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Handball: Lobberich: Erst Trauer, dann Aufstiegsfeier

Handball : Lobberich: Erst Trauer, dann Aufstiegsfeier

Der Tabellenführer der Handball-Oberliga patzt im Heimspiel - und steigt am Abend dennoch auf, weil auch die Verfolger verlieren.

Lobberichs Handballer durchlebten gestern ein gigantisches Wechselbad der Gefühle von der grenzenlosen Enttäuschung bis zur ausgelassenen Freude. Nach der 28:29-Niederlage am Vormittag lagen die Spieler noch frustriert am Boden. Am späten Abend machte dann der VfB Homberg den Weg frei zur Meisterschaft. Die Homberger unterlagen dem Hülser SV 30:33. Damit durften die Lobbericher dann doch noch vorzeitig den Titel und den Aufstieg in die Oberliga feiern.

Wenn in dieser verrückten Verbandsliga-Saison auf eines Verlass ist, dann darauf, dass die Konkurrenten des TV Lobberich um die Tabellenspitze patzen, wenn es darauf ankommt. Oppum und Kaldenkirchen machten es vor, der Tabellenzweite aus Homberg zog nun nach. Nach dem Sieg der Hülser ließen die Lobbericher die Korken knallen. "Ich bin schon ein paar Mal nass geworden", sagte Lobberichs Trainer Jurek Tomasik. Gemeinsam mit seinen Spielern verfolgte er das Spiel der Homberger und mit jedem Hülser Tor verwandelte sich der Frust nach dem eigenen Spiel in Freude. "Respekt vor dieser Leistung. Die Hülser haben teilweise mit sechs Toren geführt", sagte Tomasik.

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Am Vormittag im Spiel gegen Mülheim schien die Vorfreude auf den Titel die Lobbericher zu blockieren. Der Sieg der hoch motivierten Gäste aus Mülheim ging in Ordnung, denn den Lobberichern fehlten ein paar Prozent - im Angriff wie auch in der Abwehr. Nicht, dass sie schlecht gespielt hätten, sie wollten nur einfach zu schnell zu viel. Die Souveränität und die Ruhe in den Aktionen, mit denen die Lobbericher vergangene Woche in Lürrip auftrumpften, waren ihnen abhanden gekommen. "Uns fehlte die Balance zwischen dem Wollen und der richtigen Einschätzung der Situation", sagte Trainer Jurek Tomasik.

Im Ergebnis liefen die Lobbericher die ganze Partie über hinterher. Mülheim setzte nach einer Viertelstunde erstmals 10:8 ab. Bis zum Ende bewahrten sie sich in der dramatischen Partie durch ihr routiniertes Abwehrspiel und die Wurfgewalt aus dem Rückraum einen Vorsprung von einem bis zu vier Toren. Die Lobbericher schnupperten fast permanent am Ausgleich. Er gelang ihnen aber nicht, egal was sie auch versuchten.

Beim TSV Kaldenkirchen sitzt der Frust tief. Das Team unterlag beim bisherigen Vorletzten, dem SV Neukirchen, 27:31. "Ich bin total enttäuscht. Bei uns haben einige die Saison schon abgehakt und das hat man gemerkt", sagte Trainer Dirk Rahmel. Kaldenkirchen verabschiedete sich damit aus dem Titelkampf.

Nach gutem Beginn geriet das Team in einer Schwächeperiode in Rückstand. Die Neukirchener gewannen immer mehr Sicherheit. Außerdem profitierten sie vom schwachen Abwehrverhalten beim TSV. "Wir haben nicht mal hart gedeckt. Wir haben teilweise gar nicht gedeckt", sagte Rahmel.

Das einzig Positive, so Rahmel, sei eine Personalie für die kommende Saison. Dann kann Kaldenkirchen weiterhin auf Routinier Tobias Bochwitz zählen.

(RP)