Was Macht Eigentlich...? Ursula Detrée: Marathon-Pionierin mit weißen Handschuhen

Was Macht Eigentlich...? Ursula Detrée: Marathon-Pionierin mit weißen Handschuhen

Die Viersenerin Ursula Detrée hat viele Erfolge vorzuweisen. Wichtig war es ihr aber immer, andere Menschen zum Laufen zu bringen.

Viersen Ursula Detrée wurde bundesweit bekannt als die Läuferin mit den weißen Handschuhen, weil sie immer kalte Finger beim Laufen hatte. Die Viersenerin trug sie zu jeder Jahreszeit. Der Laufsport hat ihr persönlich viel gebracht. "Ich gebe nicht auf", sagt Detrée auch mit Blick auf ihre zahlreichen gesundheitlichen Rückschläge. Heutzutage geht sie viermal die Woche zum Rehasport.

Die mittlerweile 75-Jährige wurde bekannt, weil sie an der Krefelder Straße einen Lauftreff nur für Frauen einrichtete: "Später war er auch für Männer geöffnet." Sie kam mit 31 Jahren dazu, anderen Mitstreitern das Laufen nahe zu bringen. Als sie den Lauftreff damals eröffnete, kamen über 80 Personen. Ursula Detrée war über 25 Jahre bei der Stadt Viersen beschäftigt, unter anderem beim Sport- und Standesamt. Sie trieb schon als junge Frau sehr viel Sport. Und wie es damals üblich, war Laufdoktor Ernst van Aaken der Auslöser. "Ich war damals auf der Suche nach einem Sportarzt, um mich durchchecken zu lassen. Und der hat mich, ähnlich wie ein Prophet, im ersten Gespräch dermaßen fürs Laufen begeistert, dass ich am nächsten Tag mit dem Training begonnen habe." Das erste Training bestritt sie mit der Deutschen Waldlaufmeisterin Maria Strickling vom OSC Waldniel auf der Zehn-Kilometer-Runde der legendären Marathonstrecke rund um Waldniel. "Maria lief im Training für mich gesehen ein höllisches Tempo, so dass ich schnell außer Atem war", erinnert sich Detrée. "Das brachte mir auch die Eingebung, ein Training im Lauftreff anzubieten, das Anfängerinnen ansprach und sie weiterentwickelte." Schon drei Monate später lief sie ihren ersten Marathon, dem sich weitere Bahn- und Crossrennen anschlossen. Ihre beste Marathonzeit lief sie als Nordrheinmeisterin vor 41 Jahren in 3:19:07 Stunden. Sie nahm an der Deutschen Frauen-Marathonmeisterschaft in Bräunlingen teil und gehörte zum AVON-Welttreffen der Marathonläuferinnen 1979 in Waldniel. Sie wurde mit der Deutschen Mannschaft der über 35-Jährigen sogar Cross-Weltmeisterin und im gleichen Jahr Vize-Weltmeisterin im W35-Marathon-Team. Außerdem wurde sie Marathonmeisterin von Rheinland-Pfalz in Herxheim und stellte dabei einen Streckenrekord von 3:32,14 Stunden auf. Sie erhielt damals den Wappenteller des Landes sogar aus der Hand des inzwischen verstorbenen Heiner Geißler, damals Ministers für Soziales, Gesundheit und Sport und später auch Generalsekretär der CDU. So sagt Ursula Detrée über sich: "Ich bin eine Pionierin des Frauen-Marathonlaufs." An die sportlichen Erfolge erinnert sie sich zwar gerne, doch wirklich wichtig war ihr etwa anderes: "Den Laufsport neuen Interessenten näher zu bringen, das war für mich immer das Schönste." Ursula Detrée hat noch eine Erinnerung an den Laufdoktor Ernst van Aaken. Er schenkte ihr einst eine Armbanduhr mit einem Chronographen, damit sie ihre Tempoeinheiten selber kontrollieren konnte. Van Aaken hatte sie selbst vom OSC Waldniel geschenkt bekommen, vertrug sie aber wegen einer Nickelallergie nicht.

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Wer Detrées Einfamilienhaus in Viersen betritt, kann wegen der zahlreichen Bilder nicht übersehen, dass heutzutage ein anderes Hobby in ihrem Leben an erster Stelle steht. Sie ist eine ambitionierte Malerin, die schon viele Ausstellungen hatte. Ihre Stärke ist das geometrische und dreidimensionale Malen. "Ich male, was mir in den Sinn kommt", erzählt sie.

(off)