Handball : Lobberich enttäuscht

Die Handballerinnen des TV Lobberich verpassten die große Chance, erstmals den letzten Tabellenplatz in der Dritten Liga abzugeben. Lobberich verlor gegen die HSG Mörfelden/Walldorf 18:20 (6:9).

Als es dann endlich vorbei war, flossen bei der einen oder anderen Spielerin die Tränen. Jede suchte sich ihr Plätzchen, starrte auf den Boden oder die Finger und wollte alleine sein. Der TV Lobberich unterlag 18:20 gegen die HSG Mörfelden/Walldorf und spielte erstmals in dieser Spielzeit richtig schlecht. Genauer gesagt warfen die Lobbericher Frauen richtig schlecht. Denn die Chancen auf den zweiten Saisonsieg waren da. Doch Lobberich nutzte sie nicht. Es hätte schon gereicht, wenn der TV seine sechs Siebenmeter verwandelt hätte. Aber die verschiedenen Spielerinnen des TV scheiterten einmal mehr.

Schwache Chancenverwertung

Die große Schwäche vom Siebenmeterpunkt war allerdings nur ein Aspekt. Viel eklatanter traten die Probleme der Lobbericher im Spielaufbau zu Tage. Aus dem Rückraum kam viel zu wenig. Die Pässe kamen zu ungenau oder zu spät. Oft schien es so, als wollten die Spielerinnen die Verantwortung des Wurfes weitergeben. Sie zögerten so lange, bis die Lücke schon wieder geschlossen war. Oder sie brachten die Außenspieler ins Spiel und zwangen sie auf diese Weise beinahe, den ungefährlichen Torabschluss zu suchen. Mit viel Selbstvertrauen hätte man der keineswegs groß gewachsenen Keeperin aus Mörfelden die Bälle um die Ohren schießen müssen. Lobberich tat das viel zu wenig und warf brav auf die Beine.

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Und so entwickelte sich ein Spiel, in dem Lobberich permanent hinterherlief. Die Abwehr stand relativ sicher, die Torhüter parierten etliche Bälle. Aber das, was sich die Mannschaft in der Defensive erarbeitete, verschenkte sie in der Offensive. So ging beim 14:16 ein Siebenmeter neben das Tor. Nach dem 15:18 vergab Silva Goebel einen Gegenstoß. Der keineswegs überzeugende Gegner aus Mörfelden fing zwei weitere Gegenstöße ab. Im Anschluss an das 17:20 gab es einen Schrittfehler und erneut einen vergebenen Strafwurf.

"Ich bin sehr sprachlos was die Wurfqualität meiner Mannschaft angeht", sagte Trainer René Baude. Insbesondere ärgerten ihn die sechs geworfenen Tore in der ersten Hälfte. "Meine Philosophie ist schneller Handball und viele Tore. In 90 Einheiten haben wir Tempo und Würfe trainiert und jetzt das. Wir haben nicht auf die Torhüterin reagiert und nicht ein einziges Mal oben geworfen", meinte der Coach fassungslos. Lobberich bleibt nach dieser Niederlage mit nur einem Sieg und einem Unentschieden am Tabellenende der Dritten Liga. Der Aufsteiger hofft auf die Wende im kommenden Jahr.

Die Tore für den TV erzielten Goebel (4), Beckers (3), Schulz (3), Baude (2), Krause (2), Funken (2), Komander und Clement.

(wiwo)