Martha Schuren mit Deutschland bei der EM im Rollstuhl-Basketball erfolgreich

Sportlerin des Monats : Mächtig stolz, für Deutschland zu spielen

Die Rollstuhl-Basketballerin aus Viersen war dabei, als das deutsche U24-Team in Frankreich Silber holte.

Die Viersenerin Martha Schuren hat sich im November mit der deutschen U24-Nationalmannschaft im Rollstuhl-Basketball bei den Europameisterschaften im französischen Villenave-D’Orman den zweiten Platz geholt. Dadurch kann sie sich nicht nur Hoffnungen machen, Teil der deutschen Mannschaft zu werden, die sich bei der EM für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Thailand qualifiziert hat, sie hat sich auch die Auszeichnung als Sportlerin des Monats redlich vedient.

„Das ist doch klar, jetzt träume ich auch von der WM-Teilnahme, ich will wieder dabei sein“, sagt die 18-Jährige, die zu den besten Spielerinnen Deutschlands zählt. Sie zehrt noch von der Europameisterschaft und der einmaligen Atmosphäre, als die Nationalhymne abgespielt wurde und sie den deutschen Adler auf der Brust trug. „Ich war unglaublich stolz und ergriffen, für Deutschland spielen zu dürfen. Mit sehr viel Selbstvertrauen kehrte ich heim“, erzählte sie. Ihr Vater Frank Schuren war einmal im Grenzland ein bekannter Handballer. Er war in erster Linie beim ASV Süchteln aktiv und trainierte dort auch die Oberliga-Damen. Er meint: „Martha hat viel von meinem sportlichen Ehrgeiz abbekommen.“ Von geburt an sitzt Martha Schuren im Rollstuhl. Als Kind begann sie zunächst mit Rollstuhltennis, später wechselte sie dann zum Basketball. Als ihr Talent entdeckt wurde, arbeitete sie hart an sich. Sie spielt mittlerweile für die Köln 99ers. Dieser Sportverein ist ein Garant für sportliche Höchstleistungen, auch mit dem Ziel, Titel auf nationaler und internationaler Ebene zu holen. Der Kölner Verein schuf leistungsfördernde Rahmenbedingungen für eine nachhaltige sportliche Entwicklung seiner Aktiven.

Alles unter einen Hut zu bekommen, wie das freiwillige soziale Jahr an einer Schule für geistige Entwicklung in Süchteln, Training und die Teilnahme an den Spielen ist bei Marta Schuren mit großem zeitlichen Aufwand verbunden. Drei- bis viermal pro Woche nimmt sie am Training in Köln teil. „Und ich trainiere auch noch zu Hause, um fit zu bleiben“, erklärt Martha Schuren. Sie gehört zu den Jüngsten im Kader der U24-Mannschaft des Deutschen Rollstuhl-Basketball-Verbandes. Sie zählt damit zu den Perspektivspielerinnen. Und sie wurde für einen Leistungslehrgang vom Bundestrainer der A-Nationalmannschaft, Martin Otto, für Januar 2019 eingeladen. Bei der EM in Frankreich bekam sie schon ordentlich Spielanteile. Bundestrainerin Nora Schratz setzte sie nicht nur auf der Außenbahn ein, wo sie auch im Verein agiert, sondern auch als Centerin, wodurch Marta Schuren mehr Verantwortung übernehmen musste. Ein weiteres Ziel hat sie bereits im Fokus: „Ich will zu den Paralympics 2020 nach Tokio.“  Ihr Lebensmotto lautet: „Ich bin nicht behindert, ich kann nur nicht laufen.“ Mit dieser Lebenseinstellung motiviert sie auch andere und ist in ihrem Umfeld für viele ein Vorbild.  

Die Sportlerwahl des Monats ist eine gemeinsame Aktion der Sparkasse Krefeld, der NEW, des Allgemeinen Krankenhauses Viersen, des Kreissportbundes und der Rheinischen Post.