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Interview: Florian Meier vom ASV Süchteln über die Hintergründe der Trainerpersonalie und den Abstiegskampf.

Fußball-Landesliga : „Unsere Mannschaft ist in der Bringschuld“

Der Sportliche Leiter des Fußball-Landesligisten ASV Süchteln über die Hintergründe der Trainerpersonalie und den Abstiegskampf.

Beim Fußball-Landesligisten ASV Süchteln ist aktuell jede Menge los. Nach einem ersten Saisonabschnitt, in dem die Mannschaft deutlich unter ihren Möglichkeiten blieb und gefährlich nah an den Abstiegsplätzen überwintert, lässt der Verein Trainer Heinrich Losing trotz eines Vertrags bis 2020 auf dessen Wunsch im nächsten Sommer zum SV Sonsbeck ais der Landesliga, Gruppe 2, ziehen. Als Nachfolger wurde der erst 29-jährige Kaldenkirchener Fabian Wiegers verkündet, der aktuell noch den Süchtelner Ligakonkurrenten VfR Krefeld-Fischeln trainiert. Im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt der Sportliche Leiter des ASV, Florian Meier, die Hintergründe des Trainerwechsels und wie es nach der Winterpause weitergehen soll.

Herr Meier, wie haben Sie reagiert, als Sie erstmals gehört haben, dass Heinrich Losing den Verein verlassen möchte?

Meier Vorab möchte ich sagen, dass das alles total offen und ehrlich abgelaufen ist. Aber im ersten Moment war ich natürlich geschockt. Damit hatten wir wegen der Vertragslaufzeit nicht gerechnet und hatten auch keinen Plan B. Wir haben abgewartet, bis Heinrich kam und gesagt hat, dass er wechseln möchte, wenn wir ihn freigeben. Das ist natürlich sehr schade, aber wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen. Schließlich bietet Sonsbeck gute Perspektiven und liegt nah an seinem Wohnort.

Welchen Anteil hat Heinrich Losing an den Erfolgen der vergangenen Jahre?

Meier Sein Anteil an der Entwicklung der vergangenen Jahre ist enorm. Als Abteilungsleiter Philipp Hilleke und ich damals die ersten Gespräche mit ihm geführt hatten, passte das direkt. Er ist charakterlich und fachlich richtig stark, hat die Spieler besser gemacht und hat eine klare Linie. Wobei der Erfolg nur als Team möglich ist, dazu braucht es auch uns im Hintergrund und eine entsprechende Mannschaft.

In der aktuellen Saison läuft es unter Heinrich Losing aber gar nicht gut, obwohl die Mannschaft nominell stärker besetzt ist. Woran liegt es aus Ihrer Sicht?

Meier Wir sind alle mit der Punkteausbeute nicht zufrieden, wir hatten uns mehr vorgenommen und wollten den nächsten Schritt machen. Aber wir bekommen auf der einen Seite zu viele Gegentore und lassen auf der anderen Seite zu viele Großchancen aus. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Klar haben wir viele Verletzte, aber die haben andere auch. Ich kreide der Mannschaft an, dass oft der unbedingte Wille fehlt, ein Spiel umzubiegen. Es steckt viel mehr Qualität im Kader, und ich erwarte, dass die Mannschaft das zeigt. Unser Spiel sah zwar oftmals gut aus, doch in vielen Spielen fehlte es an der Grundtugenden Kampf und Wille. Wir sind nach wie vor überzeugt von der Truppe, doch die ist jetzt in der Bringschuld.

Welche Auswirkungen kann es nach der Winterpause haben, dass schon feststeht, dass der Trainer den Verein verlässt? Stichwort Lame Duck.

Meier Das wäre eine billige Ausrede, die ich nicht gelten lassen werde. Heinrich wird bis zum Saisonende Gas geben und bleibt auf jeden Fall bis zum Sommer unser Trainer. Die Winterpause ist jetzt wichtig für uns, um uns zu sortieren und dann eine gute Restsaison zu spielen.

Es ist verdammt eng in der Landesliga. Gerade mal zwei Punkte trennen den ASV von einem Abstiegsplatz.

Meier Ganz klar, wir stecken im Abstiegskampf. Und der wird bis zum Saisonende anhalten. Wenn jemand meint, wir wären zu gut dafür, interessiert mich das nicht. Wir müssen punkten, egal wie. Wenn wir das begreifen, dann stoßen wir den Bock auch um. Dafür sind wir alle verantwortlich. Es gibt genug Spieler, die Häuptlinge sein wollen, jetzt sind alle in der Pflicht.

Im Sommer kommt Fabian Wiegers. Auch wenn es in die Bezirksliga geht?

Meier Es wäre naiv, wenn wir mit ihm nicht auch über diese Möglichkeit gesprochen hätten. Auch in der Bezirksliga würde Fabian unser Trainer werden, unser Gesamtkonzept hat ihm gefallen.

Wieso hat der ASV sich für ihn entschieden?

Meier Wir denken langfristig. Vor diesem Hintergrund haben wir überlegt, welche Kandidaten es gibt. Nach den ersten Gesprächen herrschte wie damals bei Heinrich Losing schnell Klarheit, Fabian hat uns überzeugt. Da haben wir nicht aufs Alter geguckt. Er hat in seiner Zeit in Dilkrath das Optimum herausgeholt, ist sehr ambitioniert, fleißig, hat eine eigene Meinung und klare Vorstellungen. Zudem kommt er aus der Region, kennt viele Spieler und wohnt nicht weit vom Platz entfernt.

Haben Sie schon über mögliche Neuzugänge gesprochen? Sein Bruder Philipp, der in Fischeln spielt, wäre als Abwehrspieler doch sicher interessant.

Meier Es ging jetzt zunächst darum, die Trainerfrage zu klären. Und jetzt haben wir die Baustelle Rückrunde vor uns. Sicher stehen wir mit Fabian in Kontakt und werden uns beizeiten auch über möglich Zugänge austauschen. Das war bislang aber kein Thema.

Wo soll der ASV in einem Jahr stehen, damit Sie sagen, Sie haben sich für den richtigen Trainer entschieden?

Meier Wir sind erfolgreich, wenn wir nächstes Jahr noch Landesliga spielen. Ich kann doch noch nichts zur nächsten Saison sagen, wenn jetzt erst mal der Kampf gegen den Abstieg im Fokus steht. Über neue Ziele können wir im Sommer reden, jetzt müssen wir erst einmal Punkte sammeln.