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Handball: Lobberich: Wählen gibt auf

Handball : Lobberich: Wählen gibt auf

Nach dem 34:47-Debakel in der Handball-Oberliga in Remscheid gab Lobberichs Trainer Manfred Wählen seinen Rücktritt bekannt. Sein Entschluss hatte aber mit der Pleite nichts zu tun. Dülken nahm bei Borussia einen Punkt mit.

Oberliga Sein Entschluss stand schon lange vor dem Spiel fest. Als die Partie des TV Lobberich bei der HG Remscheid begann, die mit einem 34:47-Debakel endete, war für Manfred Wählen längst klar: Dies würde sein letztes Spiel als Trainer des Oberliga-Aufsteigers sein. Am Samstagabend trat er zurück. Wie der Sportliche Leiter Markus Kintzelmann erklärte, springt vorerst René Baude, der auch die Drittliga-Frauen trainiert, ein. "Wir forcieren jetzt Gespräche mit Trainern. Wir haben das Ziel, in der Oberliga zu bleiben", sagte Kintzelmann. Ein heißer Kandidat dürfte Olaf Mast sein (früher TV Korschenbroich, zuletzt Adler Königshof).

Differenzen mit dem Vorstand

Offenbar hatte es beim TV Lobberich Differenzen über den Führungsstil Wählens mit der Mannschaft gegeben. Am Freitagabend hatten sich Wählen, der sportliche Leiter und weitere Beteiligte zum Krisengespräch getroffen. "Es kamen Dinge auf den Tisch, die aus Vereinssicht nicht zufriedenstellend waren. Der Kampfgeist war nicht zu 100 Prozent vorhanden", sagte Kintzelmann. Offenbar kam es bei dem Gespräch zu erheblichen Differenzen. Nach RP-Informationen warf der Club seinem Trainer vor, zu nachsichtig mit Spielern zu sein, die nicht regelmäßig dreimal in der Woche leistungsorientiert trainieren können. Nach Auskunft Wählens soll der Vorstand ihn aufgefordert haben, solche Leute nicht mehr einzusetzen. "Das hat mich nachdenklich gemacht. Dafür bin ich der Falsche. Ich stehe zu dem, was ich vor der Saison mit der Mannschaft vereinbart habe", sagte Wählen gestern. Er widersprach dem Gerücht, Spieler hätten sich beim Vorstand über ihn beschwert.

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Die Probleme traten in Remscheid offen zutage. Lobberich war hoffnungslos unterlegen, die HG kam immer wieder frei vors Tor. Torwart Christoph Steller hatte kaum eine Chance gegen die vielen freien Würfe. So bleibt der Aufsteiger TV Lobberich Letzter und muss jetzt auch einen neuen Trainer suchen.

Unterdessen hat die SG Dülken beim 25:25 (16:14) beim Tabellenzweiten Borussia einen Punkt mitgenommen. Doch der ist nach diesem Spiel zu wenig. Die Gladbacher schafften durch einen Tempogegenstoß von Daniel Panitz Sekunden vor dem Ende den Ausgleich. Zuvor hatte René Landwehrs den Ball vorne verloren, statt die Sekunden runter zu spielen. "Ich bin sauer, da war mehr drin", sagte SG-Trainer Goran Sopov. "Aber nach dem Debakel gegen Aldekerk war das ein Riesenpunkt für uns."

Dülken führte über weite Strecken der armseligen Partie. Beide Mannschaften zeichneten sich vor allem durch Harmlosigkeit und wenig spielerische Ideen aus. Bei Dülken funktionierten immerhin die Anspiele von René Landwehrs und Lars Witthake auf Kreisläufer Mark Kämmerling, der zumeist sicher verwandelte. Da war er aber auch der Einzige: Die anderen leisteten sich (wie die Borussen auch) eklatant viele Fehlwürfe. Es war das Spiel der Torhüter Sven Plath und Martin Becker (Borussia), die beide auf 16 Paraden kamen. Das Spiel wurde immer nervöser und hektischer, keiner brachte Ruhe und Ordnung in die Partie. Dennoch hätte es für Dülken fast gereicht, das 50 Sekunden vor Schluss noch 25:23 geführt hatte. "Aber jeder Punkt ist Gold wert", sagte Sopov.

(angr)