Karriereende für Nick Kämpgen aus Niederkrüchten

Leichtathletik : „Wollte schon früh in den großen Sport“

Das Lauftalent aus Niederkrüchten beendete überraschend seine Karriere. Jetzt spricht er im Interview über die Gründe.

Der aus dem Niederkrüchtener Ortsteil Laar kommende Nick Kämpgen gehörte zu den größten Lauftalenten in Deutschland. Vergangenes Jahr war der jetzt 18-Jährige Dritter bei den Deutschen U18-Jugendmeisterschaften über 1500 Meter in  Rostock. Wovon Erwachsene in der Region träumen: Seine Bestzeit über 1500 Meter lautet 3:58,67 Minuten und über 800 Meter 1:56,08 Minuten, als 17-Jähriger beziehungsweise 16-Jähriger gelaufen. Seit Beginn seiner aktiven Zeit stand er mehrmals auf vorderen Plätzen in der Deutschen Bestenliste. Er sammelte viele regionale und überregionale Erfolge. Doch kürzlich bei der Abschlussveranstaltung der RP-Sportlerwahl des Jahres, wo Kämpgen nach zuvor vier Siegen in Folge noch mal Dritter wurde, verkündete Kämpgen überraschend sein Karriereende. Darüber sprach RP-Mitarbeiter Paul Offermanns mit dem Niederkrüchtener.

Das kam ja sehr überraschend mit Ihrem Rücktritt.

Kämpgen Stimmt, damit habe ich wohl alle überrascht. Aber ich habe das schon angedeutet, als ich beschloss, im Mai keine Wettkämpfe mehr zu machen.

Seriensieger: Viermal in Folge gewann Nick Kämpgen die RP-Sportlerwahl des Jahres. Hier mit den Teakwondo-Kämpferinnen Julia Ronken (r.) und Madeline Folgmann. Foto: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)

Warum haben Sie ihre Karriere in Sachen Leistungssport beendet?

Kämpgen Ich merkte, dass es nicht mehr so voranging. Über die letzten drei Jahre musste ich jedes Mal im Winter wegen Krankheit und Verletzung aussetzen. Zum Frühjahr war das dann nicht mehr zu kompensieren. Jedes Mal wurden in dieser Zeitspanne die Zwangspausen größer. Das zeichnete sich auch an meiner meine Leistungskurve ab. Die Steigerungen meiner Ergebnisse fielen geringer aus.

Das ist doch kein Grund. Je besser man wird, desto schwerer ist es eben sich zu steigern.

Kämpgen Doch. Ich wollte schon früh in den großen Sport. Mein großer Plan war der Sprung in die Nationalmannschaft, um an einer internationalen Meisterschaft teilnehmen zu können. Das letzte Ziel, an der U18-Europameisterschaft teilzunehmen, verfehlte ich. Für die Teilnahme hätte ich 3:54 Minuten über 1500 Meter laufen müssen. Nachdem ich das nicht geschafft hatte, merkte ich auch, dass es mit dieser Vorgabe sehr eng wurde. Wenn ich ganz ehrlich bin: Das ist nicht mein Ding, halbe Sachen zu machen, sondern ich will mich immer kontinuierlich steigern. Ich hatte immer das Ziel vor Augen, mich zu verbessern und weiter zu kommen. Die Anforderungen für die nächsten Meisterschaften stiegen an. Ich trainiere nicht aus Spaß, sondern ich wollte nach oben.

Wie geht es aus sportlicher Sicht weiter für Sie?

Kämpgen Ich bin jetzt doch noch mal zum Training gefahren. Das werde ich noch häufiger machen, weil meine Oma mich auch einmal im Wettkampf laufen sehen  will. Ich trete noch einmal über 800 Meter an. Ich halte mich weiter in Form und versuche, diese weiterhin zu halten. Wie früher spiele ich wieder verstärkt Tennis beim Elmpter Tennisclub und bestreite Medenspiele bei den Herren. Basketball mache bei den ‚Dülken Dinosaurs‘. Diese Mannschaft gründete ich mit einigen meiner ehemaligen Klassenkameraden, und wir nehmen das Spiel sehr ernst. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, laufe ich, und es ist egal wo - und wenn es um nur um den Block ist.

Was sehen Ihre beruflichen Ziele nach dem Abitur in diesem Jahr aus?

Kämpgen Nach dem Abitur will ich an der Hochschule Niederrhein Betriebswirtschaft studieren.

Mehr von RP ONLINE