Handball: Lobbericher überzeugen als Mannschaft

Handball: Lobbericher überzeugen als Mannschaft

Das verjüngte Handballteam des TV Lobberich war nicht mit dem Ziel in die Saison gestartet, die direkte Rückkehr in die Oberliga zu schaffen. Doch genau das gelang am Wochenende. Jetzt wird gefeiert. Zugänge gibt es noch nicht.

Der Trainer machte sich früh auf den Weg. Gemeinsam mit Dennis Föhles ging es für Christopher Liedtke gestern Morgen quasi als Vorhut in den sonnigen Süden. Auf Mallorca feiern die Handballer des TV Lobberich in dieser Woche ihren Überraschungscoup - den Aufstieg in die Oberliga. "Unfassbar, unbeschreiblich, damit war so nicht zu rechnen", sagt Liedtke.

Nach dem Abstieg in die Verbandsliga wollten sich die Lobbericher mit einer jungen Mannschaft konsolidieren. Ein Platz unter den ersten Fünf in der Verbandsliga, das war es, was Liedtke sich so vorgestellt hatte. Doch nach einer bemerkenswerten Runde, in der die Lobbericher über weite Strecken von der Spitze an den Ton angaben, stand am Ende der Aufstieg. Im letzten Spiel in Lank war ein Sieg notwendig, um den Titel endgültig zu sichern. Kurz vor Schluss beim 30:24 war klar, dass die Meisterschaft dem TVL trotz nervösem Beginn nicht mehr zu nehmen war. Liedtke nahm die Auszeit, um vor den ausgelassenen Feierlichkeiten noch einmal in Ruhe mit seinen Spielern sprechen zu können. "Ich habe ihnen gesagt, dass jeder Einzelne stolz auf sich sein kann", sagt der Coach. Ein Routinier wie Dennis Föhles habe schon sechs oder sieben Aufstiege hinter sich, aber viele Spieler seien noch nie aufgestiegen. Auch für ihn als jungen Trainer war es ein besonderer Moment, direkt am Anfang der neuen Karriere einen Titel zu erringen.

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"Es hat einfach sehr, sehr gut gepasst", berichtet der Coach. In Alexander Hankmann, Stephan Harwardt oder Florian Mähler aus der zweiten Mannschaft, aber auch Nico Falk und Carsten Schrievers, dem zunächst verletzten Sebastian Merzenich aus Kaldenkirchen sowie Lennard Greven und Felix Himmel aus Dülken baute Liedtke um den verbliebenen Stamm ein neues Team. "Wir haben viele Geschichten wie Bowling gemacht. Mir ist es wichtig, dass sich die Jungs auch nach dem Training noch unterhalten, damit die Mannschaft zusammenwächst. Wenn das stimmt, gibt man fünf bis zehn Prozent mehr für den anderen, auch wenn Fehler passieren", berichtet Liedtke. Der TV Geistenbeck habe als härtester Verfolger, so Liedtke, individuell die besseren Spieler. "Aber wir haben es als Mannschaft nicht so schlecht gemacht", meinte der Coach. Als der Vorsprung an der Spitze schmolz und die Nervosität spürbar wurde, habe er versucht, den Druck zu nehmen, in dem er die Spieler an gute Testspiele etwa gegen Nordrheinligisten erinnerte.

Doch bei aller Freude ist klar, dass auf den TVL in der kommenden Saison in der Oberliga noch mehr Arbeit zukommt. Nach jetzigem Stand bleibt die Mannschaft zusammen. Die Lobbericher sind, so ihr Trainer, auch nicht aktiv auf der Suche nach Neuzugängen. Zur Vorbereitung wird Liedtke den Kader auf 18 Spieler aufstocken. Dabei denkt er vor allem an Eigengewächse aus der A-Jugend, die er ebenfalls trainiert. "Wir haben den Weg so eingeschlagen, und das Konzept wollen wir weiterverfolgen. Mir macht es auch am meisten Spaß, junge Leute weiterzuentwickeln", betont er.

(wiwo)