Handball : Lobberich verteilt Geschenke

Es ist die Zeit des Schenkens. Doch ganz so wörtlich wollte Lobberichs Trainer René Baude das ganz sicher nicht verstanden wissen. Seine Mannschaft unterlag beim HSV Solingen-Gräfrath 24:31 (8:15). Der TV Lobberich behält damit die Rote Laterne in der Dritten Liga.

"Wir hätten sie unter Zugzwang bringen können, aber wenn man so viele Geschenke verteilt, dann geht das nicht", sagte der Trainer. Nach ganz schwachem Beginn und einem 1:7-Rückstand berappelten sich die Lobbericher Frauen langsam. Mit der Umstellung von der 5:1-Abwehr auf die offensivere 3:2:1-Variante kämpfte sich das Team nach 8:15 bis auf 13:16 heran, doch mehr war nicht drin. "Ich war immer der Meinung, dass wir das noch drehen können, denn im Kämpfen macht uns keiner was vor", erklärte Baude.

Schwäche vom Siebenmeterpunkt

Doch kämpfen alleine reicht nicht. Zum Siegen gehört auch das Handballspielen — und dabei unterliefen den Lobbericher Frauen zu viele Fehler. Die Bälle, die die Frauen sich hinten in der Defensive erarbeiteten, verloren sie im Spiel nach vorne wieder. "Wir haben sehr, sehr schlecht gepasst", meinte Baude. Das ist ein Problem, das er längst behoben glaubte. Zum jetzigen Zeitpunkt der Saison wollte der Trainer im Hinblick auf die Passqualität weiter sein. Aber auch in der Verwertung der Torchancen überzeugte der TV nicht. "In den ersten Minuten sind wird überhaupt nicht zum Torabschluss gekommen, weil die Körpersprache nicht da war", bemängelte der Coach.

Gegen die groß gewachsenen Gräfrather spielte Lobberich zunächst zu statisch. Später, als sich die Lücken im Gräfrather Defensivverbund ergaben, traf der TV das Tor nicht. Lobberich vergab sechs Siebenmeter. "Alleine das hätte uns im Spiel gelassen", sagte Baude.

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Am Siebenmeterpunkt versagen Lobberichs Frauen regelmäßig die Nerven. Im bisherigen Saisonverlauf habe das Team 40 von 60 Strafwürfen nicht genutzt, sagte der Coach.

Baude hofft, dass sein Team angesichts des wachsenden Abstandes zu den Nicht-Abstiegsplätzen möglichst schnell zur Konstanz findet und nicht gerade bearbeitete Baustellen im nächsten Spiel wieder aufreißt. "Im Spiel hat uns das taktische Verständnis gefehlt. Wir legen im falschen Moment andere Schwerpunkte, zum Beispiel drücken wir in Unterzahl auf das Tempo", berichtete Baude.

Die Tore für den TV Lobberich erzielten Simone Schulz (7), Lena Beckers (4), Silva Goebel (4), Jessica Clement (3), Nicole Funken (2), Melanie Baude (2), Lea Krause und Nicole Hoelters.

(RP)