Handball: Kaldenkirchen holt sensationell auf

Handball: Kaldenkirchen holt sensationell auf

Im Derby gegen Lobberich lag der TSV 21:27 zurück – und vergibt am Ende noch die große Chance auf den Sieg.

Im Derby gegen Lobberich lag der TSV 21:27 zurück — und vergibt am Ende noch die große Chance auf den Sieg.

Kaldenkirchens Tristan Moritz hätte zum Helden werden können und der TV Lobberich hätte sich nach der eigenen 27:21-Führung nicht einmal beschweren dürfen. Aber Kaldenkirchens Rechtsaußen vergab mit der Schlusssirene völlig freistehend die Chance zum Sieg für den TSV. So blieb es in einem spannenden Derby vor großer Kulisse beim 28:28. Sowohl der TSV Kaldenkirchen wie auch der TV Lobberich wahren damit ihre Chancen auf den Titel in der Verbandsliga.

Lobberichs Handballer hatten den Sieg in eigener Hand. Im wichtigen Lokalderby gegen den TSV Kaldenkirchen verwandelte Tobias Liedtke einen Siebenmeter zum 27:21. Sieben Minuten vor Ende deutete eigentlich nicht viel darauf hin, dass Kaldenkirchen noch einmal in dieses Spiel zurückkommen könnte. Allein der TV Lobberich selbst machte es möglich. Die Mannschaft stellte nach 53 Minuten das Handball spielen ein. Viele Akteure beteiligten sich ihren Fehlern in der Defensive aber auch in der Offensive daran, dass der TSV Tor um Tor aufholte und spätestens mit dem 26:28 durch Lukas Topp an einen Erfolg glaubte. Tobias Bochwitz stellte schließlich per Siebenmeter mit dem 28:28 den Endstand her.

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Für Kaldenkirchen war es der Lohn, nie aufgegeben zu haben. Für Lobberich der Preis einer dünnen Spielerdecke. Bei ihnen mussten zusätzlich zu den Verletzten und dem fehlenden Lukas Hüller auch Kevin Barbee und Tom Thelen verletzt passen. Grundsätzlich müsse er seinem Team angesichts der dünnen Besetzung zu der Leistung gratulieren, sagte Lobberichs Trainer Jurek Tomasik. Phasenweise, so sagte er, habe sein Team gut gespielt. "Vielleicht hatten wir Angst zu gewinnen", sagte Lobberichs Trainer Jurek Tomasik.

Kaldenkirchens Trainer Dirk Rahmel lobte die Moral seiner Mannschaft, die nach dem deutlichen Rückstand an sich geglaubt habe. "Wenn man die 60 Minuten sieht, ist das für uns ein Punktgewinn. Nimmt man die letzten Sekunden, ist es ein Verlust", sagte Rahmel. Er hatte zu Beginn für eine Überraschung gesorgt, denn beim TSV lief Frank Habbe auf. Der erfahrene Kreisläufer spielte zuletzt in Haltern. Habbe hat, so Rahmel, noch nie mit der Mannschaft trainiert. Dennoch dirigierte er, so lange die Kraft reichte, aus der Mitte das Spiel des TSV und erzielte vier Tore.

Der TSV erwischte den besseren Start. Nach 4:1 kam das Team durch zwei Zeitstrafen aus dem Rhythmus. In der Folge legte Lobberich vor und ging mit 16:15 in die Pause. Vom 21:21 setzte sich das Team auf 27:21 ab. Beide Mannschaften legten in dieser spannenden Partie den Fokus auf die Abwehrarbeit. Die spielerischen Momente im Angriff blieben weitestgehend aus — für beste Unterhaltung sorgte jedoch die Dramatik im spannenden Derby. Vor allem in der Schlussphase, als es Tristan Moritz in der Hand hatte.

(wiwo)
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