Mehr Qualität bei den VSF Amern durch Spieler-Trio aus Japan

Fußball-Landesliga : Japan-Trio macht den VSF Amern Mut

Den Umbruch in seinem Kader hat der Fußball-Landesligist Amern zunächst mit drei Japanern abgefedert. Das Trio kommt gut an, schließlich hat es zum gelungenen Saisonstart inklusive des 5:3-Sieges gegen Süchteln beigetragen.

Willi Kehrberg wusste ganz genau, bei wem er sich nach dem 5:3-Derbysieg gegen den ASV Süchteln besonders zu bedanken hatte. „Well done“, zu Deutsch „gut gemacht“, sagte der VSF-Coach, als er den Japaner Ken Sakai in der 90. Minute gegen dessen Landsmann Rei Mokudaka auswechselte. Als zusätzliche Belohnung gab’s auch noch eine ausgiebige Umarmung.

Verdient hatte sich Sakai die besondere Zuneigung seines Trainers, weil er als Linksaußen gegen den ASV insgesamt ein starkes Spiel gemacht und sein Team mit den Toren zum 1:0 und 2:0 auf die Siegerstraße gebracht hatte. Wenig verwunderlich wäre es gewesen, wenn sich Willi Kehrberg nachher in der Kabine auch noch Sosuke Fokuchi vorgenommen hätte. Denn auch Fokuchi spielte groß auf. Nachdem Amern die starke Anfangsphase der Süchtelner überstanden hatte, übernahm Fokuchi im defensiven Mittelfeld immer mehr die Kontrolle und hielt seinem Nebenmann Tobias Bruse und dem offensiveren Dominik Bischoff den Rücken frei. Zudem erzielte er das 5:1.

Ken Sakai. Foto: Fupa

Wie wichtig die beiden Japaner mittlerweile für die Schwalmtaler sind, zeigt, dass sie bislang in allen zehn Ligaspielen in der Anfangsformation standen, Fokuchi verpasste sogar keine einzige Minute. Zusammen mit dem bereits erwähnten Rei Mokudaka kamen die beiden in der Sommerpause und werden wohl künftig ein schlagkräftiges Japan-Trio bilden. Amerns Fußball-Abteilungsleiter Toni van Dalen ist jedenfalls überzeugt, dass Rei Mokudaka, der länger verletzt war, auch über ein riesiges Potenzial verfügt: „In der Vorbereitung hat er alles getroffen.“

Rei Mukodaka. Foto: Fupa

Mit der Verpflichtung der drei Japaner haben die Amerner aus der Not eine Tugend gemacht. Damit haben sie zunächst die Folgen eines Umbruchs in ihrem Kader abgefedert, der seit rund zweieinhalb Jahren vonstattengeht. Die unter Erfolgscoach Rainer Bruse hohe personelle Kontinuität fing nach dessen Abschied aus unterschiedlichen Gründen an zu bröckeln. So geriet die vergangene Spielzeit für den damals neuen Trainer Willi Kehrberg in Sachen Personalplanungen auch wegen vieler Verletzter von Woche zu Woche zu einem teils nervenaufreibendem Puzzlespiel. Sicher auch ein Grund, wieso bis zum letzten Spieltag um den Klassenverbleib gezittert werden musste.

So war den VSF-Verantwortlichen schnell klar, dass ihr Kader dringend frisches Blut benötigte. Umso größer war die Erleichterung, als schon im Winter die Zusage der drei Brüggener Sandro Meyer, Max Haese und Gerrit van Dinther verkündet werden konnte. Ein Trio ganz aus der Nähe, das auf den ersten Blick perfekt nach Amern gepasst hätte. Doch auf den zweiten Blick wurde aus den Zugängen nichts, weil die Drei sich ziemlich spät anders entschieden und die Amerner vor große Probleme stellten. Aber weil die VSF in der Saison 2016/2017 schon einmal sehr gute Erfahrungen mit Yuichiro Chino gemacht hatten, luden sie sich über einen auf japanische Fußballer spezialisierten Vermittler gleich mehrere Spieler aus dem Inselstaat zum Probetraining ein. „Die Drei haben ein super Qualität und bringen uns weiter. Wir würden nie Spieler nehmen, nur um unseren Kader aufzufüllen“, sagt Toni van Dalen. Er schwärmt von der guten Integration des Trios. Und offenbar gibt es auch keine Probleme, dem durch die hohe Kontinuität der vergangenen Jahre verwöhnten Amerner Fans die Verstärkung aus Fernost zu vermitteln. Zumal davon auszugehen ist, dass die Japaner nicht ewig im Rösler-Stadion kicken. Denn die inzwischen etlichen Japaner im heimischen Amateurfußball kommen, um sich für höhere Ligen zu empfehlen. Gelingt das nicht, kehren sie zeitig in ihre Heimat zurück. „Wenn unsere Fans sehen, wie stark die Drei uns machen, sind sie auch begeistert“, erklärt Toni van Dalen.

Der Saisonstart macht den Amernern jedenfalls Mut. Nach zehn Spielen haben sie mit Hilfe der Japaner, aber auch dank einer mutigeren und an fußballerischen Mitteln orientierten Spielweise 16 Punkte gesammelt und rangieren in der oberen Tabellenhälfte. Vorige Saison waren es zum gleichen Zeitpunkt erst elf Zähler. „Wir schießen viele Tore, Rückstande werfen uns nicht um und wir sind sehr effektiv“, erklärt Toni van Dalen, der selbstbewusst hinzufügt: „Wir wollen weg vom Abstiegskampf. Mit dieser Mannschaft können wir einen einstelligen Tabellenplatz erreichen.“

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