Analyse: Mangelnde Konstanz setzt Amern zu

Analyse: Mangelnde Konstanz setzt Amern zu

Seit dem vergangenen Wochenende stehen die VSF Amern in der Fußball-Landesliga wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Das sorgt vor dem Derby in Süchteln für zusätzlichen Druck. Die Mannschaft kassiert zu viele Gegentore und ist auswärts zu schwach.

Nach drei Zitter-Spielzeiten sollte in der laufenden Saison eigentlich alles anders werden. Die VSF Amern wollten mit ihrem neuen Trainer Willi Kehrberg und mit den verbesserten Trainingsmöglichkeiten auf dem neuen Kunstrasen im Rücken in der Fußball-Landesliga nicht ständig nach unten schielen und möglichst früh für Klarheit sorgen in Sachen Klassenverbleib. Doch seit der frustrierenden 0:2-Heimniederlage am Sonntag gegen den Rather SV stehen die Schwalmtaler erstmals seit dem fünften Spieltag wieder auf einem direkten Abstiegsplatz (16.). VSF-Coach Willi Kehrberg hatte stets betont, dass er mit seiner Mannschaft in der Rückrunde aus dem zweifellos harten Startprogramm inklusive dreier Aufstiegskandidaten möglichst mehr Zähler einfahren wollte, als in der Hinrunde. Seit Sonntag ist klar, dass es mit einem statt zwei Punkten sogar einer weniger geworden ist. Das setzt die Mannschaft vor dem Derby beim ASV Süchteln zusätzlich unter Druck.

Denn am sechsten Spieltag gelang den Amernern auf eigenem Platz durch das 3:1 gegen den Grenzland-Konkurrenten mit dem ersten Saisonsieg so etwas wie ein kleiner Befreiungsschlag und der Sprung aus der finstersten Tabellenregion. Doch schon im Anschluss deutete sich an, was sich bis heute durch die Saison zieht. Den Amernern gelingt es einfach nicht, Konstanz in ihre Leistungen zu bekommen. Nach dem Sieg in Süchteln folgten gleich wieder zwei Niederlagen, mit den anschließenden beiden Siegen gegen die Kellerkinder Benrath und Remscheid gelangen den Amern das einzige Mal überhaupt zwei Siege in Folge. Immer wenn es so aussah, als hätten die VSF die Kurve bekommen, folgte eine herbe Enttäuschung. So wurde zum Beispiel die Euphorie nach der Mini-Siegesserie gegen Benrath und Remscheid durch eine deftige 0:4-Auswärtsniederlage beim TSV Meerbusch II gedämpft. Als dann später nach einem klaren Derbysieg gegen Viersen und dem 1:1 gegen Nievenheim viel für eine versöhnliche Winterpause sprach, folgte das desolate 2:6 auf eigenem Platz gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten ASV Mettmann.

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Abzulesen ist die mangelnde Konstanz auch an dem Torverhältnis von 39:48 aus 21 Spielen, was 20 Punkte einbrachte. Die Anzahl der eigenen Treffer ist eigentlich gar nicht so schlecht. Der SC Kapellen hat in 22 Partien nur 35-mal getroffen, hat sich damit aber 37 Punkte und Platz fünf erarbeitet. Jüchen, vor der Saison eher als Konkurrent im Abstiegskampf gehandelt, traf in 22 Spielen sogar nur 32-mal, ist aber mit 32 Punkten Sechster. Es ist die für eine Mannschaft von Willi Kehrberg ungewöhnlich hohe Anzahl an Gegentoren, die eine bessere Platzierung verhindert. Ein Grund dafür ist sicher in der personellen Situation der Amerner Defensive zu suchen. Der schon seit längerem anhaltende Umbruch mit dem Abgang langjähriger Leistungsträger wie Axel Schumacher und Michel Busen wird zusätzlich erschwert durch heftige Verletzungen wie die von Innenverteidiger Dominik Kleinen und vom defensiven Mittelfeldspieler Tobias Bruse. Sicher auch nicht hilfreich war, dass sich nach einer Meinungsverschiedenheit mit dem Trainer zunächst Dennis Metten und dann auch noch Tim Wolter verabschiedete, so dass auf der Torwartposition eine große Lücke entstand. Dass es auch in der Offensive durch den Dauerausfall von George Tawiah und weitere Verletzungen (etwa Max Gotzen) durchaus Probleme gab, konnten die Amerner zwar dadurch kompensieren, dass auch Mittelfeldspieler Tore schossen. Doch irgendwie scheint es in der Gesamtabstimmung der einzelnen Mannschaftsteile nicht zu passen. Besonders auf des Gegners Platz sind die Amerner furchtbar ungefährlich, mit nur fünf Punkten sind sie das Schlusslicht der Auswärtstabelle. Kein gutes Omen für das so wichtige nächste Spiel beim ASV Süchteln. Denn da sollte ein Sieg her, weil die VSF ansonsten ihrer Punkteausbeute aus der Hinrunde deutlich hinterherlaufen und der Druck noch weiter steigt.

(RP)