vom RV Möwe macht sich im Straßenverkehr bemerkbar und hebt die Hand, um links abzubiegen. Er ist zwar Radsportler, dennoch muss er sich an die Verkehrsregeln halten. Denn die 27. Radtouristik des RSV Panne Bracht "zwischen Nette und Niers" führt über ganz normale Straßen — dort, wo eben auch Autos fahren. Für ihn läuft es gut. "Um 6.20 Uhr begann ich die Tour ab Neuwerk hierher und nach einer kleinen Pause fahr ich wieder nach Hause", sagt Thissen — und damit erhält er vier Wertungspunkte, wie RSV-Panne-Vorsitzender Hans Vyver errechnet. Thissen fing erst spät mit dem Radtourenfahren an und fährt nun schon seit elf Jahren. "Es ist ein Sport, den ich noch bis ins hohe Alter ausüben kann. Er entlastet Knie und Beine."

Seine 45. Fahrt in dieser Saison absolviert er alleine, da er wieder früh zuhause sein will, "um daheim den Haus-Frieden zu wahren", sagt er lachend. Es ist sehr windig und Thissen fährt alleine gegen die Uhr. Panne hat die Strecke zum Glück sehr gut ausgezeichnet — bis auf die Markierung an der Blauen Lagune und in Dornbusch. Da wurden sie von Scherzbolden entfernt. Die Verantwortlichen, schnell informiert, brachten sie sofort wieder an.

Thissen schaut auf seinen Tacho und ist zufrieden: "Im Schnitt fuhr ich heute 26,4 Stundenkilometer." Für den ehemaligen Außendienstmonteur ist das Fahren in der Formel A (steht für Ausdauer) der richtige Ausgleich: "Ich hatte über 25 Jahre nichts gemacht." Als junger Mann lief er als Mittelstreckler beim Rheydter Turnverein. Er kannte noch die Olympiateilnehmer Jörg Wischmeyer und Renate Junker aus dieser Zeit.

477 Teilnehmer, davon 208 Trimmfahrer, zählte der Ausrichter RSV Panne Bracht. "Wir sind mit der Beteiligung zufrieden. Vielleicht hielt die Ferienzeit viele Fahrer ab, obwohl das Wetter gut war", sagte Vyver. Die Brachter griffen bei der Organisation auf Helfer des SC Union Nettetal und vom RV Blitz Viersen zurück. Ralph Finken (RV Möwe Wickrath), Meister der Tourenfahrer im Radsportbezirk, fuhr mit, wie auch der Vizemeister Peter Leidenberger (RSC Schwalmtal). Finken kennt zwar seinen Zwischenstand an Touren, doch "ich konzentriere mich zurzeit mehr auf die Jedermannrennen um die Deutsche Meisterschaft".

Leidenberger (62) dagegen verrät: "Ich zähle meine Touren nicht. Ich rechne immer am vorletzten Tag des Saisonabschlusses in Mönchengladbach Mitte Oktober ab. Es war bisher eine verregnete Saison und ich musste sogar zwei lange Rennen wegen Regen aufgeben." In Bracht ist er 111 Kilometer gefahren — mit an und Abfahrt waren es sogar 146. Doch viel wichtiger für ihn: "Wir vom RSC Schwalmtal sind in der Gruppe zusammengeblieben." Gemeinsam fahren — darum geht's bei der Radtouristik.

(off)