Marel Schatten, Trainer des TV Lobberich, vor dem Spiel gegen den TV Witzhelden im Interview

Handball-Oberliga : TVL-Coach Marcel Schatten: „Trainerweg soll nicht in Oberliga enden“

Der Trainer der Oberliga-Handballerinnen des TV Lobberich zur Personalsituation und zu seiner Zukunft.

Jahr für schlagen sich die Handballerinnen des TV Lobberich mit Problemen in ihrem Oberliga-Kader herum. Und das das erste Spiel am vergangenen Wochenende gegen TV Biefang (23:28) hat gezeigt, dass sich das nicht ändern wird. Vor der ersten Heimpartie am Sonntag gegen den TV Witzhelden sprach Trainer über die Gründe, seine Einschätzung und auch seine Zukunft.

Herr, Schatten, nach der Niederlage gegen Biefang waren sie mit der Leistung Ihrer Mannschaft sehr zufrieden, monierten jedoch, dass Sie mit zwei Spielerinnen mehr durchaus hätten gewinnen können. Ist das nicht eine sehr ärgerliche Situation?

Weil Katharina Weiß (mit Ball) bei der Polizei arbeitet, können Schichtdienste ihre Einsätze für den TV Lobberich verhindern. Foto: Knappe, Joerg (jkn)

SCHATTEN Natürlich wussten wir im Vorfeld, dass einige Spielerinnen fehlen werden und wir nicht mit voller Kapelle auflaufen können. Uns fehlten dann leider die Alternativen und das ist sehr sehr ärgerlich. Wir sind eben immer wieder auf Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft angewiesen.

Heißt das nicht auch im Umkehrschluss, dass Ihr Kader zu klein ist?

SCHATTEN Sagen wir es einmal so: Letzte Saison war der Kader viel zu klein, jetzt ist er nur noch zu klein. Wir haben 14 Spielerinnen, wovon drei Torhüterinnen sind. Außerdem sind Katharina Weiß und Nina Kornfeld bei der Polizei beschäftigt, so dass sie durch den Schichtdienst immer wieder ausfallen können. Und auch Sara Fenkes hat in ihrem Job Wechselschicht. Bei zusätzlichen Verletzungen wird es dann besonders eng. Aber auch der Trainingsbetrieb leidet darunter, denn wir können selten Übungen mit 6:6 machen und haben so keine Chance, den Wettkampfmodus zu imitieren. Außerdem ist das ja auch nicht gerade ideal als Vorbereitung für den nächsten Gegner.

Gibt es denn keine Möglichkeiten, diese Situation zum Positiven zu verändern?

SCHATTEN Wir versuchen wirklich jedes Jahr, Leute zum TV Lobberich zu holen, aber die allerwenigsten möchten eine so weite Fahrstrecke zum Training auf sich nehmen, obwohl die Gespräche im Vorfeld sehr gut laufen und Interesse auch vorhanden ist, aber dann wird meistens doch aus dem genannten Grund ein Rückzieher gemacht. Allerdings ist es schon fast eine Sensation, dass wir den Kader nach der Saison zusammenhalten konnten. Und wir haben mit Anne-Sophie Emmerichs, die aus Neuss kommt und Hannah Opitz aus Waldniel auch zwei auswärtige Spielerinnen von uns überzeugen können. Das ist schon einmal besser als gar nichts, aber auch noch kein Traumzustand.

Macht Ihnen die Situation in dieser Konstellation denn überhaupt noch Spaß?

SCHATTEN Es gibt immer wieder Höhen und Tiefen, wenn es mir aber kein Spaß machen würde, hätte nach der letzten Saison meinen Vertrag nicht verlängert. Im Umfeld hat es einige positive Veränderungen gegeben und es wird hier auch stets einem der Rücken gestärkt. Negativ ist einzig der Personalaspekt, denn dadurch kannst du nicht so trainieren, wie du es gerne möchtest.

Können Sie vorstellen, auch einmal den Verein zu verlassen?

SCHATTEN Sicherlich ist auch solch ein Szenario möglich. Mein Trainerweg soll nicht in der Oberliga beendet sein. Mittlerweile sind auch einige Vereine auf meine Arbeit aufmerksam geworden und so hatte ich zu dieser Saison auch bereits das eine oder andere Angebot. So ein Angebot muss aber Sinn machen. Und der TV Lobberich gibt sich in allen Belangen immer sehr viel Mühe, davon müsste ich bei einem anderen Verein überzeugt sein.

Ihr nächster Gegner ist am Sonntag der TV Witzhelden. Wie sieht denn da die Personalsituation aus?

SCHATTEN Glücklicherweise viel besser als gegen Biefang. Bis auf Sara Fenkes, die mit ihrer Verletzung noch ein paar Wochen ausfallen wird, sind alle Spielerinnen des Kaders an Bord. Und da die zweite Mannschaft nach uns spielt, kann ich auch noch auf deren Spielerinnen zurückgreifen.

Wie schätzen Sie Witzhelden ein?

SCHATTEN Das ist ein Top-Team der Liga und wird uns sicherlich alles abverlangen, aber wir haben richtig Bock zu spielen und wollen nach dieser unnötigen Auftaktniederlage auch zeigen, dass wir es besser können.

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