Fußball : Hitzige Schlussphase im Derby

Last-Minute-Tore, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen. Im Derby zwischen Rhenania Hinsbeck und dem TSV Kaldenkirchen steckte viel Brisanz. Nettetal siegt deutlich. Bei Waldniel wurde Kai Schink zum Mann des Spiels.

Fussball-Bezirksliga Union Nettetal hat mit einem furiosen Endspurt ihre Position behauptet und grüßt nach einem hohen Sieg weiter von der Spitze. Das Ergebnis ist jedoch deutlicher als der Spielverlauf. Nach umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen teilen sich Rhenania Hinsbeck und der TSV Kaldenkirchen in einem ausgeglichenen Match die Punkte. Ein Ergebnis, mit dem beide Trainer leben können. Der FC Büderich spielte gegen den SC Waldniel zeitweise stark auf und hatte in der Schlussphase den Sieg mehrfach auf dem Fuß.

Rhenania Hinsbeck - TSV Kaldenkirchen 2:2 (0:1) Als "typisches Derby" bezeichnete Kaldenkirchens Trainer Helmut Mertens die Partie im Nachhinein. Dabei zeigte seine Mannschaft nicht die Souveränität aus den letzten Spielen. Hinsbeck präsentierte sich hingegen hochmotiviert und spielte sich in der ersten Hälfte zahlreiche Chancen heraus. "In Hälfte eins haben wir ein super Spiel gemacht. Schade, dass wir dann das 0:1 kassieren", sagte Hinsbecks Trainer Tom Neber. So traf Michael Ploenes nach einem Freistoß zur überraschenden Führung für die Gäste. Für den verdienten Ausgleich sorgte Jan van de Ven fünf Minuten später durch einen Foulelfmeter.

Lange Zeit sah es so aus, als würden sich die Mannschaften mit 1:1 trennen, ehe Christian Pazzini nach einer Ecke zum vermeintlichen Siegtreffer einköpfte. "Das war eine schwierige Situation. Unser Torhüter wird in der Situation im Fünfmeterraum angegangen", sagte Tom Neber, dessen Team jedoch wenige Minuten später von einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung profitierte. In der 94. Minute entschied der Unparteiische auf Handelfmeter für Hinsbeck, den Christian Debecker souverän zum 2:2-Endstand einnetzte. Beide Trainer haderten nach dem Spiel mit dem Schicksal, zeigten sich nach der Punkteteilung jedoch zufrieden.

SSV Strümp - Union Nettetal 2:5 (1:0) Dieses Spiel haben die Nettetaler in der zweiten Hälfte gewonnen. Trotz spielerischer Dominanz und zahlreicher, hochkarätiger Chancen erzielte das Team von Dieter Hussmanns keinen Treffer, kassierte in der 35. Minute stattdessen das 0:1 durch Dominik Blömer. "Zwischenzeitlich habe ich schon gedacht, heute klappt es nie", sagte Hussmanns. Doch seine Zweifel erwiesen sich als unbegründet. Denn seine Joker Kevin Zülsdorf und Kevin Budak (in der 64. Minute eingewechselt) trafen beide und stellten die Weichen für einen im Endeffekt deutlichen 5:2-Sieg. Hussmanns zeigte sich nach dem Spiel jedoch nicht zufrieden mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft: "Gerade in der ersten Hälfte hatten wir Szenen, da müssen wir das Tor einfach machen. Wenn die Tore fallen, haben wir schnell Ruhe."

FC Büderich - SC Waldniel 1:1 (1:1) Für eine kleine Überraschung hat der FC Büderich gesorgt – der nämlich präsentierte sich in den ersten 20 Minuten stark und ließ den Waldnielern kaum Zeit, ihr Spiel zu gestalten. Prompt folgte der Blitzstart in der 9. Minute: Patrick Danneberg traf zum 1:0. "Das hat mich durchaus überrascht", sagte Hans-Jörg Criens ob der spielerischen Überlegenheit des Gegners. In der 36. Minute gelang durch Marcel Brinschwitz, der im Fünfmeterraum frei zum Schuss kam, dennoch der Ausgleich aus dem Nichts. In der zweiten Hälfte war es dann das erwartet ausgeglichene Spiel. Waldniel gelang es, sich Chancen herauszuarbeiten, wie den Lattentreffer von Andre Jansen. In der Schlussphase wurde es turbulent. Einer stach dabei besonders hervor. Waldniels Torhüter Kai Schink war es, der den Punkt mit spektakulären Paraden festhielt. "Ohne ihn wären wir heute ohne Punkte nach Hause gefahren", sagte Criens nach dem Spiel. Trotz der Defensivschwächen zeigte er sich zufrieden: "Gerade in der Schlussphase muss eigentlich der Gegentreffer fallen. Von daher haben wir heute einen Punkt gewonnen."

(RP)
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