Dustin Jäschke: "Ich bin immer positiv und trainiere hart"

Dustin Jäschke: "Ich bin immer positiv und trainiere hart"

Nach zwei Jahren mit Einsätzen für die deutsche B-Mannschaft muss der Dinslakener Dustin Jäschke bei der WM wieder zuschauen. Obwohl er hierzulande die große Hoffnung im Dreiband ist.

Viersen Der Dinslakener Dustin Jäschke ist die große Dreiband-Hoffnung der Deutschen Billard-Union. Der 25-Jährige war in den beiden vergangenen Jahren bei der WM in Viersen jeweils Teil des B-Teams. Das gibt es aber nicht mehr, weil das Teilnehmerfeld auf 16 Mannschaften reduziert wurde. Deswegen muss er sich jetzt wieder mit der Rolle des Ersatzmanns für Martin Horn und Ronny Lindemann begnügen. Über seine Rolle, über die deutschen Chancen und die Zukunft des Turniers sprach die RP mit Jäschke.

Herr Jäschke, wie haben Sie reagiert, als Sie gehört haben, dass bei der WM nur 16 Mannschaften spielen und Deutschland nur ein Team stellt?

Jäschke Ich fand das gut. Denn Hintergrund ist, dass der Weltverband Billard olympisch machen möchte. Und dort wäre eben maximal ein 16er Feld erlaubt. Sich dieses Ziel zu setzen, ist gut für den Sport. Wenn Dreiband olympisch würde, wäre das eine riesige Werbung.

Die Reduzierung auf 16 Teams bringt Sie aber in die Zuschauerrolle.

Jäschke Natürlich hätte ich mich gefreut, wenn ich spielen dürfte. Aber der Sport insgesamt steht über meinem persönlichen Interesse. Außerdem ich bin ja als Ersatzmann auch so die ganze Zeit dabei und kann mit den Jungs trainieren.

Sie sind bei der DM Zweiter geworden. Leiten Sie daraus nicht den Anspruch ab, bei der WM zu spielen?

Jäschke Nicht unbedingt, denn entscheidend für einen WM-Startplatz ist die Bundesliga-Rangliste. Und in der liegen Martin und Ronny klar vor mir. Bei so einer Nominierung kann nicht nur ein Turnier entscheiden. Wer die ganze Saison die besseren Leistungen bringt, soll auch bei der WM spielen dürfen.

Wie sehen Sie Ihre Rolle bei der WM, wie können Sie dem Team helfen?

Jäschke Ich bin ein guter Beobachter, kann ein Spiel gut analysieren und hinterher Tipps geben, um Fehler abzustellen. Von außen habe ich da eine ganz andere Sicht. Und mittlerweile spiele ich fast zehn Jahre in der Bundesliga, so dass die anderen Spieler meine Meinung auch respektieren und wertschätzen.

Bei der WM wird zum zweiten Mal nur im Scotch-Double-System gespielt. Die Spieler stoßen in einer Art Doppel also abwechselnd. Gut oder schlecht für Deutschland?

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Jäschke Ich denke gut, weil Martin und Ronny als Team gut harmonieren. Das haben sie voriges Jahr schon gezeigt. Falsch wäre es, mit einer negativen Einstellung zum Scotch Double ins Turnier zu gehen. Denn negative Gedanken bringen einen beim Dreiband-Billard aus dem Konzept.

Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu?

Jäschke Wenn alles normal läuft, sollte das mindestens das Halbfinale möglich sein. Martin und Ronny sind Kämpfertypen, die können gemeinsam etwa erreichen. Voriges Jahr haben sie schon ihre Erfahrungen gesammelt, die andere Teams wie die Niederlande und Belgien nicht haben, weil sie in anderer Besetzung antreten.

Wie beeinflusst es die Qualität der Weltmeisterschaft, dass durch die Reduzierung des Feldes Teams wie Schweden, Spanien und Italien fehlen?

Jäschke Grundsätzlich ist das natürlich ein Verlust. Ein Weltklassespieler wie Torbjörn Blomdahl ist alleine das Eintrittsgeld wert. Aber das heißt nicht, dass das Turnier schwächer ist. Durch Teilnehmer wie Vietnam und Libanon ist das Feld etwas unberechenbarer. Ich hoffe stark, dass trotzdem möglichst viele Zuschauer kommen. Das wäre wichtig für unsere Mannschaft, denn Martin und Ronny würden von einer guten Atmosphäre in Viersen profitieren.

Noch mal zurück zu Ihnen persönlich. Sie sind sehr ehrgeizig. Wie sehen Sie die Chancen, mittelfristig bei der WM wieder zu spielen?

Jäschke Chancen sehe ich auf jeden Fall, weil ich immer positiv bin und weiter hart trainiere. Ich will mich weiterentwickeln. Ich habe den Verein gewechselt und habe jetzt gute Chancen, mit Bergisch Gladbach meinen ersten Meistertitel zu gewinnen. Das würde mir noch mal einen Schub geben. Ich hoffe, dass ich weiter für Deutschland bei Weltcups antreten darf, das ist eine große Ehre für mich. Ich möchte schon irgendwann mal die Nummer zwei oder eins in Deutschland sein.

Wie steht es mit ihren Plänen, Profi zu werden?

Jäschke Ich gehe jeden Tag zur Arbeit und spiele danach Billard. Dafür spiele ich schon ganz ordentlich. Aber ich setze mich nicht unter Zeitdruck. Die besten Spieler sind zwischen 40 und 50 Jahren. Dreiband-Billard ist auch ein Geduldsspiel. Ich habe Zeit.

DAVID BEINEKE FÜHRTE DAS GESPRÄCH

(RP)