Radrennen : Heimsieg für Alexander Gottfried

Der Sieger beim Großen Preis von Nettetal 2009 heißt Alexander Gottfried vom Team Kuota-Indeland. Triumphierend riss der Profifahrer beide Hände im Ziel hoch. Kurz vor Rennende hatte er sich mit Alex Schmitt vom Team Seven Stones, der nach einem rasanten Endspurt gegen Gottfried unterlag und Platz zwei belegte, von einer Spitzengruppe aus mehreren Fahrern abgesetzt. Die 99 Kilometer legte der 24-jährige Hinsbecker mit der Startnummer eins in 2:16,42 Stunden zurück. Den dritten Platz belegte Benjamin Sydlik vom Team EGN Rose. "Wir freuen uns, dass Alexander es geschafft hat", kommentierte Wilfried Schmitz, Cheforganisator der 24. Auflage um den Großen Preis von Nettetal: "Er ist der erste Fahrer aus Nettetal, der den großen Preis im Hauptrennen gewinnen konnte."

Weniger schön war, dass im Hauptrennen eine Radpanne nach der anderen gezählt wurde. Die Fahrer bekamen eine Rundenvergütung und standen wenig später wieder im Rennen. "Da ist schon Willkür im Spiel", empörte sich Wilfried Schmitz vom Ausrichter SC Union Nettetal. Seine Tochter Simone war die Strecke abgegangen. Auf der Dohrstraße vor der Autobahnbrücke sammelte sie mit zwei Mädchen eine Handvoll Nägel ein. Wilfried Schmitz kündigte an: "Wir setzen eine Belohnung zur Ergreifung des Täters aus. Die Höhe kann ich jetzt noch nicht sagen. Wir erstatten Anzeige bei der Polizei."

Für Alexander Gottfried, der vor sechs Jahren in Nettetal als Junior schon mal gewonnen hat, lief alles nach Plan. Seine Teamgefährten hielten ihm den Rücken frei. "Jetzt muss es noch richtig warm werden, dann werde ich gewinnen", hatte er am Morgen angekündigt. Er gehörte auch zu den Fahrern, die oft in die Prämienränge fuhren.

Ein Unglück geschah im Seniorenrennen: Wladimir Gottfried, der als Deutscher Meister seinem Sohn den Sieg vormachen wollte, fuhr mit schmerzverzerrtem Gesicht an den Straßenrand. Der 57-Jährige war eine Runde vor Schluss von den Mitfahrern an den Rand gedrängt worden und mit dem linken Arm an den Bus im Start-Ziel-Bereich gekommen. Er erlitt eine Schulterverletzung, die im Krankenhaus behandelt werden musste. Alle hätten auf den Deutschen Meister gewettet, dass er gewinnen oder zumindest eine vordere Platzierung nach Hause fahren würde. Ob Wladimir Gottfried Ende des Monats bei der WM in St. Johann/Tirol seinen Titel verteidigen wird, ist jetzt fraglich.

Die Rennfahrer des SC Union kamen nicht zu Zuge. Sie waren nicht platziert. "Wir sahen keinen so schönen Renntag. Er war mit vielen negativen Begleiterscheinungen behaftet, auch wegen der Stürze", bilanzierte Wilfried Schmitz: "Zu-schauermäßig können wir dagegen mehr als zufrieden sein."

(RP)