Handball : Harz-Verbot in Lobberich

Handball Ohne Harz geht es auch. Das ist das neue Motto für die Handball-Teams des TV Lobberich und des TSV Kaldenkirchen, die die Werner-Jaeger-Halle in Lobberich nutzen. "Es gibt nur eine einzige Ausnahme. Das ist Frauenmannschaft in der Dritten Liga. Für alle unterklassigen Ligen gilt ein Haftmittelverbot", bestätigte Nettetals Erster Beigeordneter Armin Schönfelder. Für die Lobbericher Männer in Oberliga ist das Haftmittel also nun ebenso tabu wie für den Verbandsligisten aus Kaldenkirchen oder die Jugendmannschaften.

Das gilt nicht nur für die Spiele, sondern auch und vor allem für den Trainingsbetrieb. "Wir können die Beeinträchtigungen für den Schulsport durch klebrige Harzflecken nicht auf die leichte Schulter nehmen", sagte Schönfelder. Er behalte es sich selbst vor, die Spiele mitzuerleben. Der Handballverband und die Schiedsrichter seien auf das Haftmittelverbot hingewiesen. Sollte das nicht ausreichen, könne man auch von Hausrecht Gebrauch machen und die Halle schließen.

Doch Schönfelder hat nicht den Eindruck, auf taube Ohren zu stoßen. Es habe "konstruktive Gespräche" gegeben. Das bestätigte auch Markus Kintzelmann, der sportliche Leiter des TV Lobberich: "Ich bin zuversichtlich, dass wir das in den Griff bekommen. Es ist schließlich nicht unsere Halle." Der Verein müsse den Schulen garantieren können, dass im Sportunterricht kein Harz am Boden sei.

Ausgangspunkt für die Gespräche war ein Angebot der Firma Winkels als Vertragspartner der Stadt über die Reinigung der Werner-Jaeger-Halle für 18 600 Euro pro Jahr. "Das Angebot schien den Betroffenen zu hoch", sagte Schönfelder. Nun hat man erörtert, wie der TV Lobberich selbst dafür Sorge tragen könnte, den Aufwand durch eine zeitnahe Reinigung zu reduzieren und ob man einen Teil des Aufwandes als Spende verrechnen könne, berichtete Schönfelder. Zunächst hat man sich auf einen Probereinigungsbetrieb verständigt. Das bedeutet, dass die Halle in dieser Woche abends nach dem Trainingsbetrieb und nach den Spielen gereinigt wird. "Danach werden wir uns wieder an einen Tisch setzen", sagte Schönfelder.

(wiwo)